Afrika

Die Seuche der Landminen in Angola

Titelbild:

MoserB – Eigenes Werk

Diverse Modelle von Springminen, 2. Reihe von links: PP-Mi-Šr, Mk II, M16 und OZM-72, erste Reihe v. l.: S-Mine 35, OZM-4, OZM-3 und Schützenabwehrverlegemine DM 31.

Über 80.000 Angolaner sind seit 1975 durch Landminen getötet worden. Noch immer sind Tausende der Vernichtungswaffen im Boden Angolas vergraben und obwohl große Fortschritte in der Beseitigung der Anti-Personenminen gemacht wurden, hat Angola ein grausames Erbe angetreten.

Angola befand sich über 40 Jahren im Krieg. Immer wieder.

Ab 1966 wurde in Angola gegen die portugiesische Kolonialmacht gekämpft. Danach traten ab 1975 die drei Unabhängigkeitsbewegungen MPLA, UNITA und FNLA gegeneinander an.

Auch Militärs aus Kuba und Südafrika hatten sich dem Konflikt angeschlossen. So wurde der Bürgerkrieg zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West.

Aber auch diese Handlungen haben eine Vorgeschichte:

Der Südafrikanische Grenzkrieg, der auch als Namibischer Unabhängigkeitskrieg bezeichnet wird, und in Südafrika gelegentlich als Angolanischer Buschkrieg, war eine weitgehend ungleiche Kriegshandlung, die vom 26. August 1966 bis zum 21.März 1990 in Namibia (damals Suidwes-Afrika), Sambia und Angola stattfand.

Er wurde zwischen der South African Defence Force (SADF) und der People’s Liberation Army of Namibia (PLAN), einem paramilitärischen Flügel der South West African People’s Organisation (SWAPO), ausgetragen.Der südafrikanische Grenzkrieg endete in einer der wahrscheinlich größten Schlachten  auf dem afrikanischen Kontinent seit dem Zweiten Weltkrieg und ist mit dem angolanischen Bürgerkrieg einhergegangen.

Nach zahlreichen Jahren erfolgloser Petitionen bei den Vereinten Nationen und dem Internationalen Gerichtshof für die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika, gründete die SWAPO 1962 mit der logistischen Unterstützung der Sowjetunion, Chinas und sympathisierender afrikanischer Staaten wie Tansania, Ghana und Algerien etc. die PLAN.

Im August 1966 brachen Kämpfe zwischen der PLAN und der südafrikanischen Regierung aus. Zwischen 1975 und 1988 führte die SADF große militärische Operationen in Angola und Sambia durch, um die vorgelagerten Arbeitsstützpunkte der PLAN zu zerstören. Zusätzlich setzte die Regierung in Pretoria professionelle Aufstandsbekämpfungseinheiten wie das Koevoet und das 32-Bataljon ein, die für die Außenaufklärung und die Abstimmung der Guerillabewegungen ausgebildet waren.

Natürlich vergruben alle beteilligten Kriegsparteien überall in Angola Personenminen, die an ihrer Gefährlichkeit bis zum heutigen Tag nichts verloren haben. Zudem kam erst 2013 bei einer Anhörung des ehemaligen Leiters des Projektes Coast, Wouter Basson, heraus, dass auch chemische Waffen in Angola gegen die UNITA eingesetzt wurden. Inwieweit die chemischen Kampfstoffe noch im Boden lagern, oder in Testversuchen des „Dr. Tod“ verbaut wurden, ahnt niemand. Basson, der als Kardiologe in Südafrika praktiziert, hält sich sehr bedeckt.

In Angola, auch nach der Covid-19 Krise, geht es mit dem Minenräumen weiter.

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