Titelbild: Bohrerloch, Polizei Gelsenkirchen, 2026
Der spektakuläre Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer hat Ende Dezember 2025 für großes Aufsehen gesorgt und beschäftigt die Ermittler bis heute intensiv. Unbekannte Täter verschafften sich in der Nacht zum 29. Dezember 2025 über ein Bohrloch in der Wand des angrenzenden Archivraums Zugang zum Tresorraum der Bank.
Tresorraum, Polizei Gelsenkirchen, 2026
Dort knackten sie offenbar systematisch rund 3100 Schließfächer auf und entwendeten den Inhalt, der neben Bargeld auch Schmuck, Gold, Wertpapiere und andere Wertgegenstände umfasste. Der Gesamtwert der Beute wird in Medienberichten auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag bis hin zu Schätzungen von bis zu einer halben Milliarde Euro taxiert, wobei genaue Zahlen weiterhin Gegenstand der Untersuchungen sind.
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Die Polizei Gelsenkirchen richtete umgehend eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Bohrer“ ein, die in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Essen arbeitet. In den vergangenen sechs Wochen sicherten die Beamten akribisch Spuren im Tresorraum, sortierten, katalogisierten und fotografierten Hunderttausende von Gegenständen – insgesamt wurden mehr als 50.000 Objekte detailliert erfasst. Alle verbliebenen Gegenstände befinden sich derzeit in sicherer polizeilicher Verwahrung, und der Tresorraum bleibt vorerst gesperrt. Die Filiale selbst hat den normalen Betrieb inzwischen wieder aufgenommen, doch der Zugang zum Tresor ist weiterhin nicht möglich.
Nun hat die Polizei neue Fotos vom Tatort veröffentlicht, die erstmals einen direkten Einblick in das Ausmaß der Verwüstung geben. Die Aufnahmen entstanden unmittelbar nach der Entdeckung des Einbruchs am 29. Dezember 2025 und zeigen den Tresorraum aus verschiedenen Perspektiven. Geöffnete Schließfächer, herausgerissene Kassetten, verstreute Unterlagen und leere Boxen bedecken den Boden, während sich teilweise ganze Stapel von Schließfach-Elementen bis unter die Decke türmen. Ein weiteres Bild dokumentiert den aktuellen Zustand nach Abschluss der Spurensicherung. Diese Bilder sollen nicht nur das Chaos verdeutlichen, sondern auch die enorme Dimension der polizeilichen Arbeit illustrieren, die mit der Sichtung unzähliger potenzieller Spuren verbunden war.
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Parallel laufen die Fahndungsmaßnahmen auf Hochtouren.
Bereits kurz nach der Tat veröffentlichte die Polizei Aufnahmen aus Überwachungskameras, die maskierte Personen mit schwarzen Sturmhauben sowie auffälligen farbigen Handschuhen (rot und grün) zeigen – zudem wurden Bilder mutmaßlicher Fluchtfahrzeuge herausgegeben. Die Ermittler gehen mehreren hundert Hinweisen nach, haben bereits über 1200 Geschädigte als Zeugen vernommen und planen weitere Termine. Für Betroffene wurde eine spezielle Hotline eingerichtet (0209 365 1661), über die sie sich melden oder Hinweise geben können. Die Polizei betont, dass alle Gegenstände erst zu einem späteren Zeitpunkt freigegeben und an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.
Der Fall gilt als einer der spektakulärsten Bankeinbrüche der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte und wirft Fragen zur Sicherheit von Schließfächern sowie zur Versicherung privater Wertgegenstände in Banken auf. Die Ermittlungen dauern an, und die Veröffentlichung der Tatortfotos soll möglicherweise weitere Zeugen mobilisieren, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben könnten.

1 Kommentar
Was es nicht alles gibt.
Sie sollten mal in ihrem Hinterhof nachschauen, Johannesburg. In Gelsenkirchen an so manchem Tresen geht das Gerücht, dass südafrikanische Bergmänner nach den Niederlanden flogen und dann die Sache mit der Sparkasse klar machten.
Die wissen noch, wie man mit einem Bohrer umgeht.
Wo wir gerade dabei sind, da war eine Hawla Bank drin. Arabischer Geldtransfer. Deshalb die Schadensumme.
Jemand aus der Szene soll den Tipp gegeben haben.