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Infantino muss zurücktreten

Titelbild: Karikatur, Infantino, kasaan media, 2026

Gianni Infantino muss zurücktreten. Der Präsident des Weltfußballverbandes hat in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass er weder dem Sport noch den Millionen von Fans und den Verbänden verpflichtet ist, sondern ausschließlich seiner eigenen Macht, seinem unstillbaren Hunger nach Geld und seiner aufdringlichen Suche nach Nähe zu den Mächtigen dieser Welt. Was als Hoffnung auf Erneuerung nach den Korruptionsskandalen der Blatter-Ära begann, hat sich unter seiner Führung in ein System verwandelt, das Transparenz systematisch untergräbt, kritische Stimmen beiseiteschafft und den Fußball immer stärker zu einer reinen Geldmaschine degradiert.


Infantinos Amtszeit ist geprägt von einer Form der Korruption, die nicht mehr mit offenen Koffern voller Bargeld operiert, sondern mit der subtileren und umso wirksameren Methode der Patronage. Er verteilt Entwicklungsgelder, Sonderzahlungen und Hosting-Rechte an die Mitgliedsverbände, kauft sich damit Loyalität und sichert sich so seine Wiederwahlen. Wer ihm folgt, wird belohnt; wer widerspricht, wird isoliert oder aus dem Weg geräumt. Ethikkommissionen und Kontrollgremien, die einmal als Reformversprechen verkauft wurden, hat er früh entmachtet oder mit Personen besetzt, die ihm genehm sind. Geheimtreffen mit Ermittlern, undurchsichtige Personalentscheidungen und die systematische Ausschaltung von Kritikern gehören zum Stil seiner Herrschaft. Das ist keine gelegentliche Verfehlung, sondern die konsequente Fortsetzung einer Kultur, in der Macht und Geld untrennbar miteinander verbunden sind.


Gleichzeitig offenbart sich Infantinos Geldgier in einer beispiellosen Kommerzialisierung des Spiels. Während die FIFA über Milliardenreserven verfügt, die ungenutzt auf Konten liegen und dem Fußball in den Mitgliedsländern dringend zugutekommen könnten, treibt er immer neue Projekte voran, deren einziger Zweck die Maximierung von Einnahmen scheint. Der jüngste Versuch, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, war der Höhepunkt dieser Gier. Hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, den Verbänden als Deal mit Sofortzahlungen schmackhaft gemacht und ohne echte Beteiligung derer, die den Sport tragen, sollte der heiligste Wettbewerb des Fußballs teilweise privatisiert werden. Dass dieser Plan am massiven Widerstand der UEFA, weiterer Kontinentalverbände und selbst enger Vertrauter scheiterte und Infantino zu einer peinlichen Kehrtwende zwang, ändert nichts an der Absicht: Der Fußball sollte verkauft werden, um die Kassen weiter zu füllen und die eigene Macht zu zementieren. Sein persönliches Gehalt von mehreren Millionen Euro pro Jahr und die ungenierte Vermischung privater Feiern mit geschäftlichen Verhandlungen runden das Bild eines Mannes ab, dem genug nie genug ist.



Dazu kommt eine aufdringliche, anbiedernde Art, die peinlich und gefährlich zugleich ist. Infantino sucht die Nähe zu mächtigen Politikern, lässt sich für ihre Interessen instrumentalisieren und opfert dafür die politische Neutralität, die der Fußball dringend braucht. Die enge Verflechtung mit Donald Trump, die Verleihung eines eigens erfundenen Friedenspreises, mutmaßliche Einflussnahmen auf sportliche Entscheidungen und das ständige Bemühen, sich den Reichen und Mächtigen anzudienen, zeigen einen Charakter, dem der Sport nur noch als Bühne für persönliche Eitelkeit und Machtspiele dient. Ex-Funktionäre und Kenner der Szene beschreiben ihn als jemanden, der als Nummer zwei taugte, als Nummer eins jedoch scheitert, weil er den Blick für die Basis verloren hat und nur noch die großen Deals und die großen Namen im Kopf hat.

Die Fußballwelt hat genug. UEFA, nationale Verbände und selbst ehemalige Verbündete fordern zu Recht seinen Rücktritt. Das Vertrauen ist zerstört, die Glaubwürdigkeit der FIFA liegt am Boden. Jeder weitere Tag, den Infantino im Amt bleibt, ist ein weiterer Schlag gegen die Integrität des Spiels. Der Fußball verdient eine Führung, die dem Sport dient und nicht dem eigenen Portemonnaie und der eigenen Eitelkeit. Infantino hat bewiesen, dass er dazu nicht in der Lage und nicht willens ist. Er muss gehen – sofort und ohne weitere Ausreden.


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