Scammer Alarm

Royal Real Estate – Vorsicht, Immobilienbetrug! Fakevermietungen!

Fake-Immobilien auf TikTok: „Royal Real Estate“ lockt mit Traumpreisen und verschwindet mit dem Geld

Ein Leser hat uns angeschrieben und uns gebeten, den Instagram und TikTok-Account „Royal Real Estate“ unter dem Namen @royal.real.estate02 zu überprüfen. Der Account wirbt seit Wochen massiv mit Wohnungen in ganz Deutschland.


Auf den ersten Blick sieht es aus wie das Angebot eines großen Maklerunternehmens. Zwischen 900 und 1500 Euro soll eine 3- oder 4-Zimmer-Wohnung in München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt kosten. Dazu gibt es professionell wirkende Videos von hellen, leeren Wohnungen mit Parkettboden und großen Fenstern.
Der Account hat über 4000 Follower und die Videos erreichen teilweise mehr als 70.000 Aufrufe. Auf den zweiten Blick wird aber schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt.

Das Hauptproblem ist der Preis. Eine 3-Zimmer-Wohnung mit 2 Schlafzimmern in München-Moosach wird für 1300 Euro angeboten. Eine 4-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Altona für 1150 Euro. In Berlin-Spandau soll es eine 3-Zimmer-Wohnung für 850 Euro geben und in Frankfurt-Praunheim eine 4-Zimmer-Wohnung mit 3 Schlafzimmern für 1450 Euro. Diese Preise liegen 2026 rund 40 bis 50 Prozent unter dem, was auf dem regulären Wohnungsmarkt verlangt wird. Allein in München liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Bestandswohnung laut Immoscout aktuell bei über 22 Euro.


Für eine 80 Quadratmeter Wohnung wären das mindestens 1760 Euro Kaltmiete, ohne Nebenkosten. In Berlin-Neukölln zahlt man für eine vergleichbare 3-Zimmer-Wohnung ebenfalls zwischen 1800 und 2200 Euro. Dass hier Wohnungen für 850 oder 950 Euro angeboten werden, ist schlicht nicht realistisch. Die Polizei Hamburg und die Verbraucherzentralen warnen seit Monaten genau vor solchen „unglaublich günstigen Angeboten“, weil sie fast immer Köder für einen Betrug sind.

Auch das Profil selbst ist ein Warnsignal. Unter „Kontakt“ steht nur eine einzige E-Mail-Adresse: royalrealestate0980@gmail.com. Es gibt kein Impressum, keine Telefonnummer, keine Adresse, keine Website.
Seriöse Immobilienunternehmen in Deutschland müssen gesetzlich ein Impressum angeben und arbeiten mit einer Firmen-Domain. Eine Gmail-Adresse ist das absolute Minimum und wird von Betrügern genutzt, weil sie anonym und in 2 Minuten erstellt ist. Wenn man den Account anschreibt, läuft es nach dem gleichen Muster ab, das die Polizei als „Vorauskasse-Betrug“ beschreibt. Der angebliche Vermieter gibt vor, im Ausland zu sein und keine Besichtigung machen zu können. Stattdessen wird darum gebeten, Kaution und die erste Monatsmiete vorab zu überweisen, um die Wohnung zu reservieren. Danach bricht der Kontakt ab oder es werden immer neue Gebühren erfunden.


Die Bilder selbst sind ebenfalls verdächtig. Es handelt sich um immer gleiche, leere Wohnungen, die aussehen wie aus einem Katalog. Eine Rückwärtssuche zeigt, dass genau diese Fotos auch auf anderen Portalen wie Immoscout oder bei Vermietern in anderen Städten auftauchen. Die Betrüger laden sich die Bilder herunter, legen einen neuen Text darüber und behaupten, die Wohnung gehöre ihnen. Auch das ist ein typisches Merkmal. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Fake-Anzeigen die Bilder häufig von echten Seiten kopiert sind und zu perfekt wirken.

Obwohl es zu „Royal Real Estate“ noch keine offizielle Warnung der Polizei gibt, passt der Account in jedes bekannte Betrugsschema. Die Masche ist einfach und zielt auf Menschen in Wohnungsnot. Der Druck ist groß und die Mieten sind hoch, deshalb greifen viele zu, wenn sie so ein Angebot sehen. Genau darauf spekulieren die Täter. Wer hier Geld überweist, sieht es in der Regel nicht wieder. Die Bank kann in den meisten Fällen nichts mehr zurückholen und eine Strafanzeige läuft oft ins Leere, weil die Täter mit gefälschten Identitäten arbeiten.


Unser Rat an alle Leser: Lassen Sie sich nicht blenden. Seriöse Vermieter verlangen niemals Geld, bevor ein Vertrag unterschrieben ist und eine Wohnungsbesichtigung stattgefunden hat. Prüfen Sie die Adresse, googeln Sie den Namen des Anbieters und seien Sie misstrauisch, wenn nur eine Gmail-Adresse angegeben wird. Wenn Sie Opfer geworden sind, erstatten Sie sofort Anzeige bei der Polizei und informieren Sie Ihre Bank. Und melden Sie den Account auf der Plattform. Nur so kann verhindert werden, dass noch mehr Menschen darauf reinfallen.

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