Trump USA

Schwarze Menschen sind keine Affen – Al Green und der Protest gegen Trump

Titelbild: US Kongress, Pixabay 

Am 24. Februar 2026 hielt US-Präsident Donald Trump im Kapitol in Washington seine erste Rede zur Lage der Nation (State of the Union) in seiner zweiten Amtszeit.
Die Ansprache dauerte fast eine Stunde und 47 Minuten und stellte damit einen historischen Rekord als längste Rede dieser Art dar. Trump präsentierte sich in optimistischer und selbstbewusster Manier, lobte die wirtschaftlichen Erfolge seiner Regierung, betonte massive Steuersenkungen, eine starke Wirtschaft, sinkende Inflation und Erfolge bei der Einwanderungspolitik.
Er beschrieb die USA als „größer, besser, reicher und stärker als je zuvor“ und feierte seine Agenda als beispiellos erfolgreich. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um die Demokraten scharf anzugreifen, sie als „verrückt“ zu bezeichnen und ihnen vorzuwerfen, sie würden sich weigern, für seine Prioritäten wie harte Einwanderungskontrollen oder Wirtschaftsreformen zu applaudieren.

Die Atmosphäre im Kongress war von Anfang an hochgradig polarisiert und angespannt. Während die republikanischen Abgeordneten fast bei jedem Satz aufsprangen und applaudierten, blieben viele Demokraten demonstrativ sitzen, applaudierten nicht oder zeigten offene Ablehnung.
Dutzende demokratische Abgeordnete und Senatoren boykottierten die Rede komplett und nahmen stattdessen an einer Gegenveranstaltung teil, die als „People’s State of the Union“ auf dem National Mall organisiert wurde. Dort kritisierten sie Trump scharf und warfen ihm vor, das Land zu spalten, die Demokratie zu untergraben und durch seine Politik – insbesondere bei Einwanderung, Gesundheitswesen und Wirtschaft – Amerikanern zu schaden.

Noch dramatischer gestalteten sich die Proteste direkt im Saal. Kaum hatte Trump den Raum betreten, hielt der demokratische Abgeordnete Al Green aus Texas ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift „Black people aren’t apes“ („Schwarze Menschen sind keine Affen“) in die Höhe. Die Aktion war eine direkte Reaktion auf ein kürzlich von Trump auf Social Media geteiltes rassistisches Video, das Barack und Michelle Obama als Affen darstellte. Green stand schweigend da, während Trump an ihm vorbeiging.
Mehrere Republikaner versuchten sofort, das Schild zu verdecken oder es ihm zu entreißen. Kurz darauf wurde Al Green von Sicherheitskräften aus dem Plenarsaal eskortiert und entfernt – bereits zum zweiten Mal in Folge bei einer Trump-Rede. Er selbst erklärte später, er habe gewollt, dass Trump die Botschaft „ganz aus der Nähe“ sehe, und deutete an, der Präsident habe die Message durchaus verstanden.

Weitere Proteste folgten während der Rede. Die Abgeordneten Ilhan Omar. und Rashida Tlaib riefen Trump mehrfach als „Lügner“ an und skandierten Vorwürfe, als er über seine Einwanderungspolitik sprach. Omar schrie unter anderem „You have killed Americans!“ („Ihr habt Amerikaner getötet!“), was auf Todesfälle im Zusammenhang mit Trumps harter Abschiebepolitik anspielte. Andere Demokraten hielten Schilder hoch oder trugen Buttons mit kritischen Botschaften. Einige verließen den Saal während der Ansprache demonstrativ. Trump reagierte darauf, indem er die Demokraten öffentlich rügte und sagte, sie sollten sich schämen.

Insgesamt war die Rede weniger auf neue politische Ankündigungen fokussiert, sondern diente vor allem als Bühne für Trump, um seine Erfolge zu feiern, die Opposition zu attackieren und den Ton für die anstehenden Midterm-Wahlen im November 2026 zu setzen. Die sichtbaren Spaltungen und Proteste unterstrichen einmal mehr die extreme Polarisierung der amerikanischen Politik in dieser Phase.

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