Titelbild: Melania Trump, Mahaux, public domain
Der Film Melania, ein von Amazon MGM Studios produzierter und finanzierter Dokumentarfilm über die First Lady Melania Trump, entpuppt sich aktuell als völliger Flop an den Kinokassen.
Das Projekt, das die 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2025 begleitet, wurde mit enormem Aufwand und noch größeren Summen inszeniert – doch das Interesse des Publikums bleibt weitgehend aus.Amazon zahlte angeblich 40 Millionen Dollar für die Rechte am Film, zusätzlich flossen 35 Millionen Dollar in eine aggressive Marketingkampagne – insgesamt also rund 75 Millionen Dollar, eine Summe, die für einen Dokumentarfilm absolut beispiellos ist. Melania Trump selbst soll daraus persönlich etwa 28 Millionen Dollar kassiert haben. Trotz dieses gigantischen Budgets und trotz intensiver Promotion durch Donald Trump höchstpersönlich, der auf Truth Social vom „MUST WATCH“ sprach und behauptete, die Tickets würden „FAST ausverkauft“ sein, zeigen die realen Zahlen ein anderes Bild.
Die Prognosen für das Eröffnungswochenende in den USA lagen zunächst bei mickrigen 1 bis 2 Millionen Dollar, wurden dann auf maximal 5 Millionen Dollar nach oben korrigiert – und selbst das scheint ambitioniert. Manche Berichte sprechen sogar davon, dass in vielen Kinosälen nur vereinzelte Tickets verkauft wurden, in manchen Fällen nur ein einziger Sitzplatz pro Vorstellung. In Großbritannien bezeichnete der Kinoketten-Chef von Vue die Nachfrage als „soft“, mit Beispielen wie nur einem verkauften Ticket für eine Londoner Premieren-Vorstellung.
Ähnlich ernüchternd fällt die Situation in anderen Ländern wie Australien aus, wo viele Screenings kaum besucht waren. Selbst in den USA gab es Meldungen von „praktisch leeren Theatern“ und nur wenigen ausverkauften Vorstellungen landesweit – meist in stark trump-freundlichen Regionen.
Kritiker zerreißen den Film regelrecht. Er wird als inhaltsleere, propagandistische Huldigung beschrieben, die keinerlei echte Einblicke bietet, keine Spannung erzeugt und inhaltlich leer bleibt. Auf Plattformen wie Rotten Tomatoes hagelt es schlechte Bewertungen, teilweise mit unter 10 Prozent positiver Kritiken – schlechter als viele berüchtigte Flops der Vergangenheit. Sogar Teile der Crew distanzieren sich: Berichten zufolge wollten zwei Drittel der Mitarbeiter nicht im Abspann genannt werden, und einige hoffen offen auf einen möglichst schlechten kommerziellen Erfolg.Für Melania Trump selbst ist der Kino-Flop finanziell irrelevant – sie hat ihr Geld längst erhalten. Für Amazon jedoch ist es peinlich: Ein derart teures Prestigeprojekt, das mutmaßlich auch als Geste gegenüber der Trump-Administration gedacht war, versagt spektakulär beim Publikum. Dokumentarfilme haben generell harte Zeiten an den Kinokassen, doch hier wirkt die Diskrepanz zwischen Investition und Ergebnis besonders krass. Der Film mag politisch-tribalistisch ein paar Hardcore-Fans mobilisieren, doch die breite Masse ignoriert ihn weitgehend. Ein klassischer Fall von Überproduktion, fehlgeleitetem Marketing und einem Produkt, das offenbar niemand wirklich wollte – ein völliger Reinfall, der in Hollywood und den Medien bereits als Lehrstück für teure Fehlinvestitionen kursiert.
