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Die Erinnerung an die alten Zigarettenautomaten der späten 1970er Jahre weckt bei vielen Menschen eine tiefe, fast wehmütige Nostalgie.
Sie gehörten fest zum Straßenbild, hingen an grauen Hauswänden oder neben Kneipentüren und waren Treffpunkt und Alltagsobjekt zugleich. Damals funktionierte der Kauf noch denkbar unkompliziert, ohne jegliche digitale Barrieren oder Ausweisleser zur Altersprüfung. Man steckte einfach ein paar Münzen in den mechanischen Schlitz, hörte das charakteristische Klackern der Groschen und Markstücke und zog dann mit kräftigem Ruck an einem der metallenen Schubfächer.
Die Preiswelt von damals wirkt aus heutiger Sicht wie aus einem fernen Universum. Ende der 1970er Jahre kostete eine reguläre Schachtel Zigaretten meist glatte zwei Deutsche Mark, worauf die Automaten oft perfekt eingestellt waren. Manchmal lag das Wechselgeld, bestehend aus ein paar einzelnen Pfennigmünzen, sogar noch direkt unter der Zellophanfolie der Schachtel geschoben, weil der Mechanismus im Inneren nicht auf krumme Beträge umgerüstet werden konnte.
In diesen Schächten reihten sich Marken aneinander, die tief in der damaligen Alltagskultur verwurzelt waren und von denen viele im Laufe der Jahrzehnte still und heimlich komplett vom Markt verschwunden sind.
Wer denkt nicht wehmütig an Marken wie Reyno mit ihrem markanten Mentholgeschmack, an die filterlosen Klassiker wie Roth-Händle oder die legendäre Ernte 23, deren markantes orange-gelbes Design fast jeder sofort vor Augen hat. Auch Namen wie HB mit dem berühmten „HB-Männchen“ aus der Werbung, Peer, Lord Extra oder die einstmals so populäre Kim im schlanken Format prägten das Angebot. Einige dieser Marken wurden im Zuge von Konzernübernahmen eingestellt, andere verloren schlicht ihre Zielgruppe oder wurden aufgrund strengerer Werbeverbote für Tabakwaren für die jüngere Generation unsichtbar und starben schließlich aus.
Der Kontrast zur heutigen Realität könnte kaum größer sein, wie auch ein Blick auf moderne Automaten zeigt. Heute sind die Geräte hochgerüstete, elektronische Stationen, die ohne Altersnachweis per EC-Karte oder Personalausweis überhaupt kein Produkt mehr freigeben. Die bunten, nostalgischen Markenlogos auf den Wahltasten sind oft verschwunden oder werden von drastischen, gesetzlich vorgeschriebenen Schockbildern und unübersehbaren Warnhinweisen überlagert. Vor allem aber haben sich die Preise dramatisch verändert.
Wo man Ende der 1970er Jahre mit einer einzelnen Zwei-Mark-Münze auskam, muss man heute für eine Schachtel namhafter Marken wie Marlboro, Lucky Strike oder Pall Mall tiefe Taschen haben. Die Preise bewegen sich längst im Bereich von zehn Euro und mehr für eine Packung, was umgerechnet weit über zwanzig D-Mark entsprechen würde. Aus den einstigen mechanischen Groschengräbern an der Ecke sind hochpreisige, streng regulierte Verkaufsautomaten geworden, die den unbeschwerten, wenn auch ungesunden Zeitgeist der 1970er Jahre endgültig hinter sich gelassen haben.
