Flora und Fauna

Die brutale Wahrheit über Affen als Haustiere: Was die „Monkey Mommy“-Influencerinnen vor ihren Followern verbergen

 


In den sozialen Medien inszenieren sogenannte „Monkey Mommies“ ihre Makaken als glückliche, fast menschliche Babys. Die Tiere werden in niedliche Kleidchen gesteckt, gekuschelt und wie Kleinkinder präsentiert. Besonders auffällig ist, wie sie – ähnlich wie beim Affen Kaka und anderen – als niedliche hybride Wesen zwischen Mensch und Tier dargestellt werden. Tiere wie Lilly werden als „gelehrige Tochter“ gefeiert, die sich angeblich hervorragend an das Leben als Mensch angepasst habe.

In den Videos fahren sie kleine Kinderautos, werden zur „Schule“ geschickt oder müssen bei Erntearbeiten mithelfen. Diese Darstellungen dienen einzig der Unterhaltung und dem Clickbait – auf Kosten der natürlichen Bedürfnisse der Tiere.

Diese Präsentation geht oft so weit, dass die Makaken durch die erzwungene Vermenschlichung an Dummheit kaum zu überbieten sind. Sie werden gezielt zur „Niedlichkeit“ und Abhängigkeit erzogen, was ihre natürliche Intelligenz unterdrückt und sie in unnatürliche, infantile Verhaltensmuster zwingt. Viele Affen werden regelmäßig geschoren, die Haare gefärbt und das Fell großflächig abrasiert. Sie erhalten Ohrringe oder Piercings, werden geschminkt und müssen in extra aufgebauten Puppenstuben sitzen. Später werden sie wie Kinder am Esstisch platziert. Angeblich bekommen sie zudem eine „entspannende“ Massage mit Blättern und Kräutern von den sogenannten Eltern. Für jedes Vergehen – so klein es auch sein mag – wird den Tieren an den Ohren gezogen.

Die Wirklichkeit hinter den gefilterten Videos ist jedoch von massivem Stress, Angst, unnatürlichen Zwängen und teilweise offener Gewalt geprägt. Makaken sind keine anpassungsfähigen Überflieger. Tiere wie Lilly, die in manchen Kanälen als Stars gefeiert werden, zeigen oft ein ganz anderes Bild. Viele sind verschüchtert, traumatisiert und teilweise auch geschlagen. Statt eines liebevollen Zuhauses erleben sie ein Leben voller Einschränkungen und Leid.

Die hygienischen Notwendigkeiten der Haltung machen die extreme Intimität und Würdeverletzung besonders deutlich. Die Tiere können ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren. Den Makaken wird beim Urinieren und Koten ständig zugesehen und dieses intime Geschehen häufig sogar gefilmt. Darüber hinaus werden den Tieren regelmäßig die Genitalien fotografiert und gefilmt – oft unter dem Vorwand der Hygiene- oder Gesundheitskontrolle. Zudem wird vielen Tieren in den Anus gefasst. Ganze Hashtags, die sich mit „monkey pipe“ und ähnlichen expliziten Inhalten beschäftigen, erreichen Millionen von Aufrufen. Unmittelbar danach werden die Tiere intensiv gewaschen und gereinigt, bevor sie wieder eine Windel angelegt bekommen. Diese permanente intime Überwachung und Behandlung wie ein dauerhaftes Kleinkind stellt eine massive psychische und physische Belastung für die sensiblen Wildtiere dar.

Das anhängliche Klammern, das in den Videos so herzig wirkt, entspringt keiner echten Zuneigung, sondern reiner Futterabhängigkeit. Mit zunehmendem Alter werden fast alle Makaken aggressiv, destruktiv und unberechenbar – ein natürliches Verhalten dieser Primaten. Die idyllischen Clips sind nach Einschätzung von Kritikern meist gestellt, stark gefiltert oder nur in kurzen, kontrollierten Momenten aufgenommen.

