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Dubiose Hundeadoptionen – Aufpassen

Titelbild:Beispielbild Pixabay 

Die sogenannten „Auslandshunde-Adoptionen“ über Facebook, Instagram oder Telegram-Gruppen boomen seit Jahren, und leider ist ein großer Teil davon hochproblematisch bis eindeutig kriminell.

Was oft als rührende Rettungsgeschichte beginnt, entpuppt sich für viele gutgläubige Menschen als teurer Albtraum und für die Tiere als Leidensweg.
Privatpersonen oder selbsternannte „Tierschützer“ posten niedliche Welpenfotos aus Rumänien, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Ungarn oder sogar aus der Ukraine und versprechen, dass der Hund „gerettet“ wurde und nur noch ein Zuhause sucht.


Die Bedingung, eine Schutzgebühr von meist 350 bis 650 Euro plus separate „Flugkosten“ oder „Transportgebühr“, die oft nochmal 150–300 Euro betragen und angeblich direkt an den Flughafenkoordinator oder die Flugpaten gehen sollen. In Wahrheit landen diese Beträge fast immer auf privaten Konten der vermeintlichen Vermittler, und die Geschichte beginnt zu bröckeln.

Viele dieser Hunde existieren gar nicht so, wie sie beschrieben werden. Statt eines acht Monate alten, gesunden Familienhundes kommt häufig ein stark verängstigtes, unverträglichkeitsgeprüftes Tier mit massiven Verhaltensproblemen, schwerer Unterernährung oder ansteckenden Krankheiten wie Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Herz- und Hautwürmern oder schlimmer noch hoch ansteckender Tollwut (ja, das kommt trotz EU-Heimtierverordnung immer wieder vor, weil Papiere gefälscht werden).

Die Welpen sind oft viel jünger als angegeben, teilweise erst sechs bis acht Wochen alt, werden viel zu früh von der Mutter getrennt, unter miserablen Bedingungen in Koffern oder überfüllten Transportern quer durch Europa gekarrt und erreichen den neuen Besitzer völlig erschöpft, krank und traumatisiert.

Die viel gepriesenen „TRACES-Bescheinigungen“ und Impfpässe stammen oft aus korrupten Tierarztpraxen im Herkunftsland und sind schlicht gefälscht oder ausgestellt, ohne dass der Hund je untersucht wurde.

Das perfide Geschäftsmodell funktioniert so: In Ländern mit riesigem Streunerproblem werden Welpen systematisch von der Straße oder aus zwielichtigen Vermehrern eingesammelt, teilweise werden sogar trächtige Hündinnen extra eingefangen, damit die Welpen „gerettet“ werden können. Die Tiere werden in überbelegten privaten Pflegestellen oder regelrechten Lagern gehalten, bekommen oft nur das Nötigste an Futter und medizinischer Versorgung, damit sie gerade so transportfähig sind.
Sobald ein deutscher oder österreichischer Interessent gefunden ist, wird ein besonders süßes Foto gemacht, eine erfundene Drama-Story dazu geschrieben („wurde ausgesetzt“) und der Hund für viel Geld „reserviert“.
Die Schutzgebühr wird sofort per PayPal Friends, Western Union oder direkter Banküberweisung verlangt, angeblich damit der Platz freigehalten wird. Danach hört man wochenlang nichts mehr oder bekommt ständig neue Ausreden, warum der Transport sich verzögert, bis irgendwann ein völlig anderer Hund am Flughafen ankommt oder gar keiner.

Viele dieser Vermittler arbeiten mit immer denselben Tricks. Sie betreiben mehrere Fake-Profile, löschen kritische Kommentare unter ihren Posts sofort, sperren Nachfrager und drohen bei Rücktrittsversuchen mit Anwälten oder moralischer Erpressung („der Hund stirbt jetzt, weil du ihn nicht mehr willst“).
Seriöse Tierschutzorganisationen warnen seit Jahren vor genau diesem Modell, denn das Geld fließt nicht in den Tierschutz vor Ort, sondern direkt in die Taschen weniger skrupelloser Personen, die damit teilweise ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gleichzeitig werden die Probleme vor Ort (unkontrollierte Vermehrung, fehlende Kastrationsprogramme) dadurch noch verschärft, weil der illegale Export lukrativ bleibt.

Wer trotzdem einen Hund aus dem Ausland adoptieren möchte, sollte ausschließlich mit eingetragenen Vereinen arbeiten, die transparent ihre Arbeit dokumentieren, vor Ort kastrieren, impfen und nur erwachsene, getestete und verhaltensgeprüfte Tiere vermitteln, und das ohne separate „Flugpaten-Gebühren“ auf private Konten.
Die Schutzgebühr darf dabei nur die tatsächlich entstandenen Kosten (Impfungen, Chip, Pass, Tests, Transport) decken und sollte erst bei Übergabe oder gegen Quittung fällig werden.

Alles andere ist mit höchster Wahrscheinlichkeit Betrug, der nicht nur den Adoptanten finanziell und emotional schadet, sondern vor allem den Tieren unsagbares Leid zufügt. Leider fallen jedes Jahr Tausende Menschen auf diese Masche herein, weil der Wunsch zu helfen und das süße Welpenfoto jede Warnung überstimmen.

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