Titelbild: Asiatische Hornisse auf Fallobst, kasaan media, ram, 2025
Die Asiatische Hornisse – Paradebeispiel einer unerwünschten invasiven Tierart
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine invasive Hornissenart aus Südostasien, die seit 2004 in Europa heimisch wird und sich rasch ausbreitet. Sie stellt vor allem eine Bedrohung für Honigbienen und die Imkerei dar. Sie ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro).
Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist der fast vollständig schwarz-braune Brustpanzer. Daher der Name ‚Nigrithorax‘. Der Hinterleib ist dunkel mit nur wenigen gelben Binden. Charakteristisch ist das leuchtend gelb-orange letzte Drittel, oft mit einer dünnen gelben Binde am ersten Segment. Die Beine sind im Gegensatz zur heimischen Hornisse gelb, oft mit dunklen Ansätzen, daher auch „Gelbfuß-Hornisse“ genannt.
Damit ist sie relativ leicht von der europäischen Hornisse zu unterscheiden, die rotbraune Beine hat und einen gelb-schwarz gestreiften Hinterleib.
Verwechslungen mit Wespen sind eigentlich kaum möglich da allein die Größe so unterschiedlich ist.
Die Asiatische Hornisse lebt in sozialen Staaten mit einer Königin. Ihr Lebenszyklus beginnt im Frühjahr (ab ca. 15 °C). Bei ihren Nestern sind zwei Arten zu unterscheiden. Im Frühjahr werden sogenannte Gründungs-/Primärnester (Embryonalnester) gebaut, oft bodennah in Hecken, Schuppen oder unter Dächern. Diese haben nur die Größe eines Golfballs bis Tennisballs. Die Königin baut sie allein.
Ab Sommer bauen Arbeiterinnen ein Sekundärnest (Filialnest) in Baumkronen, von der Art her, wie man es von Wespen kennt, nur wesentlich größer, entweder birnen- oder ballförmig, mit seitlichem Eingang. Es kann 3.000–5.000 Individuen beherbergen.
Die Nester werden im Herbst verlassen, nur begattete Jungköniginnen überwintern.

Bild 1: Die Europäische Hornisse ist äußerlich gut zu unterscheiden, kasaan media, ram, 2025.
Die asiatische Hornisse ist so gefährlich, weil ihre Nahrung vornehmlich aus Honigbienen besteht. Sie ist ein generalistischer Räuber. Sie jagt zwar auch Fliegen, Raupen, Spinnen, aber vor allem unsere wertvollen Honigbienen oder Wildbienen. Sie belagert Bienenstöcke regelrecht, fängt einfliegende Bienen ein und trägt den proteinreichen Thorax zur Fütterung des Nachwuches in ihr Nest. Sie ernährt sich auch von Nektar, Fruchtsäften und Fallobst. Bienenstöcke muss man aufwendig schützen, mit z.B. Gittern, elektrischen Harfen, Fallen, verstärkten Völkern.
Wie der Name schon sagt, kommt die asiatische Hornisse ursprünglich aus Südostasien (Südchina, Taiwan, Indien, Indonesien etc.). 2004 wurde sie vermutlich über Keramikimporte nach Südwestfrankreich eingeschleppt und breitet sich seitdem über Europa aus.
In Deutschland wurde sie erstmals im Jahr 2014 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Seit März 2025 gilt sie in Deutschland als etabliert, d.h. keine Meldepflicht mehr von Tieren, aber die Pflicht nach Managementmaßnahmen, wie das Entfernung von Nestern.
Die Biodiversität ist massiv gefährdet, da wichtige Insektenarten reduziert und heimische Bienen, Wespen und Hornissen komplett verdrängt werden. Bienenvölker können durch die asiatische Hornisse komplett ausgelöscht werden.
Gegenüber dem Menschen ist die asiatische Hornisse nicht aggressiver als heimische Arten, solange man Nester nicht stört, die sie vehement verteidigt. Stiche sind sehr schmerzhaft. Man muss auch wissen, dass die Hornissen mehrfach stechen können. Man sollte zu Nestern immer einen großen Sicherheitsabstand wahren und auch beim Schneiden von Hecken oder im Umfeld von Gartenhäusern vorher darauf achten, ob Tiere ein- und ausfliegen.
Die weitere Vermehrung der asiatischen Hornisse muss unbedingt eingedämmt werden, da sie eine ökologische Katastrophe zur Folge hätte, auch für unsere Flora, weil die wichtigsten Insekten für die Bestäubungen immer weniger würden. Die effektivste Maßnahme ist die Nestentfernung durch Fachleute (Feuerwehr, Schädlingsbekämpfer, spezialisierte Imker). Primärnester sollten früh im Jahr vernichtet werden, um Sekundärnester zu verhindern.
Nichtsdestotrotz sollte man keine einzelnen Tiere wahllos töten. Es macht Sinn, die Umgebung nach Nestern abzusuchen und diese den örtlichen Naturschutzbehörden oder dem NABU zu melden. Dokumentieren Sie diese mittels Fotos und kontaktieren Sie Experten. In den meisten Fällen gibt es von dort Hilfe zur Beseitigung der Nester.
Die Asiatische Hornisse ist ein klassisches Beispiel für eine invasive Art: anpassungsfähig, produktiv und ohne natürliche Feinde in Europa. Langfristig braucht es integriertes Management, um Schäden zu begrenzen.
