Titelbild: Hotel Memling,Aquarell, 2026, mh, Nachdruck untersagt
Das Hotel Memling in Kinshasa wurde ursprünglich ab 1937 von der belgischen Fluggesellschaft Sabena als Übernachtungshaus für ihre Crews und Passagiere auf der Strecke Brüssel – Léopoldville errichtet und über fast drei Jahrzehnte bis 1964 in mehreren Bauabschnitten zu seiner heutigen Form erweitert.
Es liegt zentral im heutigen Regierungsviertel Gombe an der Avenue du Tchad, zwischen dem Boulevard du 30 Juin und dem Grand Marché, unweit des Kongo-Flusses. Benannt ist es nach dem flämischen Maler Hans Memling aus dem 15. Jahrhundert, und damit nach einer Figur aus der belgischen Kulturgeschichte. Während der Authenticité-Politik unter Mobutu, als fast alle kolonialen Namen getilgt wurden, durfte das Memling seinen Namen behalten. Im Laufe seiner Geschichte wurde es mehrfach modernisiert, unter anderem 1989 durch das Büro des Architekten Henri Montois und nach den schweren Plünderungen in Kinshasa in den Jahren 1991 und 1993.
Nach dem Zusammenbruch der Sabena im Jahr 2001 stand die Zukunft des Hauses auf der Kippe und es wurde zeitweise von der Compagnie des Grands Hôtels Africains in Konkursverwaltung geführt. Heute gilt es mit seinen rund 180 Zimmern, seinen Restaurants und Konferenzsälen neben dem Grand Hôtel de Kinshasa als eines der prestigeträchtigsten Häuser der Stadt und als letztes sichtbares Erbe der alten Sabena-Hotels in Afrika.
