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Benzinpreise marschieren auf 3 Euro pro Liter zu

Titelbild: Beispielbild pixabay

Die Beobachtung mit den drei Euro ist leider keine Übertreibung mehr. Der bundesweite Durchschnitt liegt aktuell bei rund 2,25 Euro für E10 und 2,38 Euro für Diesel, am vergangenen Wochenende hat E10 mit 2,273 Euro sogar ein neues Allzeithoch erreicht und Diesel mit 2,404 Euro ist nur noch wenige Cent vom Höchststand aus dem April entfernt. An den Autobahntankstellen wird die Drei-Euro-Marke nach Aussage des Tankstellenverbandes TIV bereits jetzt überschritten.


Damit ist Benzin heute tatsächlich deutlich teurer als zu D-Mark-Zeiten, denn der berühmte Satz aus dem achtziger Jahre Song kost Benzin auch drei Mark zehn entsprach umgerechnet gerade einmal 1,58 Euro, selbst mit Inflation war das weniger als die Hälfte des heutigen Preises.

Hinter dem Anstieg stecken mehrere Faktoren, die zusammenkommen. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 und den Konflikten um die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandab ist der Ölpreis massiv gestiegen, Brent liegt aktuell bei über 100 Dollar, heute Morgen bei 108,30 Dollar. Gleichzeitig gilt seit dem 1. April das sogenannte Österreich-Modell, wonach die Preise nur noch einmal am Tag um zwölf Uhr erhöht werden dürfen, was dazu führt, dass die Preise danach um bis zu zwanzig Cent nach oben springen und der günstigste Zeitpunkt jetzt kurz vor zwölf Uhr mittags liegt, nicht mehr wie früher am Abend.
Dazu kommt, dass etwa die Hälfte des Preises, den man an der Zapfsäule bezahlt, in den Steuersack geht und der Tankrabatt von rund siebzehn Cent seit Ende Juni ausgelaufen ist. Der ADAC kritisiert deshalb, dass Ölpreis und Wechselkurs das aktuelle Niveau nur teilweise erklären und fordert mehr Transparenz auf Raffinerie- und Großhandelsebene.

Was sich praktisch tun lässt, ist vor allem das Tankverhalten anzupassen. Wer die Apps wie ADAC Drive oder Tankerkönig nutzt und konsequent kurz vor zwölf Uhr tankt, spart im Schnitt am meisten, und der Vergleich zeigt, dass Süddeutschland derzeit günstiger ist als der Norden und Osten.
Eine etwas niedrigere Geschwindigkeit auf der Autobahn, ein leicht erhöhter Reifendruck, kein unnötiges Gewicht im Kofferraum und das Vermeiden von Kurzstrecken bringen noch einmal fünfzehn bis zwanzig Prozent Ersparnis.


Vom Bunkern in Kanistern wird dagegen dringend abgeraten, der TÜV Thüringen warnt, dass mehr als zwanzig Liter Benzin nicht privat in der Garage gelagert werden dürfen, weil sich ein explosives Luftgemisch bilden kann. Wer viel pendelt, sollte derzeit auch noch einmal Bahncard, Deutschlandticket und Fahrgemeinschaften gegenrechnen, denn politisch wird bereits über einen neuen Preisdeckel diskutiert, Brandenburg hat ihn schon gefordert, bis dahin bleibt aber nur das genaue Beobachten der Preise.

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