Donald Trumps Initiative zur Gründung eines sogenannten „Friedensrats“ (Board of Peace, kurz BoP), die er im Januar 2026 am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos vorstellte, hat weltweit für Aufsehen und Kontroversen gesorgt, insbesondere weil sie als Versuch wahrgenommen wird, die Vereinten Nationen (UN) zu umgehen und eine alternative Struktur für internationale Konfliktlösung zu schaffen.
Dieser Rat, der zunächst mit der Vermittlung im Nahostkonflikt, speziell im Gaza-Streifen, beauftragt wurde, soll laut Gründungsurkunde pragmatisch in globalen Krisen intervenieren und dauerhaften Frieden fördern, doch Kritiker sehen darin einen direkten Angriff auf das etablierte System des Völkerrechts und die Autorität der UN. Trump, der sich selbst zum lebenslangen Vorsitzenden ernannte, lud rund 60 Staaten ein, sich anzuschließen, wobei bislang nur eine Handvoll – darunter Israel und einige weitere – zugesagt haben, was die Legitimität des Gremiums bereits von Anfang an in Frage stellt.
Der Ursprung des Friedensrats liegt in einer Mandatierung durch den UN-Sicherheitsrat im Vorjahr, die dem Rat vorübergehend die Koordination des Wiederaufbaus in Gaza übertrug, doch Trump nutzt dies nun als Sprungbrett, um das Gremium zu einer dauerhaften Organisation auszubauen, die unabhängig von der UN operieren soll. Befürworter argumentieren, dass die UN ineffektiv sei – ein Punkt, den Trump selbst betonte, als er sagte: „Ich wünschte, die Vereinten Nationen könnten mehr tun. Ich wünschte, wir bräuchten keinen Friedensrat“ – und dass ein neues, flexibleres Forum notwendig sei, um Konflikte wie die in Grönland oder im Nahen Osten schneller zu lösen. Dennoch überwiegen die Bedenken.
Der Rat wird als „Milliarden-Club“ kritisiert, da eine Mitgliedschaft mit hohen Beiträgen verbunden ist, und Trump behält sich das Recht vor, Mitglieder selbst auszuwählen, was die Neutralität und Inklusivität untergräbt.
Experten wie die Präsidentin der UN-Vollversammlung Annalena Baerbock weisen darauf hin, dass der Friedensrat jenseits des Gaza-Mandats kein internationales Recht durchsetzen kann und somit das Völkerrecht gefährdet. In der Stiftung Wissenschaft und Politik wird das Gremium als „hochproblematisch“ eingestuft, da es den UN-Sicherheitsrat umgehen und eine parallele Struktur schaffen soll, die letztlich den Interessen der USA und Trumps Agenda dient, anstatt globaler Kooperation.
Der Spiegel und andere Medien spekulieren, ob Trump damit die UN ablösen wolle, was nicht nur diplomatische Spannungen schürt, sondern auch die multilaterale Ordnung schwächt, die seit dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde. In sozialen Medien wie Instagram wird der Rat gar als „offener Angriff auf die Vereinten Nationen, das Völkerrecht und die Menschenrechte“ bezeichnet, da er potenziell autoritäre Regime bevorzugen könnte, die Trumps Auswahlkriterien entsprechen. Im Kontext der Grönland-Krise, wo Trump den Rat als Vermittler positioniert, entsteht die Sorge, dass Entscheidungen „an der UN vorbei“ getroffen werden, was zu einer Fragmentierung der internationalen Gemeinschaft führen könnte. Während Trump den Rat als „internationale Organisation für Stabilität“ darstellt, bleibt unklar, ob er mehr als eine „Luftnummer“ ist oder tatsächlich eine Alternative zur UN werden könnte, doch die aktuelle Debatte unterstreicht, wie solche Initiativen die globale Diplomatie polarisieren und bestehende Institutionen herausfordern. Letztlich hängt der Erfolg des Friedensrats von der Akzeptanz durch die internationale Gemeinschaft ab, die derzeit skeptisch bleibt und betont, dass wahrer Frieden nur durch inklusive, regelbasierte Foren wie die UN erreicht werden kann.
