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Verdi streikt

Die Gewerkschaft ver.di hat für den 27. und 28. Februar 2026 erneut zu einem bundesweiten Warnstreik im kommunalen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen, der in weiten Teilen Deutschlands massive Einschränkungen im Nahverkehr verursacht.

Dieser Arbeitskampf stellt bereits die dritte große Eskalationsstufe in der laufenden Tarifrunde dar, nachdem bereits Anfang Februar ein erster bundesweiter Streiktag am 2. Februar 2026 den Verkehr in über 100 Unternehmen komplett lahmgelegt hatte.

Betroffen sind vor allem Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in fast allen Bundesländern, da sich rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 kommunalen Nahverkehrsunternehmen an dem Ausstand beteiligen. In vielen Regionen beginnt der Streik bereits in den frühen Morgenstunden des Freitags und dauert teilweise bis in die Nacht auf Sonntag oder sogar bis Sonntagmorgen an, sodass er sich je nach Verkehrsverbund auf bis zu 48 Stunden oder etwas länger erstreckt.

S-Bahnen, Regionalzüge und der Fernverkehr der Deutschen Bahn (ICE, IC) bleiben hingegen weitgehend unberührt und stellen für viele Pendler die wichtigste Alternative dar. Eine Ausnahme bildet Niedersachsen, wo aufgrund einer bestehenden Friedenspflicht keine oder nur sehr eingeschränkte Arbeitsniederlegungen stattfinden.

Hintergrund des Konflikts sind die seit November 2025 laufenden Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden in den 16 Bundesländern. Nach vier Verhandlungsrunden sehen die Gewerkschafter kaum Fortschritte und werfen der Gegenseite vor, die berechtigten Anliegen der Belegschaft zu ignorieren. Im Mittelpunkt der Forderungen stehen vor allem deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen: kürzere Schicht- und Wochenarbeitszeiten, längere Ruhe- und Erholungszeiten zwischen den Diensten sowie spürbar höhere Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit. In mehreren Bundesländern wie Bayern, Brandenburg, Saarland, Thüringen oder bei der Hamburger Hochbahn kommen zusätzlich Forderungen nach einer tabellenwirksamen Entgelterhöhung hinzu.

Die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr leiden seit Jahren unter extremem Personalmangel – bundesweit fehlen schätzungsweise rund 80.000 Fachkräfte –, was zu ständigem Überstunden- und Schichtchaos, hoher Belastung und sinkender Attraktivität des Berufs führt. ver.di sieht in besseren Rahmenbedingungen und einer spürbaren Aufwertung der Tätigkeit den einzigen Weg, um wieder mehr Menschen für den Nahverkehr zu gewinnen und den bestehenden Druck auf die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen zu reduzieren.

Trotz der hohen Streikbereitschaft und der klaren Signale aus den Betrieben haben die Arbeitgeber bislang kein ausreichendes Entgegenkommen gezeigt, weshalb ver.di den Druck mit diesen gemeinsamen bundesweiten Streiktagen weiter erhöht.

Die Gewerkschaft erwartet sich davon, dass die kommunalen Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde – die für Anfang März geplant ist – endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das den Forderungen nach besserer Bezahlung der besonderen Belastungen und nach familien- und lebensphasenfreundlicheren Arbeitszeiten Rechnung trägt.

Für Millionen Pendler, Schüler und Wochenendausflügler bedeutet der Streik erhebliche Behinderungen, vor allem am Freitag, wenn der Berufs- und Schulverkehr besonders stark ist, sowie am Samstag, wenn viele Freizeitaktivitäten anstehen. Die meisten Verkehrsunternehmen raten dazu, auf Fern- und Regionalzüge auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden, Homeoffice zu nutzen oder Reisen möglichst zu verschieben. Aktuelle und regionale Informationen zu den genauen Ausfällen und eventuellen Notfahrplänen finden sich auf den Websites der lokalen Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen.

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