Titelbild: AfD- Chrupalla- Halank- Lizenz 4.0
In der jüngsten Ausgabe von Caren Miosga am 8. Februar 2026 trat AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla als Gast auf, um über die wirtschaftspolitischen Vorstellungen seiner Partei, die Nähe zu Donald Trump und die außenpolitische Ausrichtung der AfD zu sprechen.
Die Sendung trug den Titel „Ist Trump ein Vorbild für Deutschland, Herr Chrupalla?“ und war von Anfang an hochgradig konfrontativ angelegt, da Moderatorin Caren Miosga den AfD-Politiker gezielt und hartnäckig mit kritischen Fragen und Vorhaltungen konfrontierte.
Miosga ging sofort in die Offensive, indem sie Chrupalla mit der Nähe der AfD zu Donald Trump und der MAGA-Bewegung konfrontierte und fragte, ob Trump tatsächlich als Vorbild für Deutschland dienen könne. Chrupalla versuchte, die Position seiner Partei zu verteidigen, indem er Trumps Ansätze in Teilen positiv darstellte, etwa in Bezug auf wirtschaftliche Stärke oder Protektionismus, relativierte aber gleichzeitig, dass es keine vollständige Übernahme geben solle. Die Moderatorin ließ das nicht unwidersprochen stehen und hakte nach, warum die AfD ausgerechnet in einer Zeit, in der Trump mit aggressiver Rhetorik und harten außenpolitischen Maßnahmen auffällt, solche Parallelen ziehe.
Sie warf Chrupalla vor, dass diese Haltung die Realitäten in Deutschland ignoriere und gefährliche Relativierungen darstelle.
Ein zentraler und besonders kritischer Teil des Gesprächs drehte sich um die Haltung der AfD zu Russland und dem Krieg in der Ukraine. Miosga konfrontierte Chrupalla direkt damit, dass seine Partei immer wieder Narrative vertrete, die stark an russische Propaganda erinnerten.
Als Chrupalla die Beziehungen zu Russland verbessern und Sanktionen gegen das Land aufheben wollte, um angeblich wirtschaftliche Vorteile für Deutschland zu sichern, hielt Miosga dagegen: „Was Sie da erzählen, ist reine Kremlpropaganda.“ Sie ließ ihn nicht ausweichen und mahnte zur Faktentreue, während Chrupalla versuchte, die Vorwürfe abzuwehren oder auf andere Themen abzulenken. Die Moderatorin blieb dran und betonte, dass solche Positionen die Aggression Russlands verharmlosten und die Unterstützung der Ukraine untergruben.
Auch bei wirtschaftspolitischen Themen blieb Miosga kritisch. Chrupalla plädierte für eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts durch weniger Regulierung, Kritik an EU-Handelsabkommen wie Mercosur und eine Rückbesinnung auf bilaterale Beziehungen – insbesondere wieder zu Russland. Miosga konterte mit den realen Folgen solcher Politik, etwa höheren Energiepreisen durch Sanktionsende oder Isolation Deutschlands in der EU, und fragte pointiert nach, ob das nicht genau das Gegenteil von Stärkung bedeute. Chrupalla reagierte teils ausweichend, teils mit Gegenfragen oder dem Hinweis, man habe „Ihren Nerv getroffen“, was Miosga als Versuch wertete, vom Thema abzulenken.
Insgesamt zeigte sich Caren Miosga in diesem Interview als konzentrierte, nachsetzende und kompromisslose Moderatorin, die Chrupalla kaum Raum für ungestörte Selbstdarstellung ließ. Sie hielt ihm Geschmacklosigkeiten, Widersprüche und Nähe zu problematischen Positionen vor, ohne dass er diese Vorwürfe wirklich entkräften konnte. Medien wie der Spiegel sprachen von „Kremlpropaganda und Trump-Relativierungen“, die Miosga offen ansprach, während die Süddeutsche Zeitung die Schwierigkeiten thematisierte, AfD-Vertreter in Talkshows wirklich zu entzaubern – Chrupalla wich aus, lenkte ab und nutzte bekannte Muster, um kritische Punkte zu umschiffen.
Das Gespräch unterstrich einmal mehr die Polarisierung.
Während Kritiker der Sendung Miosgas Hartnäckigkeit lobten, sahen AfD-nahe Stimmen sie als einseitig aggressiv. Chrupalla selbst blieb bei seinen bekannten Linien und relativierte vieles, was die AfD in der öffentlichen Wahrnehmung weiter in die Defensive brachte.
