Ukraine

Kriegstelegramm III

Titelbild:

Schäden an einem Hochhaus in Kiew nach einem Raketeneinschlag

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Bei Evakuierungen aus dem Krisengebiet hilft Manager SOS

Die Krieg führenden Parteien treffen sich heute an der belarussischen Grenze zu Gesprächen, während Kiew in unverminderter Form bombardiert und von der Artillerie beschossen wird, weitere Zivilisten durch Raketen getötet werden. Es soll gerade in den letzten Stunden Dutzende zivile Tote gegeben haben, nachdem ein Wohnblock in Kharkiw bombadiert wurde.

Charkiw, Bombadierung eines Wohnblocks,2022


Die Lage der in Kiew unter den Raketenangriffen und der Artillerie leidenden Zivilbevölkerung ist unbeschreiblich. Zudem treiben sich in den Straßen russische Scharfschützen herum, die wie seinerzeit in Sarajevo auf Zivilisten schießen. 

Hierfür wird sich Wladimir Putin in absehbarer Zeit vor einem Gericht verantworten müssen. In Russland wächst der Widerstand gegen ihn und seine unmenschliche Clique von Oligarchen und Kriegsgewinnlern.

Putins Staat erodiert von innen heraus und die Sanktionen, die die gesamte Welt gegen Russland verhängt hat, sind eine sekündliche Ohrfeige für das Regime. Die Welt hat einen Fehler gemacht, sich von dem Charme des immer humorvollen Präsidenten Wladimir Putin täuschen zu lassen.

Nun hat die Bundesrepublik Deutschland in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages gestern einen geradezu undenkbaren historischen Schritt in die richtige Richtung getan, und ein Paket der Aufrüstung und Ausrüstung der Bundeswehr von 100 Milliarden Euro angekündigt.

Nur nebenbei: Dieses Paket sollte auch die belohnen, die im letzten sinnfreien Krieg am Hindukusch waren,  daher völlig traumatisiert zum Teil als unterversorgter Krüppel ihr Dasein fristen dürfen. Es ist eine Schande, was Deutschland seinen Soldaten bislang angetan hat. Die Bundeswehr scheint an allen Ecken und Kanten eine Armee kurz vor dem Zusammenbruch zu sein. Das kann nicht Sinn und Zweck eines Deutschland im 21. Jahrhundert sein, das sich gegen Aggressoren wehren muss, die wie Bösewichte aus einem James-Bond-Film wirken.

Putin hatte in Moskau andere Probleme, seine Ära vergeht in einer Geschwindigkeit, die er sich selbst nicht erträumt hat. Die Sanktionen treffen ihn aus aller Herren Länder – er reagiert trotzig mit einem Überflugverbot für 36 Nationen.

Doch selbst China hat nach der gestrigen unverhohlenen Drohung mit der „Bombe“, Russland zur Ruhe aufgerufen. China kann die Situation noch nicht einschätzen und möchte am liebsten mit einer neuen Regierung in Moskau verhandeln. Dieses bisherige „Bäumchen wechsel Dich Spiel“ wird nicht mehr lange funktionieren.

Putins Tage sind gezählt und das ist gut so: Gestern zog Wladimir Putin die nächste Karte in seiner Pokerrunde des Eskalationsspiels.

Er versetzte die Atomstreitkräfte in Bereitschaft. Dabei darf man nicht vergessen, das ist erst die Stufe 2 erreicht  von 4 Stufen. Er will nicht wirklich zum Atomangriff kommen, doch allein, mit so einem Szenario zu drohen, zeigt, wessen Geistes Kind Putin ist und man fragt sich allen Ernstes, ob der russische Diktator noch Herr seiner Sinne ist.

Eher wahrscheinlich nicht.

Sicher ist es eine weitere Drohgebärde in seinem mittlerweile ziemlich leicht zu durchschauenden Spiel, das er der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Derweil ist die Hilfsbereitschaft auf der Welt für die aus ihrer Heimat durch Bomben vertriebenen Ukrainer riesig.  Das ist auch gut so.

Wir hatten gestern über die Wünsche des ukrainischen Präsidenten Selenskij, der nichts mehr herbeisehnte, als in die Europäische Union aufgenommen zu werden, geschrieben. 

Der normalerweise starre Apparat der EU in Brüssel zeigte sich heute, in Gestalt von Ursula von der Leyen, durchaus geneigt, eine befreite Ukraine in die Staatengemeinschaft aufzunehmen. Eine Anmerkung dazu sei gemacht: nach Putin gibt es auch noch ein Russland.

Auch die Bürger, die mutig gegen ihre scheinbar völlig außer Kontrolle geratene „Regierung“ protestieren, haben Besseres verdient, als einen Ex-Mafiapaten aus Sankt Petersburg (Putin) an ihrer Spitze zu haben, und sich von dem  in einen Krieg verwickeln zu lassen.

Er macht den irrsinnigen Anschein, dass Putin die Grenzen über alle Maßen ausdehnen will. Auf das Niveau der Sowjetunion.

Nun verhandeln die beiden Kriegsparteien. Verwunderlicher Weise trifft sich die von aller Welt geächtete Regierung Moskaus mit den angeblich „drogenabhängigen Nationalsozialisten der Ukraine“ zu, wie es die Moskauer Regierung ausdrückte, Friedensgesprächen. Ein vorheriger Waffenstillstand wäre sinniger.

Mobile Krematorien für Putins Armee und Streubomben,2022

Moskau meint nach den atomaren Drohungen, dass die Ukraine kapitulieren würde. Und stellt fest, dass die Kämpfer der Ukraine doch nicht alle unfähige alte Männer sind, die „Drogen rauchen und von einer nationalsozialistischen Welt“ träumen. 

Natürlich ist nichts davon wahr. Die Regierung Selenskij zeigt, dass sie nicht zu unterschätzen ist. Im Grunde genommen ist das eine Schlacht David gegen Goliath, und Goliath ist ins Straucheln gekommen. Das sieht man an den endlosen Fahrzeugkolonnen der Russen, deren Vormarsch aus dem Kreml anders gedacht war. 

In den sozialen Medien der Rechten, wie Gettr, doziert Stephen Bannon, einer der ehemaligen Berater Donald Trumps und in die Ereignisse um den 6. Januar 2021 verwickelt, über die bösen Ukrainer und die guten Russen.

Putin ist ihm doch näher und gleichermaßen die Hoffnung auf einen nationalen Putsch im Westen, als die Wahrheit. Bannon hat auf Gettr einen Übelkeit erregenden sogenannten „War Room“ errichtet, indem er sich feiern lässt, und Speichellecker seines gestörten Ex-Herrn Donald Trump umgarnt, indem er offensichtliche Unwahrheiten veröffentlicht und gleichermaßen zahlreiche Unterwerfungsgesten vor Putin macht.

Sein Vortragen dient Donald Trump, der einen Angriffskrieg auf die Ukraine als einen Geniestreich eines Kriegsverbrechers zu rechtfertigen weiß.

Donald Trump, Bruder im Geiste des russischen Möchtegern-Zaren, bezeichnete unlängst den mehr und mehr verzweifelt um seine schwindende Macht kämpfenden Putin als ziemlich genial. Er bezeichnete sich selbst dereinst als „ziemlich stabiles Genie„.

Dabei warf er der Regierung in Washington vor, damit meinte er Joseph Biden und die angeblich gestohlene Wahl, dass er es hätte anders regeln können. Trump, der Unfehlbare, der die Demokratie in den USA fast an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Mit wahrscheinlicher Hilfe Putins. Wenn das nicht ein Treppenwitz der Geschichte ist.

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