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In der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken, wo das Fallschirmjägerregiment 26 der Bundeswehr stationiert ist, haben sich in den vergangenen Monaten schwere Vorwürfe gegen zahlreiche Soldaten gehäuft, die ein breites Spektrum an Fehlverhalten umfassen und die Öffentlichkeit sowie die militärische Führung stark erschüttert haben. Berichte sprechen von etwa 200 Fällen, darunter rechtsextreme Handlungen wie das Zeigen des Hitlergrußes in Uniform oder auf Stuben, das Tragen von Nazi-Uniformen bei Treffen und antisemitische Äußerungen, etwa das Bedauern, dass beim Holocaust nicht noch mehr Juden umgekommen seien.
Ergänzt werden diese Vorfälle durch Drogenmissbrauch, insbesondere den Konsum von Cannabis, sowie Mobbing und sexualisierte Gewalt, wobei Soldatinnen von Drohungen mit Vergewaltigung und abwertenden, sexualisierten Kommentaren berichteten, die ein Klima des Frauenhasses und der Demütigung schufen.
Die Staatsanwaltschaft in Zweibrücken ermittelt derzeit gegen 19 Soldaten, vorwiegend Unteroffiziere, und die Bundeswehr hat Strafanzeigen gestellt, während interne Untersuchungen laufen, die auf Meldungen von zwei Soldatinnen zurückgehen, die sich an den Wehrbeauftragten des Bundestags wandten.
Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Vorkommnisse als erschütternd und im krassen Widerspruch zu den Werten der Bundeswehr, kritisierte die lokale Kommandostruktur für das verspätete Eingreifen und kündigte einen Aktionplan für die Luftlandetruppe an, um Extremismus, Sexismus und Drogenkonsum künftig zu verhindern.
Bereits neun Soldaten wurden entlassen, vier weitere Entlassungen beantragt, und die Führungsebene war seit Februar 2025 über Teile der Vorfälle informiert, was Fragen zur Dienstaufsicht aufwirft.
Rheinland-Pfälzischer Ministerpräsident Alexander Schweitzer und andere Politiker wie CDU-Landeschef Gordon Schnieder verurteilten die Zustände scharf und forderten null Toleranz gegenüber Rassismus, Incitement und sexualisierter Gewalt, während die Bundeswehr betont, dass solche Verhaltensweisen keinen Platz in ihren Reihen haben und alle Vorwürfe konsequent aufgeklärt werden.
Der Skandal hat nicht nur zu Personalwechseln in der Kaserne geführt, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf systemische Probleme in der Truppe, die mit rund 1700 Soldaten eine der größten Einheiten der Fallschirmjäger darstellt, und unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Reformen, um Vertrauen wiederherzustellen.
