Nordkorea

Griff Trump Nordkorea an?

Titelbild: Beispielbild PixabayIm Jahr 2019, während der ersten Amtszeit von Donald Trump und mitten in den hochkarätigen nuklearen Verhandlungen mit Nordkoreas Führer Kim Jong-un, genehmigte der damalige US-Präsident eine äußerst riskante und streng geheime Kommando-Operation auf nordkoreanischem Boden. Das Ziel der Mission, die vom New York Times in einem ausführlichen Bericht vom September 2025 erstmals öffentlich gemacht wurde, bestand darin, ein elektronisches Abhörgerät zu installieren, das es den Vereinigten Staaten ermöglichen sollte, die Kommunikation des isolierten nordkoreanischen Führers abzufangen. Die US-Geheimdienste hatten jahrelang Schwierigkeiten, Einblicke in Kims Denken und die internen Vorgänge des Regimes zu gewinnen, und die Operation sollte Washington einen strategischen Vorteil in den Gesprächen verschaffen, die später in Hanoi stattfanden und letztlich scheiterten. Die Mission war so riskant – sie hätte bei Entdeckung die Verhandlungen torpedieren, zu einer Geiselkrise führen oder sogar eine Eskalation mit einer Atommacht auslösen können –, dass sie die direkte persönliche Genehmigung des Präsidenten erforderte.

Für den Einsatz wählte das Militär das Red Squadron von SEAL Team 6, dieselbe Eliteeinheit, die 2011 Osama bin Laden getötet hatte. Die SEALs trainierten monatelang, um jede Bewegung zu perfektionieren. Ein nuklear betriebenes U-Boot schlich sich in nordkoreanische Gewässer, setzte zwei Mini-U-Boote aus, die eine kleine Gruppe von SEALs in schwarzen Taucheranzügen und mit Nachtsichtgeräten an die felsige Küste brachten. In einer winterlichen Nacht Anfang 2019 krochen sie an Land, in dem Glauben, an einem verlassenen Strand zu sein. Doch plötzlich tauchte aus der Dunkelheit ein kleines nordkoreanisches Boot auf, dessen Taschenlampen über das Wasser streiften. In der Angst, entdeckt worden zu sein, eröffneten die SEALs das Feuer und töteten innerhalb von Sekunden alle an Bord – zwei oder drei unbewaffnete Zivilisten, die offenbar nach Schalentieren tauchten. Es gab keine Uniformen oder Waffen, die auf Militär- oder Sicherheitskräfte hingedeutet hätten. Die SEALs durchsuchten das Boot, warfen die Leichen ins Meer (nachdem sie die Lungen durchstochen hatten, damit sie sanken), um Spuren zu verwischen, und zogen sich zurück, ohne das Abhörgerät zu installieren. Die Mission war gescheitert. Eine spätere geheime Überprüfung des Pentagons stufte die Tötungen als gerechtfertigt nach den Einsatzregeln ein.

Die gesamte Operation blieb jahrelang klassifiziert und wurde weder von den USA noch von Nordkorea jemals öffentlich erwähnt oder auch nur angedeutet. Die Trump-Administration informierte die zuständigen Ausschüsse des Kongresses, die für die Aufsicht über Geheimdienst- und Militäraktionen zuständig sind, weder vor noch nach dem Einsatz – ein Versäumnis, das nach Einschätzung von Rechtsexperten gegen geltendes US-Recht verstoßen haben könnte. Erst die Biden-Administration briefte später Spitzenabgeordnete. Der New York Times-Bericht stützt sich auf Interviews mit etwa zwei Dutzend Personen, darunter Regierungsbeamte, Mitglieder der ersten Trump-Administration sowie aktuelle und ehemalige Militärangehörige mit Kenntnis der Vorgänge.

Als der Bericht im September 2025 erschien und Trump – inzwischen erneut im Amt – von Reportern im Oval Office dazu befragt wurde, reagierte er mit einer glatten Ablehnung jeglicher Kenntnis: „Ich weiß nichts darüber. Ich höre das jetzt zum ersten Mal.“ Er fügte hinzu, er könne nachschauen, wisse aber nichts, und vermied es, die Existenz der Mission zu bestätigen.
Diese pauschale, absolute Distanzierung – trotz der Berichte, dass er die Operation persönlich freigegeben hatte – wurde von Kritikern als typisch für einen autoritären Führungsstil wahrgenommen, bei dem Verantwortung abgestritten und Kontrolle über das Narrativ maximiert wird, ohne sich den Fakten oder der Aufsicht zu stellen. Die Episode verdeutlicht die Spannungen zwischen geheimen Sonderoperationen, diplomatischen Bemühungen und der Frage nach demokratischer Kontrolle in einer volatilen geopolitischen Lage.

Themenverwandte Artikel

Kim Jong-un zündelt weiter- Nordkorea testet ICBM

the kasaan times

Schwere nordkoreanische Truppenbewegungen an der innerkoreanischen Grenze

the kasaan times

Feindstaat Nummer eins

the kasaan times

Nordkoreas Wirtschaftspiraten (Teil3)

the kasaan times

IT-Remote Erpressung aus Nordkorea

the kasaan times

Raketen-Kim kümmert sich um das Schicksal der kalten koreanischen Nudel höchstpersönlich

the kasaan times

Lage auf der koreanischen Halbinsel angespannter denn je

the kasaan times

70.Jahrestag des Waffenstillstandes

the kasaan times

Flucht nach Südkorea

the kasaan times

Nordkoreas Wirtschaftspiraten (Teil 2)

the kasaan times

Hwasongpho-17 mit Atomattrappe gezündet

the kasaan times

Implodiert Nordkorea?

the kasaan times

Hinterlasse einen Kommentar

*