Deutschland

Bundeswehr-General warnt vor Anschlägen auf Infrastruktur und Cyberangriffen

Titelbild: Tima Miroshnichenko

Berlin, Deutschland

Bundeswehr-General Carsten Breuer hat vor etwaigen Anschlägen auf die kritische Infrastruktur in Deutschland gewarnt. „Jede Umspannstation, jedes Kraftwerk, jede Pipeline“ könne angegriffen werden und ein mögliches Ziel sein, sagte der Befehlshaber des neuen territorialen Führungskommandos der Bundeswehr der „Bild am Sonntag“. Die Bundeswehrführung stelle sich daher „vor allem auf hybride Bedrohungen ein“.

Dazu zählte der General, insbesondere „Einflussnahmen, mit Anschlägen auf Infrastruktur und mit Cyberangriffen, oder unter anderem Aufklärungsflüge mit Drohnen über Kasernen“. Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf diese Bedrohungslage einstellen. „Deutschland muss mit seinen Sicherheitsbehörden ein Auge darauf und ein Ohr daran haben, wogegen mögliche Anschläge geplant werden, was die wahrscheinlichsten Szenarien sind“, sagte er.

Angesichts der neuen Bedrohungslage forderte Breuer alle Deutschen auf, ihr Verhalten zu ändern. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe gezeigt, dass Krieg in Europa wieder möglich sei. Das habe Konsequenzen für jeden Bürger. „Jedem sollte klar sein, dass er sein individuelles Verhalten ändern sollte.“ Dazu gehört laut Breuer alles, was „unsere Widerstandskraft“ stärke. Das reiche von der mentalen Einstellung bis zur Vorratshaltung zu Hause. Konkret empfahl der Befehlshaber des Bundeswehr-Führungsgremiums die Anschaffung einer Taschenlampe und genügend Batterien.

Breuer zeigte sich überzeugt, dass sich Deutschland im Ernstfall verteidigen könne. „Militärisch haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Den Einflussnahmen, denen wir derzeit ausgesetzt sind, können wir jedenfalls sehr viel entgegensetzen“, sagte der General. Zugleich warnte er davor, die nuklearen Drohungen aus Russland zu unterschätzen. „Unsere Lebensweise, unsere Werte, unsere gesamte Gesellschaft“ seien bedroht. „Wenn wir das nicht alles aufgeben wollen, müssen wir diese Bedrohungen sehr ernst nehmen.“ Breuer rief aber auch dazu auf, „einen kühlen Kopf“ zu bewahren und „besonnen“ zu sein. Hysterie sei „ein schlechter Ratgeber“.

kas/gt

© Agence France-Presse

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