Es gibt keine „menschlichen Eltern“ für diese Wildtiere. Die angeblichen Eltern sind oft drittklassige Schauspieler, die sich als „Mommy“ oder „Daddy“ inszenieren und gleichzeitig oder nacheinander die „Eltern“ von vielen Makaken spielen. Die Tiere dienen ihnen lediglich als Clickbait-Maschinen. Sobald die Kamera aus ist, sitzen viele von ihnen in engen Käfigen, gehalten wie Meerschweinchen. Dort sind sie schrecklich einsam, denn in ihrer natürlichen Umgebung im Dschungel leben sie in klar definierten, komplexen sozialen Strukturen mit Artgenossen. Die erzwungene Isolation verursacht zusätzliches schweres Leid. Die angeblichen „liebenden Eltern“ entpuppen sich dabei oft als brutale Tierquäler.



Figuren wie der Vietnamese Ngoc Ka stehen beispielhaft für diese Szene. Er fördert nicht nur den Betrug um die private Affenhaltung, sondern gilt als Frontmann eines ganzen entstandenen Wirtschaftszweiges, der mit dem westafrikanischen Scam nicht existenter oder illegal gehaltener Affen zusammenhängt. Obwohl er selbst jahrelang ohne erforderliche Genehmigungen einen Makaken hielt, schmücken sich zahlreiche andere „Scammer“ mit seinem Namen, um Glaubwürdigkeit und Geld zu generieren. Nach außen wird ein harmonisches Familienleben inszeniert, während die Tiere ein Leben voller Stress, Fehlprägung, Einschränkungen und teilweise körperlicher Misshandlung führen.

Die erzwungene Vermenschlichung hat schwere gesundheitliche Folgen. Das ständige aufrechte Laufen schädigt Wirbelsäule und Hüftgelenke, während Junkfood, Süßigkeiten und endlose Milchflaschen zu krankhaftem Übergewicht, Diabetes und Organschäden führen. Chronischer Stress durch die unnatürliche Umgebung verkürzt das Leben vieler Tiere erheblich. Sobald sie die niedliche Baby-Phase hinter sich lassen, verlieren sie für die Influencerinnen ihren Nutzen. Viele enden dann in überfüllten Auffangstationen, werden weiterverkauft oder einfach ausgesetzt.

Besonders verwerflich ist die Rolle der großen Social-Media-Plattformen. TikTok, Facebook und YouTube verdienen Millionen an diesem Content, während Tiere zu Tode gefoltert und gequält werden. Gleichzeitig sperren sie oft genau die Accounts und Nutzer, die diesen Missstand öffentlich bekämpfen und aufklären wollen. Damit schützen die Plattformen nicht das Wohl der Tiere, sondern das profitable Geschäft mit tierquälerischem Content.

Tierschützer und Primatenexperten sind sich einig: Makaken gehören in den Dschungel und nicht auf das Sofa eines Influencer-Haushalts. Die Vermenschlichung dient einzig der Aufmerksamkeit, den Likes und den Werbeeinnahmen – auf Kosten des Wohlbefindens und der Würde der Tiere. Kampagnen wie #StopMonkeyPets machen zunehmend auf dieses Leid aufmerksam und fordern strengere Verbote für den privaten Handel und die Haltung von Primaten.

Wer beim nächsten süßen Makaken-Video schwärmt, sollte sich fragen, was wirklich hinter den Kulissen passiert. Viele Leser und Zuschauer, die die Beiträge anklicken, finden es weiterhin goldig, süß und lieb und loben die Tierquäler sogar ausdrücklich. Die verschüchterten Blicke von Tieren wie Lilly und die künstlich erzeugte „Dummheit“ bei Tieren wie Kaka sprechen jedoch eine deutliche Sprache: Dies ist keine Liebe, sondern systematische Ausbeutung im Namen des Contents. Die Tiere bezahlen diesen Trend mit ihrem natürlichen Verhalten, ihrer Gesundheit und einem häufig leidvollen Leben.

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