Titelbild: Teheran Beispielfoto, Hossein Zohrevand, Lizenz 4.0
Heute Morgen in Teheran herrscht eine drückende, angespannte Stille, die nach den blutigen Tagen der vergangenen Wochen wie eine erzwungene Atempause wirkt.
Das Folterregime der Mullahs hat in den letzten Wochen mit beispielloser Brutalität zugeschlagen. Tausende Demonstranten – Schätzungen reichen von über 2.000 bis hin zu Zehntausenden – wurden durch Schüsse aus Maschinengewehren, wahlloses Feuer und gnadenlose Übergriffe der Revolutionsgarden (IRGC) und Basij-Milizen getötet. Die Straßen der Hauptstadt waren phasenweise Kriegsschauplätze, Leichen in Krankenhäusern und Leichenhallen stapelten sich, während das Regime gleichzeitig versuchte, jede Information nach außen abzuwürgen.
Der landesweite Internet-Blackout dauert nun bereits den siebten Tag an – eine totale Informationsblockade, die verhindern soll, dass Bilder von Massakern, verletzten Jugendlichen und zerstörten Vierteln die Welt erreichen. Selbst Satellitenschüsseln werden in Razzien aus den Wohnungen gerissen, um den Zugang zu Starlink und anderen Alternativen zu kappen. In manchen Teilen Teherans, besonders in ärmeren Bezirken wie Naziabad oder den Protest-Hochburgen, hallen die Echos der nächtlichen Schüsse noch nach; Augenzeugen berichten von kriegsähnlichen Verletzungen, die Chirurgen in den überfüllten Krankenhäusern behandeln müssen.
Das Regime präsentiert sich nach außen als wieder „unter Kontrolle“. Der Außenminister Abbas Araghtschi erklärte in Interviews, es gebe „seit vier Tagen Ruhe“, keine Demonstrationen mehr, alles sei stabil – eine zynische Lüge, die nur durch den Blackout aufrechterhalten werden kann. Tatsächlich sind die großen Straßendemonstrationen seit den schlimmsten Massakern um den 8.–10. Januar deutlich abgeflacht; die pure Angst vor dem nächsten Kugelhagel hat viele in ihre Häuser getrieben. Stattdessen gibt es vereinzelte Rufe aus Fenstern, kleine Trauerzüge bei Beerdigungen, die sich sofort in neue Proteste verwandeln, und eine lähmende Mischung aus Wut, Trauer und Erschöpfung in der Bevölkerung.Während das Regime seine eigenen getöteten Sicherheitskräfte in staatlich organisierten Trauerzügen instrumentalisiert und Hunderttausende auf die Straße zwingt, um Loyalität zu demonstrieren, sickern weiterhin Berichte über Folter in Gefängnissen, Massenverhaftungen (über 10.000–18.000 Menschen) und standrechtliche Erschießungen durch.
Die Drohung von Trump, bei weiteren Hinrichtungen oder Massakern massiv militärisch einzugreifen, hat Teheran kurzzeitig dazu gebracht, öffentlich „keine Hinrichtungen heute und morgen“ anzukündigen – ein taktischer Rückzug, kein Zeichen von Menschlichkeit.In den wohlhabenderen Vierteln wie Niavaran spürt man die Erosion der Macht besonders deutlich.
Selbst dort, wo das Regime früher auf stillschweigende Unterstützung zählen konnte, haben sich Menschen den Protesten angeschlossen. Die Mullahs regieren inzwischen fast nur noch durch nackte Gewalt, Angst und Isolation. Die Stadt atmet schwer unter der Last der Toten, der Zensur und der Unsicherheit, ob der nächste Sturm aus dem Inneren oder von außen kommen wird. Teheran heute Morgen ist keine normale Hauptstadt mehr – es ist ein Schlachtfeld auf Pause, in dem ein verhasstes Folterregime verzweifelt versucht, die Uhr zurückzudrehen, während die Wunden der Nation immer tiefer werden.
