Scammer Alarm

Achtung, Ghost Pairing auf WhatsApp

Titelbid: KI generiert, 2026
Achtung, derzeit kursiert eine äußerst gefährliche neue Betrugswelle über WhatsApp, die deutlich raffinierter ist als der bekannte Enkeltrick und selbst technisch erfahrene Nutzerinnen und Nutzer täuschen kann. Die Masche wird unter dem Namen Ghost Pairing geführt und wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu Beginn des Jahres offiziell bestätigt. Dabei missbrauchen die Täter eine vollkommen legitime Funktion von WhatsApp, nämlich die Verknüpfung weiterer Geräte, die eigentlich dafür vorgesehen ist, den eigenen Account auch auf dem Laptop oder Tablet nutzen zu können.

Der Angriff beginnt in den meisten Fällen mit einer Nachricht, die scheinbar aus Ihrem persönlichen Umfeld stammt. Häufig wurde bereits der Account eines Bekannten gehackt und schreibt Ihnen in dessen Namen, oder Sie erhalten eine sehr emotionale Bitte, beispielsweise für ein Mädchen namens Klara bei einem Fotowettbewerb abzustimmen, damit sie ein wichtiges Stipendium für ihre Ausbildung erhält. Die Nachricht wirkt sehr persönlich, oft ist sie mit einem Foto und einem Link zu einer Abstimmungsseite versehen. Andere Varianten locken mit angeblichen Nebenjob-Gruppen, Krypto-Gewinnen oder mit einer Warnung, angeblich von Facebook, dass Ihr Konto gesperrt werde. Alle diese Links führen jedoch auf täuschend echt gefälschte Internetseiten, die unter anderem Domains wie z.B. http://litellstars.top oder http://starsvote.top nutzen und einen echten Wettbewerb mit Kandidatinnen, Stimmenzahlen und Abstimmungsbuttons nachahmen. Dort werden Sie aufgefordert, Ihre Telefonnummer einzugeben, um Ihre Stimme abzugeben oder Ihre Identität zu bestätigen.

Was im Hintergrund geschieht, ist der eigentliche Betrug. Sobald Sie Ihre Rufnummer auf dieser gefälschten Seite eingetragen haben, geben die Täter diese Nummer bei WhatsApp ein und starten dort den offiziellen Prozess zur Geräteverknüpfung über die Telefonnummer. WhatsApp erzeugt daraufhin einen achtstelligen Kopplungscode und zeigt Ihnen in Ihrer eigenen App eine Anfrage an, ob Sie dieses neue Gerät verknüpfen möchten. Auf der betrügerischen Seite werden Sie gleichzeitig aufgefordert, genau diesen Code einzugeben, angeblich um die Abstimmung zu bestätigen oder Ihre Identität zu verifizieren. Wenn Sie das tun, haben Sie in Wahrheit Ihr eigenes Konto für die Kriminellen freigegeben. Sie können ab diesem Moment alle Ihre Chats mitlesen, Ihre Bilder, Videos und Sprachnachrichten herunterladen, Ihre gesamten Kontakte abgreifen und in Ihrem Namen Nachrichten versenden.

Das Tückische daran ist, dass Sie selbst danach zunächst kaum etwas bemerken, da WhatsApp auf Ihrem Handy ganz normal weiterläuft. Oft bemerken Sie den Diebstahl erst, wenn sich Freunde oder Familienmitglieder bei Ihnen melden und berichten, dass Sie sie plötzlich um Geld gebeten hätten. Genau das ist der zweite Schritt des Betrugs. Vom gekaperten Konto aus schreiben die Täter an Ihre gesamte Kontaktliste und schildern eine dringende Notlage, weil angeblich das Handy defekt sei, ein Unfall passiert sei oder eine Rechnung sofort bezahlt werden müsse. Da es sich um einen bekannten Kontakt handelt, überweisen viele Menschen in gutem Glauben Geld. Die Polizei berichtet, dass inzwischen nicht nur Seniorinnen und Senioren, sondern gerade auch jüngere Menschen Opfer dieser Masche werden, weil die gefälschten Seiten so professionell gestaltet sind.

Deshalb ist es so wichtig, wie Sie sich schützen. Geben Sie niemals einen achtstelligen Code oder einen QR-Code, der in Ihrer WhatsApp-App erscheint, auf einer externen Internetseite ein und teilen Sie niemals einen Registrierungscode, den Sie per SMS erhalten. WhatsApp wird Sie niemals per Chat-Nachricht nach einem solchen Code fragen. Klicken Sie grundsätzlich auf keinen Link in einer Nachricht, in der Sie um eine Abstimmung, einen Gewinn oder eine Bestätigung Ihrer Daten gebeten werden, auch wenn die Nachricht scheinbar von einer vertrauten Person kommt. Rufen Sie im Zweifel immer die alt gespeicherte Rufnummer dieser Person an und klären Sie den Sachverhalt per direktem Gespräch. Schauen Sie regelmäßig in WhatsApp unter Einstellungen und dort unter Verknüpfte Geräte nach, ob dort ein fremdes Gerät oder ein Ihnen unbekannter Browser eingetragen ist, und entfernen Sie sofort alles, was Sie nicht selbst hinzugefügt haben. Aktivieren Sie unbedingt die zweistufige Verifizierung in den WhatsApp-Einstellungen und vergeben Sie dort eine selbst gewählte sechsstellige PIN. Das ist derzeit der wirksamste Schutz, denn selbst wenn es den Tätern gelingt, einen Kopplungscode abzufangen, kommen sie ohne diese zusätzliche PIN nicht in Ihr Konto. Sollten Sie bereits auf einen solchen Link geklickt oder einen Code eingegeben haben, melden Sie umgehend alle verknüpften Geräte in den Einstellungen ab, informieren Sie sofort Ihre Kontakte darüber, dass Ihr Konto kompromittiert wurde, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei sowie eine Meldung bei Ihrer Bank, falls Sie bereits Geld überwiesen haben.

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