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Sabotage an deutschen Schiffen

Titelbild:Beispielbild Pixabay 

 Im Februar 2026 erschütterte ein schwerwiegender Vorfall die deutsche Marine und die Sicherheitsbehörden: Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg ließ zwei Männer festnehmen, weil sie im vergangenen Jahr – also 2025 – versuchte Sabotageakte an mehreren Kriegsschiffen der Bundesmarine im Hamburger Hafen begangen haben sollen. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 37-jährigen rumänischen und einen 54-jährigen griechischen Staatsangehörigen, die beide als Arbeiter auf dem Werftgelände tätig waren, wo die betroffenen Schiffe lagen.



Die Sabotagehandlungen richteten sich gezielt gegen mehrere Korvetten der Klasse 130 (K130), die auf der traditionsreichen Werft Blohm+Voss – heute Teil der Naval Vessels Lürssen-Gruppe – für die Deutsche Marine fertiggestellt oder gewartet wurden. Besonders im Fokus stand unter anderem die Korvette „Emden“, die bereits in früheren Berichten als Ziel von Beschädigungsversuchen genannt worden war. Die Täter nutzten offenbar ihre Position und den Zugang zu den Schiffen aus, um während ihrer regulären Tätigkeit systematisch Schäden anzurichten, die erst deutlich später bemerkt wurden.

Konkret füllten die Beschuldigten nach Erkenntnissen der Ermittler mehr als 20 Kilogramm Strahlkies – also abrasiven Sand beziehungsweise Strahlsand – direkt in den Motorblock eines der Schiffe. Solches Material wirkt wie Schmirgelpapier auf beweglichen Teilen: Bei Inbetriebnahme des Antriebs hätte es in kürzester Zeit Lager, Kolben, Zylinder und Getriebe irreparabel zerstört und das Schiff faktisch bewegungsunfähig gemacht. Zusätzlich zerstachen sie Frischwasserzuleitungen, wodurch das Trink- und Kühlwassersystem ausgefallen wäre. Sie entfernten Tankdeckel von Treibstofftanks, was zu Verunreinigungen oder sogar Leckagen hätte führen können, und deaktivierten gezielt Sicherungsschalter der Bordelektronik, um kritische Systeme wie Navigation, Kommunikation oder Waffensteuerung lahmzulegen.



Wären diese Manipulationen unentdeckt geblieben und die Schiffe wie geplant in Dienst gestellt worden, hätten sie nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft massive Folgeschäden erlitten – mit hohen Reparaturkosten in Millionenhöhe und monatelangen Ausfallzeiten. Die „Schlagkraft“ der Marine wäre spürbar geschwächt worden, gerade in einer Zeit, in der die Bundeswehr ihre Einsatzbereitschaft im Kontext geopolitischer Spannungen dringend steigern muss. Die Ermittler sprechen deshalb von versuchter Sabotage an Verteidigungsmitteln – ein Straftatbestand, der die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland direkt betrifft.

Die Festnahmen erfolgten koordiniert: Einer der Männer wurde in Hamburg selbst aufgegriffen, der andere in einem Dorf in Griechenland. Parallel dazu durchsuchten Behörden Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland. Eurojust in Den Haag koordinierte die internationale Zusammenarbeit mit griechischen und rumänischen Strafverfolgungsbehörden sowie dem Landeskriminalamt Hamburg. Ob die Täter allein handelten oder im Auftrag einer ausländischen Macht standen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen – offiziell wurde bislang kein ausländischer Drahtzieher benannt, doch der Kontext früherer Sabotageverdachtsfälle an deutschen Kriegsschiffen lässt Spekulationen in Richtung hybrider Kriegsführung aufkommen.

Bereits 2025 hatte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, öffentlich von mehreren gezielten Beschädigungen an Einheiten der Marine gesprochen und betont, dass die Truppe getestet werde. Nach Bekanntwerden des Hamburger Falls wurden die Sicherheitsvorkehrungen in den Werften weiter verschärft, um vergleichbare Vorfälle künftig zu verhindern. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie verwundbar sensible militärische Infrastruktur auch im Inland bleibt – selbst in einem der bestüberwachten Häfen Europas.

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