Scammer Alarm

Bestell-Scam – eine neue Masche

Ein scheinbar harmloser Geschäftsbrief erreicht derzeit zahlreiche Unternehmen und Selbstständige und entpuppt sich bei näherer Betrachtung als klassischer Betrugsversuch. Die Mail, die sich als Schreiben eines angeblichen Purchase Managers namens David Gabriel aus einer Accounts-Abteilung ausgibt, beginnt mit einer höflichen Morgenbegrüßung und behauptet, ein Kollege sei im Urlaub, weshalb man nun in Sachen einer angeblich bereits formell übermittelten Bestellung nachhaken müsse. Dem Empfänger werden angeblich Bestellunterlagen sowie Produktspezifikationen und Zeichnungen als komprimierte Datei im Format bz2 mitgeschickt. Der Absender fordert umgehend die Ausstellung einer Proforma-Rechnung, damit eine Anzahlung von dreißig Prozent geleistet und der Restbetrag nach Erhalt gescannter Versanddokumente überwiesen werden könne. Gleichzeitig wird nach dem frühestmöglichen Liefertermin gefragt und betont, die Bestellung sei dringend.

Bereits der äußere Rahmen der Nachricht lässt erhebliche Zweifel aufkommen. Die Absenderbezeichnung wirkt konstruiert und entspricht nicht den üblichen Standards seriöser Firmenkorrespondenz. Noch auffälliger ist der Anhang: Eine bz2-Datei taucht im normalen Geschäftsverkehr praktisch nie auf und dient in Betrugsszenarien häufig als Hülle für Schadsoftware, die Rechnungsdaten, Zugangsdaten oder weitere sensible Informationen abgreifen soll. Auch der Inhalt selbst folgt einem bekannten Muster. Es wird eine bereits existierende Bestellung vorausgesetzt, ohne dass eine konkrete Auftragsnummer, ein vorheriger Schriftverkehr oder eine nachprüfbare Firmenadresse genannt wird. Die Formulierungen wirken holprig und maschinell übersetzt, die drängende Bitte um schnelle Reaktion und die ungewöhnliche Zahlungsstaffelung mit Vorauszahlung und Rest nach Scan-Kopien entsprechen typischen Elementen von Fake-Order- und Advance-Fee-Betrugsmaschen.

Fachleute raten daher dringend, solche Nachrichten weder zu beantworten noch den Anhang zu öffnen. Stattdessen sollte die Mail als Spam oder Phishing markiert und gelöscht werden. Wer tatsächlich Geschäftsbeziehungen zu einem Unternehmen unterhält, das hinter dem Namen stecken könnte, sollte den Kontakt ausschließlich über bekannte und verifizierte Kanäle aufnehmen und keinesfalls über die in der verdächtigen Mail genannte Adresse antworten. Zusätzlich empfiehlt es sich, die eigene E-Mail-Adresse auf möglichen Datenlecks zu überprüfen, denn solche Betrugsversuche nutzen häufig Adressen, die irgendwann einmal öffentlich geworden sind. Der Fall zeigt einmal mehr, wie geschickt Kriminelle vertrauenswürdige Geschäftssprache imitieren, um Opfer zur Herausgabe von Geld oder sensiblen Daten zu bewegen. Wachsamkeit und die konsequente Weigerung, unaufgefordert Anhänge zu öffnen, bleiben der wirksamste Schutz. Hier die Originalmail: Good Morning, My colleague is currently on vacation. I am writing you regarding our order formally sent to you. We enclosed attached PO and specifications and drawings, please issue us Proforma Invoice accordingly to arrange 30% down payment and 70% balance will be remitted after receiving scan copy of shipping documents. Please advise us on your best delivery time. Once we receive Proforma Invoice, we will arrange payment. We need Order urgently. Awaiting for your urgent response. Thanks & regards, David Purchase Manager

Themenverwandte Artikel

Bub, was hast Du gekauft?- Whatsapp-Betrug-eine alte, neue Masche

the kasaan times

Massive Heiratsanzeigen in den sozialen Netzwerken

the kasaan times

Ein schlimmes Früchtchen-Melissa Lonjawon Sereno

the kasaan times

Geldkisten aus New York

the kasaan times

Pinball -Jackpot für Scammer

the kasaan times

Übler Trick – Recovery Scam

the kasaan times

Melissa Lonjawon Sereno-die Scammer Jagd geht weiter

the kasaan times

Die Folgen der Schande Afrikas -die Folgen (1)

the kasaan times

Wann unternimmt die EU etwas gegen Meta?

the kasaan times

Scammer verkaufen erbeutete Daten

the kasaan times

Der Kosmos des Barrister Jerry Lawrence

the kasaan times

Völlig wirre Sextortion – Scammer von den Philippinen

the kasaan times

Hinterlasse einen Kommentar

*