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Der Egoismus des Herrn Spahn ist keine Nächstenliebe-Leihmutterschaft

Titelbild: Pixabay BeispielbildLeihmutterschaft: Die brutale Ausbeutung des weiblichen Körpers und die Zerstörung menschlicher Würde

In einer Zeit, in der Fortschritt und Technologie fast alles möglich machen, hat die Leihmutterschaft – auch als „surrogacy“ verharmlost – sich zu einer der perfidesten Formen moderner Ausbeutung entwickelt. Unter dem Deckmantel des „Kinderwunsches“ und der „reproduktiven Rechte“ wird hier ein Milliardengeschäft betrieben, das Frauen zu lebenden Brutmaschinen degradiert, Kinder zu bestellbaren Produkten macht und die Grundfesten menschlicher Würde erschüttert. Wer genauer hinsieht, erkennt: Leihmutterschaft ist nicht fortschrittlich, sie ist brutal, unmenschlich und ein Rückfall in Zeiten, in denen der Mensch als Ware gehandelt wurde. Herr Spahn ist ein widerlicher Egoist. Ein Mensch, der ein neugeborenes Leben zu einer öffentlichen Handelsware degradiert. Man sollte Jens Spahn Georg wegnehmen.

Stellen Sie sich vor: Eine junge Frau aus einem armen Land, vielleicht aus Indien, Ukraine oder Mexiko, unterschreibt einen Vertrag. Ihr Körper wird für neun Monate vermietet. Hormonpräparate werden ihr gespritzt, um den Zyklus zu manipulieren, Embryonen fremder Menschen werden in ihre Gebärmutter eingepflanzt. Sie trägt das Kind aus, spürt es wachsen, erlebt die körperlichen Veränderungen – Übelkeit, Rückenschmerzen, die Dehnung der Haut, die Belastung der Organe. Dann kommt die Geburt, oft per Kaiserschnitt, um den Zeitplan der Auftraggeber nicht zu gefährden. Und danach? Das Kind wird ihr sofort entrissen. Die Milch, die ihr Körper produziert, wird unterdrückt. Die hormonelle Achterbahn endet abrupt. Psychisch bleibt eine Leere zurück, die viele Frauen nie mehr loswerden. Studien und Berichte von Betroffenen zeigen immer wieder dasselbe Bild: Trauer, Depressionen, das Gefühl, ein Teil von sich selbst verkauft zu haben.

Dies ist keine freiwillige Entscheidung unter gleichen Bedingungen. Die allermeisten Leihmütter stammen aus prekären Verhältnissen. Sie brauchen das Geld – oft Zehntausende Euro oder Dollar, die für ihre Familie ein Überleben bedeuten. Die Auftraggeber hingegen sind meist wohlhabende Paare aus dem Westen, Singles oder gleichgeschlechtliche Paare, die sich den Luxus eines maßgeschneiderten Kindes leisten können. Hier prallt Armut auf Reichtum, Verzweiflung auf Bequemlichkeit. Die Agenturen, die dieses Geschäft vermitteln, verdienen prächtig daran. Sie werben mit idyllischen Bildern glücklicher Babys und lächelnder Mütter – eine perfide Lüge. In Wahrheit handelt es sich um eine moderne Form der Leibeigenschaft: Der Körper der Frau wird für die Dauer der Schwangerschaft fremdbestimmt. Verträge schreiben vor, was sie essen darf, welche Medikamente sie nehmen muss, ob und wann sie Sport treiben darf und dass sie bei Komplikationen das Kind unter Umständen abtreiben muss, wenn die Auftraggeber es verlangen.

Die gesundheitlichen Risiken werden systematisch unterschätzt oder verschwiegen. Mehrlingsschwangerschaften sind bei künstlicher Befruchtung häufig, was das Risiko für Präeklampsie, Gestationsdiabetes, Frühgeburten und lebensbedrohliche Blutungen dramatisch erhöht. Die Leihmutter trägt diese Risiken allein – die Auftraggeber sind weit weg. Stirbt sie bei der Geburt, bleibt das Kind oft als Waise zurück oder wird zum Streitobjekt. Fälle wie der Skandal in Thailand 2014, bei dem eine Leihmutter mit einem behinderten Kind sitzen gelassen wurde, oder Berichte aus Indien, wo nach dem Verbot der kommerziellen Leihmutterschaft Tausende Frauen in einer Grauzone zurückblieben, zeigen die kalte Realität. Die Frauen sind austauschbar. Funktioniert eine Gebärmutter nicht mehr, wird die nächste angeheuert.

