Titelbild:KI,2026
Gen Z regelt – und am Abend regeln die anderen.
Am 31. Oktober 2026 zogen Zehntausende junge Menschen in über 30 deutschen Städten unter dem Banner „Gen Z regelt“ auf die Straße. Die Forderungen klangen nach klassischem Jugendprotest-Menü: bessere Bildung, bezahlbares Wohnen, mehr Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und vor allem: bloß keine Wehrpflicht. Tagsüber blieb es weitgehend bei Plakaten, Sprechchören und dem üblichen Selfie-mit-Schild-Ritual. Die Organisatoren hatten ausdrücklich zu Gewaltfreiheit aufgerufen. Dann kam die Dunkelheit – und mit ihr die professionellen Chaoten, die sich offenbar gezielt unter die friedlichen Demonstranten gemischt hatten.
Frankfurt: Der Hauptpreis
In Frankfurt eskalierte es am heftigsten. Polizei und Veranstalter sprachen von 8.000 bis 10.000 Teilnehmern. Nach wiederholten Böller-, Stein- und Flaschenwürfen auf Beamte löste die Polizei die Demo gegen 18:20 Uhr auf. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Der hessische Innenminister Roman Poseck sprach von rund 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern, die die Polizei „massiv angegriffen“ hätten.
Danach ging’s richtig los: In der Innenstadt, besonders an der Zeil, schlugen vermummte Randalierer Schaufenster ein, demolierten Läden und plünderten. Turnschuhe und andere Waren verschwanden in den Taschen. Ein Waffengeschäft wurde attackiert; die Polizei sicherte dort zwei Waffen und nahm mehrere Personen fest. Die Zeil wurde abgesperrt. ARD-Reporter vermuteten, dass die Abend-Randale eher von kleinen, organisierten Gruppen stammte und nicht von den eigentlichen Demo-Teilnehmern. Die Botschaft an die Öffentlichkeit war trotzdem klar: „Jugendprotest“ sieht abends plötzlich ganz schön nach gezielter Zerstörung aus.
Köln: Dom, Bahnhof und Südstadt
In Köln stoppte die Polizei den geplanten Demonstrationszug frühzeitig wegen Pyrotechnik und Vermummung. Nach der offiziellen Auflösung kam es rund um Dom und Hauptbahnhof zu Krawallen. Flaschen und sogar Fahrräder flogen Richtung Polizei. Gruppen zogen weiter in die Südstadt und randalierten dort. Polizeipräsident Johannes Hermanns nannte es „traurig“, dass friedliche junge Menschen von Extremisten unterwandert worden seien, „die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten“. Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Klassiker.
Berlin: Fast störungsfrei – fast
Am Brandenburger Tor blieb die eigentliche „Gen Z regelt“-Kundgebung mit bis zu 5.000 Teilnehmern „nahezu störungsfrei“. Dafür gab es am Rosenthaler Platz bei einer anderen Versammlung (bis zu 3.500 Leute) zahlreiche Straftaten: Sachbeschädigung, Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. 27 Polizisten wurden leicht verletzt. Ein Polizeisprecher relativierte später: Die vorher gemalten Horror-Szenarien von Plünderungen habe man in Berlin so nicht gesehen. Trotzdem: Auch hier flogen Böller, Eier und Flaschen.
Hamburg und der Rest
In Hamburg verlief es tagsüber ruhig, am Abend rissen vermummte Personen Baustellenabsperrungen heraus, zündeten Pyrotechnik und steckten Barrikaden in Brand. In anderen Städten blieb es weitgehend friedlich – oder die Zwischenfälle waren so klein, dass sie im Schatten von Frankfurt und Köln verschwanden.
Das Fazit
Tagsüber: „Unsere Zukunft ist nicht käuflich!“ und „Bildung statt Bomben!“
Abends: eingeschlagene Scheiben, gestohlene Sneaker und attackierte Polizisten.
Die Organisatoren distanzierten sich prompt und verständlicherweise. Die Politik und Polizei zeigten auf „linke Extremisten“ und „Krawallmacher“, die sich untergemischt hätten. Das Muster ist altbekannt: Eine mehrheitlich friedliche Demo wird von einer gewaltbereiten Minderheit gekapert, und am nächsten Morgen diskutieren alle über die Bilder der Zerstörung statt über die eigentlichen Forderungen.
Ob die Generation Z damit wirklich etwas „geregelt“ hat? Schwer zu sagen. Sicher ist nur: Manche haben die Gelegenheit genutzt, um mal wieder so richtig die Sau rauszulassen – und die friedlichen Demonstranten dürfen jetzt mit dem Imageschaden leben.
Willkommen in der Realität des deutschen Protest-Business.
