Israel plant den Einsatz von Nilkrokodilen zur Bewachung von Gefängnissen.
Die israelische Regierung hat kürzlich einen kontroversen Schritt unternommen, der international für Aufsehen sorgt: Sie hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert, um einen Vorschlag des rechtsgerichteten National-Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir voranzutreiben. Demnach sollen die gefährlichen Reptilien künftig in Wassergräben oder ähnlichen Barrieren rund um Hochsicherheitsgefängnisse eingesetzt werden, insbesondere dort, wo palästinensische Sicherheitsgefangene untergebracht sind.
Das Ziel ist es, Ausbruchsversuche wirksam zu verhindern, Personalkosten zu senken und eine stark abschreckende Wirkung zu erzielen. Der Plan orientiert sich an einem US-amerikanischen Modell aus Florida, das als „Alligator Alcatraz“ bekannt geworden ist.
Konkret steht zunächst das große Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste im Fokus, in dem zahlreiche palästinensische Häftlinge, darunter auch während des Gaza-Kriegs Festgenommene, untergebracht sind. Es gibt zudem Überlegungen, ein neues Gefängnis in der Nähe der Krokodilfarm Hamat Gader in den besetzten Golan-Höhen zu errichten. Um den Einsatz der Tiere überhaupt zu ermöglichen, hat Umweltministerin Idit Silman die Nilkrokodile per Erlass als „gezüchtete“ oder „besonders betreute Wildtiere“ umklassifiziert. Bisher galten sie seit 2013 als streng geschützte Art und durften nur zu Bildungs- oder Forschungszwecken gehalten werden. Durch diese Änderung können staatliche Stellen wie der Israel Prison Service nun grundsätzlich eine Genehmigung für die Haltung der Krokodile auf Gefängnisgelände erhalten – unter Einhaltung von Tierschutzauflagen.
Bereits im Vorfeld haben hochrangige Beamte des Gefängnisdienstes die Krokodilfarm in Hamat Gader besucht, um praktische Fragen zur Haltung, Fütterung und Logistik zu klären. Dennoch befindet sich das Vorhaben noch im Planungs- und Pilotstadium. Es wurden bislang keine Krokodile in Gefängnisse verlegt, und es gibt deutlichen Widerstand von Seiten der Israel Nature and Parks Authority, die auf die Risiken für Mensch und Umwelt hinweist. Kritiker sehen in dem Projekt nicht nur ein tierschutzrechtliches, sondern auch ein humanitäres und politisches Problem, da es gezielt gegen palästinensische Gefangene gerichtet scheint.
Der Vorschlag von Ben-Gvir, der bereits im Dezember 2025 erstmals diskutiert wurde, passt in seine harte Linie in der Sicherheits- und Gefängnispolitik und sorgt weltweit für teils empörte Reaktionen. Ob und wann die Krokodile tatsächlich als „lebende Wächter“ zum Einsatz kommen, bleibt abzuwarten.
