Russland

Medwedews Telegram-Pöbeleien: Wenn die Sekte wieder Opfer spielt

Medwedews Telegram-Pöbeleien: Wenn die Sekte wieder Opfer spielt

Dmitri Medwedew hat wieder getrunken – oder zumindest wieder getippt. Auf Telegram, seinem Lieblings-Spielplatz zwischen Wodka und Weltuntergang.


Diesmal: Deutschland „verdient einen direkten Schlag gegen alle Produktionsstätten für Militärtechnik“ und „durchaus auch einige andere Orte in Berlin“. Grund: Eine Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle, die nicht explodiert ist. Berlin macht Moskau verantwortlich, kündigt die Schließung des russischen Konsulats in Bonn an.

Medwedews Antwort ist das übliche Drehbuch. Erstens: Alles erfunden. Zweitens: Deutschland ist neonazistisch. Drittens: Wir sollten euch eigentlich bombardieren. Man kennt es.

Ein kurzer Geschichtsunterricht, den Medwedew nicht haben will

Die Sowjetunion hat Sabotage erfunden wie andere Länder die Glühbirne. Unter Stalin hieß das „aktive Maßnahmen“. Sprengstoff in Koffern, Brände in Lagern, Agenten die im Ausland „Unfälle“ bauten. Die Tscheka, NKWD, KGB – das war nie ein Geheimdienst, das war ein Werkzeugkasten für den Krieg im Frieden.


Genau das sehen wir heute wieder. Eine Drohne mit Sprengstoff neben einem ukrainischen Frachtflugzeug in Leipzig. Ein Paket, das in der Luft explodieren sollte, in einem DHL-Flieger. Brände bei Diehl in Berlin, Kabel durchtrennt in der Ostsee.

Und wenn man erwischt wird? Dann ist es eine „Provokation“, erfunden vom Westen. Das ist nicht mehr Regierung, das ist Sektenlogik.

Ein Guru in Moskau – Putin – und seine Jünger. Medwedew der Hohepriester der Drohungen, Lawrow der Chef-Apologet, Solowjow der Schreihals im Tempel-TV. Fakten sind Ketzerei. Wer widerspricht, ist Nazi. Wer Beweise fordert, ist russophob. Und jeder Rückschlag ist ein Beweis, dass die Welt gegen sie ist.

Eine Sekte erkennt man daran: Sie spielt immer das Opfer, während sie selbst das Messer hält.

Und das Wichtigste, was diese Sekte vergisst: Sabotage IST ein kriegerischer Akt. Eine Sprengstoff-Drohne auf einem deutschen Flughafen ist kein „Vorfall“, wie Dobrindt und Wadephul so bürokratisch sagen. Es ist ein Angriff auf deutsche Souveränität. Wer ein Flugzeug mit einer Bombe in die Luft jagen will, führt Krieg. Punkt.

Deutschland diskutiert über die Schließung eines Konsulats und eines Kulturhauses. Medwedew diskutiert über den Beschuss von Fabriken in Augsburg und Berlin. Wer hier noch von Verhältnismäßigkeit redet, hat das Drehbuch nicht verstanden.


Stalin ließ auch erst Konsulate schließen, bevor er Panzer schickte. Seine Erben in Kapuzenpullis tippen heute schneller.

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