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Sachsen-Anhalt vor der Wende? Was eine AfD-Regierung wirklich bedeuten würde
Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommt, geht es nicht nur um einen Regierungswechsel. Es geht um einen politischen Dammbruch mit Ansage.
Der Landesverband der AfD Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Und das nicht ohne Grund. Seit Jahren fällt dieser Verband durch eine systematische Verharmlosung des Nationalsozialismus und der Verbrechen Hitlers auf. Wer vom „Denkmal der Schande“ spricht, wer eine 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur fordert, wer die Wehrmacht verklärt und die Opfer des Holocaust relativiert, der zieht bewusst einen Schlussstrich unter die deutsche Schuld. Das ist keine Provokation. Das ist Geschichtsrevisionismus.
Wer so über die Vergangenheit spricht, will die Zukunft anders gestalten. Die Rede von Lagern für politische Gegner ist deshalb keine Hysterie, sondern die logische Konsequenz einer Ideologie, die Menschen in „wir“ und „die anderen“ einteilt. Zwar schützt das Grundgesetz heute noch jeden Bürger durch Artikel 1, Artikel 3 und Artikel 104. Aber was ist ein Grundgesetz wert, wenn diejenigen an der Macht sind, die es als „nicht für die Ewigkeit gemacht“ bezeichnen?
Eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde genau dort ansetzen, wo sie es kann: Im Innenministerium und damit bei der Polizei, im Bildungsministerium und damit in den Schulen, bei der Vergabe von Fördergeldern gegen Rechtsextremismus. Es ist ein schleichender Rückfall, kein Putsch. Erst werden unbequeme Projekte abgedreht, dann werden Lehrpläne umgeschrieben, dann wird die Polizei politisch instrumentalisiert. Die Kontrolle durch Gerichte und den Bundesrat wird als „Blockade durch Altparteien“ diffamiert.
Die AfD verspricht mehr Sicherheit und Heimat. Was sie liefert, ist die Normalisierung von völkischem Denken. Ihr Programm in Sachsen-Anhalt steht für Ausgrenzung statt Zusammenhalt, für Abschottung statt Zukunft. Wer heute noch glaubt, die Partei habe sich vom Nationalsozialismus distanziert, hat die letzten zehn Jahre verschlafen.
Sachsen-Anhalt war immer ein Bundesland der Extreme. 2026 könnte es zum Labor für das werden, was Deutschland droht, wenn die Verharmlosung des Hitler-Regimes wieder salonfähig wird. Es ist nicht nur eine Landtagswahl. Es ist eine Abstimmung darüber, ob „Nie wieder“ noch gilt.
