Was SETI finden könnte: Der lebende Berg
Frankfurt – (ode)
Seit Jahrzehnten sucht SETI nach einem Signal. Nach einem Pieps im Radio. Doch was, wenn das Signal kein Ton ist, sondern ein Gebäude?
Ein Leser unserer Zeitung vermaß vor Jahren auf NASA-Aufnahmen eine Struktur von etwa 200 Metern Länge, eingebettet in ein Tal mit kanalartigen Rinnen. Von einem Berg herab führten Röhren, darüber Ventilationsschächte, eine Fensterreihe und eine Art Generator. Verlassen sah es aus. Tot.
Neue Überlegungen zeigen: Was, wenn es nie verlassen war?
Stellen Sie sich einen Organismus vor, groß wie ein Gebäudekomplex, der den Berg als Energiequelle nutzt. Die Röhren sind Wurzeln, die nach Wasser suchen. Die Schächte sind Lungen, die Staub ausatmen. Die Fensterreihe sind Lichtorgane, die Sonnenlicht sammeln. Der Generator ist ein Herz.
So etwas würde SETI niemals im Radio hören. Man müsste es sehen. Im Infrarot, als Wärmequelle im Tal. Als Struktur, die zu regelmäßig ist für Gestein und zu unregelmäßig für Menschenhand.
Spezies 8704, wie wir sie hier in Anlehnung an Voyager nennen, wäre kein Besucher, sondern ein Bewohner. Kein Schiff, sondern Teil des Planeten selbst.
Sollte sich jemals bestätigen, dass auf dem Mars solche Bio-Strukturen existieren, wäre die Lehre daraus: Leben muss nicht wie wir aussehen, um zu bauen. Und es wäre der Beweis, dass wir in der Unendlichkeit nicht allein sind.
Bis dahin bleibt es eine Idee, geboren aus einem NASA-Bild, einer Messung und unserer Fantasie. Und genau so fängt Entdeckung oft an.
