Titelbid: KI generierter Bon
Der 14-Mark-Einkauf: Was ein Schlecker-Bon von 1993 über die Preise von heute verrät
Wir haben den alten Von im Internet gefunden und recherchiert, was der Einkauf heute kosten würde und haben uns einen Pseudo-Bon erstellt.
Es ist nur ein Stück vergilbtes Thermopapier, oben leicht eingerissen, mit blauer Tinte bedruckt. Datum: 12.03.1993, 10:14 Uhr, Kasse 03, Bon-Nr. 0287. Schlecker-Markt. Darunter 14 Zeilen Alltag. Und ganz unten: ZU ZAHLEN 14,35 DM.
Der Bon, der uns vorliegt, ist ein Zeitfenster.
Für 14,35 D-Mark, umgerechnet 7,34 Euro, hat ein Kunde damals seinen kompletten Drogerie-Einkauf erledigt. Blend-a-med Zahncreme für 89 Pfennig, Nivea Creme 50 Milliliter für 79 Pfennig, Fa Duschbad für 99 Pfennig, Tempo Taschentücher für 49 Pfennig, Haribo Goldbären 200 Gramm für 69 Pfennig. Wer heute bei dm oder Rossmann vor dem Regal steht, kann darüber nur noch lachen.
Denn dieser selbe Einkauf würde heute zwischen 37 und 42 Euro kosten. Das ist mehr als das Vierfache. Aus 7,34 Euro wurden über 40 Euro. Eine Teuerung von über 430 Prozent in 33 Jahren.
Schaut man genau hin, erzählt jeder Artikel seine eigene Inflationsgeschichte. Die Nivea-Dose, 1993 noch für umgerechnet 40 Cent zu haben, kostet heute 2,15 Euro – ein Plus von über 430 Prozent. Das Schauma Shampoo für umgerechnet 61 Cent liegt heute bei 1,79 Euro. Pril Spülmittel hat sich von 45 Cent auf 1,99 Euro mehr als vervierfacht.
Am stärksten trifft es die vermeintlichen Kleinigkeiten. Die Jeden-Tag-Küchenrollen 1993 für 40 Cent, heute für 2,99 Euro. Das sind 647 Prozent mehr. Bic-Feuerzeuge, die damals 25 Cent pro Stück kosteten, liegen heute bei 1,79 Euro. Tempo-Taschentücher sind von 25 Cent auf 1,49 Euro geklettert, ein Anstieg von fast 500 Prozent.
Zwei Produkte auf dem Bon zeigen einen noch größeren Wandel.
Das Sunil Vollwaschmittel 600 Gramm für 1,79 Mark gibt es so gar nicht mehr. Waschmittel wird heute nur noch in großen Trägern für 19 oder 20 Wäschen verkauft, unter sechs Euro geht kaum noch etwas. Und der Agfa-Fotofilm mit 24 Aufnahmen für 2,99 Mark ist heute ein Luxusgut für Liebhaber. Eine Rolle Analogfilm kostet 2026 zwischen 11 und 13 Euro, wenn man sie überhaupt noch findet. 1993 zahlte man für 24 Erinnerungen, heute macht das Handy 24 Bilder pro Sekunde – kostenlos.
Dazu kommt ein Effekt, den die Industrie Shrinkflation nennt. Die Packungen schrumpfen, der Preis bleibt. Aus den 200 Gramm Haribo Goldbären auf dem Bon wurden 175 Gramm, der Preis stieg trotzdem von umgerechnet 35 Cent auf 1,29 Euro. Aus 200 Gramm Storck nimm2 wurde ebenfalls weniger Inhalt zum dreifachen Preis.
Der Bon endet mit einem Satz, der selbst Geschichte ist: „Auf Wiedersehen in Ihrem Schlecker-Markt!“ Die Kette mit dem Slogan „Für alle … für weniger Geld“ ging 2012 pleite. Was geblieben ist, ist die Erkenntnis auf diesem kleinen Zettel: 1993 war ein Drogerie-Einkauf noch ein spontaner Griff ins Regal. Heute ist er eine kleine Haushaltsrechnung.
