Trump USA

Trump feuert Noem

Titelbild: Department of Homeland Security , Noem, public domain

President Donald Trump hat am 5. März 2026 Kristi Noem als Secretary of Homeland Security entlassen – die erste große Kabinettsentlassung in seiner zweiten Amtszeit. Noem, die als enge Verbündete Trumps galt und mit der Umsetzung seiner harten Einwanderungspolitik betraut war, wurde durch den republikanischen Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma ersetzt, der ab dem 31. März 2026 das Amt übernehmen soll.

Trump verkündete die Entscheidung selbst auf Truth Social und lobte Noem zwar für einige Erfolge an der Grenze, schob sie aber dennoch beiseite und wies ihr stattdessen eine eher symbolische Rolle als „Special Envoy for the Shield of the Americas“ zu, eine neu angekündigte Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre.

 

Der eigentliche Auslöser für die Entlassung war Noems katastrophaler Auftritt bei zweitägigen Anhörungen im Kongress kurz zuvor, sowohl vor dem Senat als auch dem Repräsentantenhaus. Dort wurde sie von Abgeordneten beider Parteien massiv unter Druck gesetzt. Besonders brisant war ihre Aussage unter Eid, Trump habe persönlich einer 220-Millionen-Dollar-teuren Werbekampagne zugestimmt, in der sie selbst prominent vorkam – unter anderem in Spots, die sie auf einem Pferd vor Mount Rushmore zeigten.

Trump dementierte das vehement, nannte ihre Aussage eine Lüge und war nach Berichten aus dem Weißen Haus extrem verärgert, als er die Clips davon sah. Das war für viele Beobachter der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

 

Hinzu kamen jedoch eine ganze Reihe weiterer Skandale und Versäumnisse, die sich über ihre Amtszeit angesammelt hatten und sie zunehmend zur Belastung für die Regierung machten. Die Massenabschiebungen, Trumps zentrales Wahlkampfversprechen, verliefen chaotisch, stießen auf massiven Widerstand und führten zu landesweiten Protesten. Besonders schwer wog ein Vorfall in Minneapolis, bei dem ICE-Agenten (Immigration and Customs Enforcement) zwei US-Bürger erschossen – ein Ereignis, das enorme Kritik an Noems Führung auslöste und die Deportationspolitik weiter in Verruf brachte. Dazu kamen Vorwürfe von Missmanagement bei der Katastrophenhilfe (FEMA), interne Machtkämpfe mit anderen Behördenleitern wie Tom Homan (Border Czar), Budgetüberschreitungen und Berichte über eine angebliche Affäre mit einem ranghohen Mitarbeiter, die sie in der Anhörung nicht klar dementierte. Selbst Teile der Republikaner im Kongress hatten sich zunehmend von ihr distanziert.

 

Insgesamt zeigt die Entlassung, wie schnell Trump auch loyale Verbündete opfert, wenn sie zum politischen Risiko werden oder ihn persönlich bloßstellen – in diesem Fall vor allem durch die angebliche Falschaussage über seine Zustimmung zu der teuren Selbstwerbekampagne. Noems Amtszeit von knapp über einem Jahr endet damit als Mischung aus ideologischer Härte, operativer Unfähigkeit und persönlichen Fehltritten, die letztlich ihren Sturz besiegelten.

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