Titelbild: KI,2026
Sabotage im Stundentakt
Während Augsburg am Morgen wegen einer Explosion den Hauptbahnhof sperren musste, meldet das Rheinland den nächsten Anschlag auf kritische Infrastruktur.
Bergheim, Rhein-Erft-Kreis. Dienstagabend gegen 20 Uhr. Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen in Bergheim-Rheidt kommt es zu einem Kurzschluss. Polizei Essen wird gerufen. Schnell ist klar: kein technischer Defekt. Jemand hat Kabel über die Oberleitung gebracht und gezielt einen Kurzschluss herbeigeführt.
Die Folgen sind massiv. Fünf Braunkohle-Blöcke von RWE mit einer Grundkapazität von 4.200 Megawatt gehen vom Netz. Betroffen sind am Standort Niederaußem die Blöcke H, G und K sowie am Standort Neurath bei Grevenbroich die Blöcke G und F. Zum Zeitpunkt des Vorfalls speisten sie rund 3.000 Megawatt ins Netz ein. RWE Power bestätigt, dass Niederaußem H am Morgen bereits wieder am Netz war, zwei weitere Blöcke sollen im Laufe des Tages folgen, die letzten beiden bis zum Wochenende.
Amprion betont, die allgemeine Stromversorgung sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, die Systemstabilität immer gewährleistet. Der Übertragungsnetzbetreiber und RWE stehen im Austausch mit den Sicherheitsbehörden, der Ort ist weiträumig abgesperrt.
NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einem Angriff auf das Land: „Wer da ran geht, greift unser Land an.“ Ermittelt wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie, die nur Stunden auseinander liegt. In der Nacht zuvor mutmaßlicher Anschlag auf eine Hochspannungsleitung bei Turnow-Preilack in Brandenburg, dort findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen. Am Morgen Explosion in Augsburg mit Vollsperrung des Hauptbahnhofs. Davor die Sprengstoff-Drohne in Leipzig/Halle, die zur Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn geführt hat.
Ob Einzeltäter, Trittbrettfahrer oder koordinierte Kampagne – die Taktung ist neu. Nicht mehr alle paar Monate, sondern im Stundentakt.
