Deutschland

Russische Spionage und Sabotage in Deutschland

 

Titelbild: Beispielbild Pixabay

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und hybride Operationen in Deutschland massiv verschärft. Deutsche Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), der Militärische Abschirmdienst (MAD), der BND und das BKA sprechen übereinstimmend von einem qualitativen und quantitativen Sprung auf ein Niveau, das teilweise mit den Höhepunkten des Kalten Krieges verglichen wird – in manchen Bereichen sogar darüber hinaus.

Die Hemmschwelle Moskaus für aggressive Maßnahmen gegen Deutschland und andere europäische Staaten ist deutlich gesunken, wobei Russland eine breite Palette an Methoden einsetzt, die von klassischer nachrichtendienstlicher Arbeit über Cyberangriffe bis hin zu physischer Sabotage reicht.

Im Bereich der Spionage beobachten die Behörden eine sehr hohe Aktivität russischer Dienste, insbesondere des GRU, des SWR und des FSB. Deutschland steht dabei im Fokus, weil es als zentraler NATO- und EU-Staat, als wichtiger militärischer Unterstützer der Ukraine und als Standort bedeutender Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall gilt. Immer wieder werden Personen festgenommen, die im Auftrag russischer Geheimdienste Informationen beschaffen. Besonders auffällig sind Fälle, in denen Deutsch-Russen, Deutsch-Ukrainer oder andere Personen mit Migrationshintergrund angeworben werden. So wurde beispielsweise im Januar 2026 in Berlin eine Frau mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit festgenommen, die seit Ende 2023 Kontakte zur russischen Botschaft unterhielt und sensible Informationen über Rüstungsstandorte, Drohnentests und geplante Waffenlieferungen an die Ukraine weitergegeben haben soll.

Ähnliche Fälle gab es bereits 2024, als zwei deutsch-russische Doppelstaatsbürger verhaftet wurden, weil sie Sprengstoff- und Brandanschläge auf US-Militäreinrichtungen in Deutschland vorbereitet haben sollen.Parallel dazu hat Russland eine intensive Sabotagekampagne in Europa – und hier besonders in Deutschland – geführt, die 2024 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Die Zahl mutmaßlich russisch gesteuerter Sabotageakte vervierfachte sich europaweit gegenüber 2023. In Deutschland sorgten vor allem incendiary Pakete für Aufsehen, die über DHL verschickt wurden und in Logistikzentren, u. a. in Leipzig im Juli 2024, Feuer fingen.

Diese Brandsätze, oft in Alltagsgegenständen versteckt, zielten offenbar darauf ab, die Logistik von Militärhilfen für die Ukraine zu stören und gleichzeitig Angst in der Zivilbevölkerung zu schüren. Hinzu kommen Hunderte Drohnenüberflüge über Bundeswehrkasernen, US-Standorten und NATO-Einrichtungen, die teils der Aufklärung, teils der psychologischen Einschüchterung dienen. Beschädigte Unterseekabel in der Ostsee, im Winter 2024/2025,  werden ebenfalls in diesem Kontext gesehen, ebenso wie unbefugtes Eindringen mutmaßlicher Proxy-Akteure in militärische Areale.

Hybride Kriegsführung zeigt sich auch in massiven Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur, Parteien, Behörden und Unternehmen sowie in gezielter Desinformation und Propaganda. Während des Bundestagswahlkampfs 2025 versuchten russische Akteure nachweislich, durch Fake News und manipulierte Inhalte über soziale Medien die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Politiker zu diskreditieren. Anwerbeversuche für Spionage und Sabotage laufen zunehmend offen über Plattformen wie Telegram oder TikTok, wo sogenannte Low-Level-Agenten mit Geldversprechen rekrutiert werden.

Die deutschen Sicherheitsbehörden werten Deutschland als eines der zentralen Ziele dieser Kampagne, weil es als Drehscheibe westlicher Unterstützung für die Ukraine gilt. Im Sommer und Herbst 2025 veröffentlichten BfV und Co. explizite Warnungen, dass Russland Gewalt als legitimes Mittel ansieht und den öffentlichen Raum bewusst als Verstärker nutzt. Die Reaktion der Bundesregierung umfasst diplomatische Schritte, mehrfache Vorladung des russischen Botschafters, etwa im Dezember 2025, Ausweisungen von Diplomaten, die als Geheimdienstler enttarnt wurden, sowie Pläne für neue Abwehrstrukturen – darunter ein zentrales Hybride-Bedrohungszentrum beim Verfassungsschutz und eine geplante BND-Reform, die diesem mehr offensive Möglichkeiten geben soll.

Trotz zahlreicher Erfolge bei Festnahmen und Abwehr bleibt die Lage ernst: Die Kombination aus staatlichen russischen Diensten, staatlich gelenkten Gruppen und kriminellen Proxys macht die Bedrohung schwer greifbar. Experten warnen, dass die beobachtete relative Beruhigung mancher Sabotageaktivitäten Ende 2025 lediglich eine taktische Pause sein könnte – die Grundausrichtung Moskaus, westliche Gesellschaften zu destabilisieren und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, hat sich nicht geändert.

Deutschland steht damit weiterhin im Fokus einer hybriden Konfrontation, die unterhalb der offenen militärischen Schwelle bleibt, aber die innere und äußere Sicherheit massiv herausfordert.

 

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