Cold Case

Wer ermordete Bernhard Benz in Lahr, 2000

Titelbild Bernhard Benz, Polizei Offenburg, 1999
Der Mord an dem Lahrer Anästhesisten Dr. Bernhard Benz gehört zu den rätselhaftesten Cold Cases der Ortenau und beschäftigt die Ermittlungsbehörden seit über zwei Jahrzehnte.



Am Abend des 21. Januars 2000 verließ der damals 46-jährige Arzt gegen 19:30 Uhr seinen Arbeitsplatz am Herzzentrum Lahr, um sich auf den gewohnten Nachhauseweg in Richtung Bahnhof zu machen. Auf diesem Weg, der ihn normalerweise durch die Römerstraße geführt hätte, wurde er Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens.
Die Polizei geht davon aus, dass Dr. Benz entweder auf dem Fußweg abgefangen wurde oder kurz nach Verlassen der Klinik in ein Fahrzeug einstieg. Zeugenangaben zufolge könnte es im Bereich des Bahnhofs gegen 20:00 Uhr zu einer lautstarken Auseinandersetzung gekommen sein, die unmittelbar mit der Tat in Verbindung stehen könnte.
Der Leichnam des Mediziners wurde später mit schwersten Verletzungen im Halsbereich aufgefunden, die auf eine massive äußere Gewalteinwirkung hindeuteten.
Trotz intensiver Spurensicherung und zahlreicher Vernehmungen im familiären und beruflichen Umfeld konnte damals kein Täter überführt werden. Besonders auffällig war das Verschwinden persönlicher Gegenstände: Neben einer markanten türkisfarbenen Jacke der Marke Schöffel fehlen bis heute seine Geldbörse, sein Schlüsselbund, Kreditkarten sowie seine Ausweispapiere, zu denen auch eine französische Aufenthaltsgenehmigung gehörte.

Das Fehlen dieser Objekte ließ die Ermittler frühzeitig auch einen Raubmord in Betracht ziehen. Über die Jahre wurde der Fall immer wieder neu aufgerollt, wobei moderne Kriminaltechnik und DNA-Analysen zum Einsatz kamen, um alte Beweismittel nach heutigem Standard zu untersuchen.



Im Mai 2026 rückte das Verbrechen durch neue Hinweise und einen erneuten öffentlichen Zeugenaufruf der Staatsanwaltschaft Offenburg und des Polizeipräsidiums Offenburg wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Ermittler der Soko „Benz“ erhoffen sich durch die Auslobung einer Belohnung von bis zu 3.000 Euro für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, sowie die gezielte Nachfrage nach Beobachtungen im Bereich der Römerstraße und des Klinikums entscheidende Details. Zeugen, die Hinweise geben können, werden dringend gebeten, sich unter der zentralen Rufnummer +49 (0) 781 21-2820 bei der Kriminalpolizei Offenburg zu melden. Für die Ausstrahlung des Falls in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wurde zudem ein spezielles Hinweistelefon unter der Nummer +49781 21-6900 eingerichtet.
Besonders Personen, die damals verdächtige Fahrzeugbewegungen oder Streitigkeiten wahrgenommen haben oder Angaben zum Verbleib der Tatbeute machen können, stehen im Zentrum der aktuellen Untersuchungen. Auch wer Beobachtungen im Bereich des Bahnhofs gemacht hat oder Dr. Benz möglicherweise in ein Fahrzeug einsteigen sah, sollte sich melden.

Für Personen, die Informationen lieber vollkommen anonym weitergeben möchten, bietet die Polizei über das offizielle Internetportal der Polizei Baden-Württemberg die Möglichkeit zur vertraulichen Kontaktaufnahme.



Der Fall Dr. Bernhard Benz bleibt somit ein aktives Verfahren, bei dem die Hoffnung auf späte Gerechtigkeit durch den Fortschritt der forensischen Methoden und das Prinzip, dass Mord nicht verjährt, genährt wird.

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