Noch brutaler ist die Perspektive des Kindes. Bereits im Mutterleib entsteht eine Bindung zur Frau, die es nährt, deren Herzschlag es hört, deren Stimme es kennt. Nach der Geburt wird es der genetischen oder sozialen „Mutter“ übergeben – oft ohne Übergang. Die Folgen für die kindliche Psyche sind verheerend. Bindungsforschung zeigt, dass Trennungstraumata tief sitzen. Spätere Identitätskrisen, das Gefühl, „gekauft“ worden zu sein, Fragen nach der leiblichen Mutter, die plötzlich verboten oder verdrängt wird – all das ist vorprogrammiert. Kinder aus Leihmutterschaften berichten später nicht selten von einem Gefühl der Entwurzelung. Sie sind das Produkt eines Vertrages, nicht das Ergebnis liebevoller Vereinigung. Die Idee, dass Liebe und Fürsorge alles ausgleichen können, ist eine romantische Illusion der Privilegierten, die sich die Realität des gebärenden Körpers nicht vorstellen wollen.

Leihmutterschaft verletzt zudem fundamentale Prinzipien des Menschenrechts. Die UN-Kinderrechtskonvention und viele nationale Gesetze verbieten den Handel mit Kindern. Kommerzielle Leihmutterschaft ist genau das: ein Handel. Das Kind wird bestellt, bezahlt, geliefert. Die Frau wird zur Dienstleisterin ihres eigenen Uterus. Feministinnen der ersten Stunde wie etwa die französische Philosophin Sylviane Agacinski oder deutsche Kritikerinnen haben dies früh erkannt: Hier wird der weibliche Körper erneut zum Objekt gemacht – diesmal nicht durch traditionelle Patriarchat, sondern durch einen neoliberalen Markt, der alles käuflich macht. Der Unterschied zur Prostitution ist fließend: Dort wird der Körper für Sex vermietet, hier für Reproduktion. Beides reduziert die Frau auf ihre biologische Funktion.

In Deutschland ist die kommerzielle Leihmutterschaft verboten, doch das hindert Paare nicht daran, ins Ausland zu gehen – nach Zypern, Georgien, Albanien oder in die USA. Dort blüht das Geschäft. Agenturen bieten „Kataloge“ mit Leihmüttern an, inklusive Fotos, Gesundheitsdaten und Preisen. Man kann sogar das Geschlecht des Kindes wählen, bestimmte genetische Merkmale bevorzugen. Eugenik 2.0, verpackt als Selbstverwirklichung. Die zurückkehrenden „Eltern“ präsentieren sich dann in den Medien als Helden des Fortschritts. Die Leihmutter bleibt unsichtbar, ihre Geschichte wird nicht erzählt.

Die psychischen Langzeitfolgen für alle Beteiligten sind katastrophal. Leihmütter berichten von anhaltender Trauer, Schuldgefühlen und dem Verlust des eigenen Körpergefühls. Manche entwickeln posttraumatische Belastungsstörungen. Die Kinder kämpfen mit der Frage „Woher komme ich wirklich?“. Und die Auftraggeber? Manche verdrängen die Herkunft ihres Kindes erfolgreich, andere erleben später Konflikte, wenn die Leihmutter Kontakt sucht oder das Kind nach ihr fragt. Das ganze Konstrukt basiert auf der Verleugnung biologischer und emotionaler Realitäten.

Kritiker werden oft als rückständig, religiös oder frauenfeindlich diffamiert. Doch es geht nicht um Moralpredigten, sondern um den Schutz der Schwächsten. Eine Gesellschaft, die den Körper der Frau zur Ware erklärt und das Kind zum Produkt, hat ihre Menschlichkeit verloren. Statt immer neue Techniken zu erfinden, um unfruchtbare oder gleichgeschlechtliche Paare mit Babys zu versorgen, sollte sie die Ursachen von Unfruchtbarkeit bekämpfen, Adoption erleichtern und echte Solidarität leben – ohne dass eine Frau dafür ihre Gesundheit, ihre Würde und ihr Kind opfern muss.

Leihmutterschaft ist kein Akt der Nächstenliebe. Sie ist ein brutales Geschäft auf Kosten der Ärmsten und Verletzlichsten. Sie ist unmenschlich, weil sie die Einheit von Körper, Seele und Beziehung zerreißt, die eine natürliche Schwangerschaft ausmacht. Wer sie verteidigt, sollte einmal einer Leihmutter in die Augen sehen, die nach der Übergabe des Kindes zusammenbricht. Dann wird klar: Hier wird nicht geholfen. Hier wird zerstört.

Es ist höchste Zeit, dass Politik und Gesellschaft dieser Praxis weltweit einen Riegel vorschieben – nicht nur mit Verboten, sondern mit einer klaren Haltung: Der menschliche Körper und das Kind sind keine Handelsware. Niemals.

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