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Wird Kuba zum Unruheherd?

Titelbild: Beispielbild Pixabay

 

In der kubanischen Stadt Morón, die in der Provinz Ciego de Ávila östlich von Havanna liegt, ist es in der Nacht zum Samstag, dem 14. März 2026, zu einem seltenen und heftigen Ausbruch von Protesten gekommen. Was zunächst als friedliche Kundgebung gegen die anhaltenden massiven Stromausfälle und die dramatischen Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Treibstoff begann, eskalierte schnell zu offener Gewalt. Eine Gruppe wütender Demonstranten stürmte das lokale Büro des Komitees der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), brach in das Gebäude ein und verwüstete es systematisch.

Videos, die sich rasend schnell in sozialen Netzwerken verbreiteten, zeigen, wie die Protestierenden Möbel aus dem Empfangsbereich und den Büros auf die Straße zerrten, Akten und Dokumente hinauswarfen, Computer und andere Einrichtungsgegenstände heraustrugen und schließlich große Feuer entzündeten. Teile des Mobiliars und Papiere brannten lichterloh auf der Straße, während andere Demonstranten Fensterscheiben mit Steinen einschlugen und die Fassade des Gebäudes beschädigten. Der Protest richtete sich vor allem gegen die unerträglichen, tagelangen Blackouts, die das tägliche Leben auf der Insel seit Monaten massiv erschweren und durch die US-Ölblockade und interne Versorgungsprobleme noch verschärft werden.



Die staatliche Provinzzeitung „Invasor“ bestätigte die Vorfälle und berichtete, dass es sich um Vandalismusakte handelte, die nach einem anfänglichen friedlichen Austausch mit örtlichen Behörden stattfanden. Neben dem Parteibüro wurden demnach auch andere staatliche Einrichtungen in Mitleidenschaft gezogen, darunter eine Apotheke und eine Filiale der staatlichen Handelskette Tiendas Caribe. Insgesamt nahm die Polizei fünf Personen wegen Vandalismus fest; eine weitere Person soll in betrunkenem Zustand gestürzt sein und wird im Krankenhaus behandelt.

Solche direkten Angriffe auf Symbole der herrschenden Partei sind in Kuba extrem selten und gelten als Tabubruch in einem Land, in dem öffentliche Regimekritik seit Jahrzehnten stark unterdrückt wird. Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Ausschreitungen scharf, räumte jedoch in ersten Statements ein gewisses Verständnis für die zugrunde liegende Frustration der Bevölkerung ein, die unter der anhaltenden Wirtschaftskrise, Stromausfällen von bis zu 20 Stunden täglich und akuten Mangel an Grundnahrungsmitteln leidet. Internationale Medien werten den Vorfall als Zeichen wachsender Unzufriedenheit, die sich trotz der repressiven Strukturen immer öfter Bahn bricht – ein Echo der großen Protestwelle von 2021, das diesmal jedoch lokal begrenzt blieb, aber dennoch ein ungewöhnlich klares Zeichen gegen das Machtzentrum der Partei setzte.



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