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Trump und die Monroe-Doktrin: Diesmal Kolumbien

 

Titelbild: Beispielbild Pixabay

In den ersten Tagen des Jahres 2026 hat US-Präsident Donald Trump in scharfen Worten Kolumbien und dessen Präsidenten Gustavo Petro ins Visier genommen, wobei er eine mögliche militärische Operation gegen das Land nicht ausschloss. Dies geschieht unmittelbar nach der umstrittenen US-Militäraktion in Venezuela, bei der Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht wurde, um sich dort vor Gericht wegen Drogenhandelsvorwürfen zu verantworten.

Trump äußerte sich am 4. Januar an Bord der Air Force One gegenüber Reportern und beschrieb Kolumbien als „sehr krankes Land“, das von einem „kranken Mann“ regiert werde, der es liebe, Kokain zu produzieren und in die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Auf die direkte Frage, ob eine militärische Operation gegen Kolumbien geplant sei, antwortete Trump lakonisch: „Das klingt gut für mich.“ Diese Aussagen markieren eine massive Eskalation in den ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Washington und Bogotá, die seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 von Konflikten um Drogenbekämpfung, Migration und Deportationen geprägt sind. 

Der Hintergrund dieser Drohungen liegt vor allem im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel, bei dem Kolumbien als weltgrößter Kokainproduzent eine zentrale Rolle spielt. Trump wirft Petro vor, nicht entschieden genug gegen Kartelle und Kokaanbau vorzugehen, und bezeichnet ihn wiederholt als „illegalen Drogenführer“. Bereits im Vorjahr hatte die Trump-Administration Hilfszahlungen an Kolumbien gekürzt, Sanktionen gegen Petro und seine Familie verhängt sowie Zölle auf kolumbianische Importe angedroht oder umgesetzt, etwa als Reaktion auf Petros anfängliche Weigerung, US-Militärflüge mit deportierten Migranten zu akzeptieren.

Kolumbien hatte daraufhin kurzzeitig nachgegeben, doch die Spannungen hielten an. Petro, der als erster linker Präsident Kolumbiens gilt und eine ehemalige Guerilla-Vergangenheit hat, kritisiert hingegen die US-Militärschläge auf mutmaßliche Schmugglerboote in der Karibik und im Pazifik scharf als „Morde“ und Verletzungen der Souveränität, ohne dass Washington stets Beweise für die Beteiligung der Getöteten am Drogenhandel vorlegt. Die jüngsten Drohungen kommen in einem Kontext, in dem Trump seine Lateinamerika-Politik aggressiv ausweitet: Nach dem Venezuela-Eingriff warnte er auch Mexiko, Kuba und sogar Grönland vor Konsequenzen, falls sie US-Interessen – sei es bei Drogen, Migration oder Ressourcen – nicht entsprächen. Kolumbien reagierte empört auf Trumps Worte und sprach von einer unzulässigen Einmischung in innere Angelegenheiten sowie einer Verletzung des Völkerrechts. Präsident Petro mobilisierte Truppen an der Grenze zu Venezuela, um mögliche Flüchtlingsströme oder Instabilitäten abzufangen, und wies die US-Vorwürfe zurück. Internationale Reaktionen fielen gemischt aus: Mehrere lateinamerikanische Länder wie Brasilien, Chile, Mexiko und Spanien verurteilten die US-Aktionen in Venezuela als gefährlichen Präzedenzfall, während die Trump-Administration ihre Schritte als notwendigen Schutz vor „Drogenterrorismus“ verteidigt.Experten sehen in Trumps Haltung eine Wiederbelebung der Monroe-Doktrin, bei der die USA die westliche Hemisphäre als ihre Einflusssphäre betrachten und bereit sind, militärisch oder wirtschaftlich einzugreifen.

Ob es tatsächlich zu einer Operation in Kolumbien kommt, bleibt offen, doch die Drohungen haben bereits zu Nervosität in der Region geführt und könnten die langjährige Zusammenarbeit zwischen den USA und Kolumbien im Anti-Drogen-Kampf weiter untergraben. Petro hat Trump wiederholt eingeladen, sich vor Ort von kolumbianischen Bemühungen zur Zerstörung von Drogenlaboren zu überzeugen, doch eine Entspannung scheint derzeit fern. Die Entwicklungen unterstreichen, wie Trumps harte Linie gegenüber linken Regierungen in Lateinamerika die geopolitische Lage auf dem Kontinent nachhaltig verändert.

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