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Waldbrand im Hohen Venn: Evakuierungen in der Eifel und Alarmstufe für Monschau
Monschau. Die Hitze und anhaltende Trockenheit haben die Eifel im Griff. Im Hohen Venn und den angrenzenden Wäldern rund um Monschau herrscht derzeit höchste Waldbrandgefahr. Die Feuerwehr, Förster und die Stadtverwaltung stehen im Dauereinsatz, denn die Kombination ausgetrocknetem Boden, leicht entzündbarer Vegetation und Wind macht die Lage unberechenbar.
Am frühen Freitagmorgen spitzte sich die Situation dramatisch zu. Wegen eines Waldbrandes, der am Donnerstag in einem angrenzenden Waldgebiet ausgebrochen war, ordneten die Behörden die Evakuierung von rund 1800 Menschen an.
Besonders betroffen war der Ortsteil Gey in der Gemeinde Hürtgenwald, nur wenige Kilometer von Monschau entfernt und nahe der belgischen Grenze. Das Feuer hatte sich bereits auf etwa 25 Hektar ausgebreitet und drohte durch Funkenflug und Wind auf weitere Flächen überzugreifen. Die Bewohner wurden über Sirenen und Warn-Apps aufgefordert, ihre Häuser umgehend zu verlassen und nur das Nötigste mitzunehmen. Ausweise, Medikamente und wichtige Dokumente standen dabei im Vordergrund. Als zentrale Anlaufstelle richtete die Kreisverwaltung eine Grundschule im Nachbarort Straß als Notunterkunft ein. Die Bundesstraße 399 musste für den Verkehr gesperrt werden, um den Einsatzkräften freie Fahrt zu ermöglichen.
Auch die Stadt Monschau selbst stand unter erhöhter Alarmbereitschaft. Aufgrund eines Waldbrandes auf belgischer Seite befürchteten die Einsatzleiter ein Übergreifen auf deutsches Gebiet. Bürger wurden informiert, ihre Häuser für eine mögliche Evakuierung vorzubereiten und Fluchtwege zu kennen. Bürgermeister und Krisenstab hielten sich für den Fall der Fälle bereit. Die Sorge ist groß, denn das Hohe Venn gilt aufgrund seiner Torfböden und Heideflächen als besonders brandgefährdet. Einmal entzündet, kann sich ein Feuer dort tief in den Boden fressen und tagelang weiter schwelen.
Die Feuerwehr bekämpft die Flammen mit allen verfügbaren Mitteln. Neben Löschflugzeugen und Tanklöschfahrzeugen kommt auch die Taktik des Gegenfeuers zum Einsatz. Dabei werden kontrolliert kleinere Feuer gelegt, die dem großen Brand die Nahrung entziehen. Die Einsatzleitung geht davon aus, dass die Arbeiten noch mehrere Tage dauern werden. Selbst wenn der Hauptbrand gelöscht ist, müssen Feuerwehrleute anschließend jeden Quadratmeter auf Glutnester absuchen, damit es nicht erneut zu einem Aufflammen kommt.
Der Deutsche Wetterdienst hat für die gesamte Region die Waldbrandgefahrenstufe deutlich angehoben. Förster weisen deshalb eindringlich darauf hin, dass von März bis Oktober im Wald und in einem Abstand von 100 Metern zum Waldrand absolutes Rauchverbot herrscht. Auch das Abstellen von Fahrzeugen auf trockenem Gras ist verboten, weil heiße Katalysatoren einen Brand auslösen können. Waldbesucher werden gebeten, Zufahrtswege freizuhalten und bei Rauchentwicklung sofort den Notruf 112 zu wählen.
Die Behörden betonen, dass die aktuelle Wetterlage keine Entspannung verspricht. Solange kein ergiebiger Regen fällt, bleibt das Risiko hoch. Für die Menschen in Monschau und den umliegenden Dörfern bedeutet das, aufmerksam zu bleiben, offizielle Warnungen zu beachten und im Zweifel lieber einmal zu viel zu evakuieren als einmal zu wenig.
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