Iran

Die Eskalation geht weiter- was ist mit der Zivilbevölkerung?

Titelbild: US Gov /Public Domain

 

Der Konflikt, der derzeit als dritter Golfkrieg bezeichnet wird, tobt seit dem 28. Februar 2026 und hat sich in den vergangenen zwei Wochen dramatisch zugespitzt.
Ausgelöst durch koordinierte großangelegte Luftangriffe der USA und Israels auf iranische Ziele – darunter militärische Einrichtungen, das Atom- und Raketenprogramm sowie führende Regimefiguren – wurde der oberste Führer Ali Chamenei getötet, woraufhin sein Sohn Mojtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer ernannt wurde. Die Operationen tragen Namen wie „Epic Fury“ auf amerikanischer und „Rising Lion“ auf israelischer Seite und zielen offenkundig nicht nur auf die Zerstörung militärischer Kapazitäten, sondern teilweise auch auf einen Regimewechsel in Teheran ab.



Der Iran reagierte mit massiven Vergeltungsschlägen, die weit über Israel hinausgehen. Hunderte ballistische Raketen und Tausende Drohnen wurden auf US-Stützpunkte und zivile sowie wirtschaftliche Ziele in den Golfstaaten abgefeuert – darunter Saudi-Arabien, die , Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und Jordanien. Betroffen waren Flughäfen, Häfen, Hotels, Ölanlagen und Daten-Zentren, wobei die Luftverteidigungssysteme der betroffenen Länder einen Großteil der Geschosse abfangen konnten, aber dennoch Tote und erhebliche Sachschäden zu verzeichnen sind. Besonders die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, ist faktisch blockiert oder stark eingeschränkt. Der Schiffsverkehr ist um bis zu 97 Prozent zurückgegangen, vereinzelt lässt Teheran Schiffe bestimmter Nationen (etwa Indien oder Türkei) passieren, während US-verbundene Tanker fernbleiben. Das hat die globalen Energiepreise explodieren lassen und Lieferketten massiv gestört.

In den letzten Tagen hat sich die Intensität der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten etwas verringert, da die US-israelische Koalition große Teile der iranischen Drohnen- und Raketenproduktion sowie Startvorrichtungen zerstört hat – Schätzungen gehen von bis zu 80–95 Prozent Zerstörung aus. Dennoch droht Teheran weiterhin mit Eskalation und hat erstmals explizit zivile Häfen in den Emiraten als „legitime Ziele“ bezeichnet, während Donald Trump kürzlich den iranischen Ölexport-Terminal auf der Insel Kharg angriff und ankündigte, weitere Schläge könnten folgen – teils sogar „just for fun“, wie er formulierte. Trump fordert zudem Verbündete auf, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu entsenden, um die Schifffahrtswege wieder zu öffnen, da die USA allein offenbar nicht in der Lage oder willens sind, das allein zu stemmen.



Die Golfstaaten selbst sind in einer äußerst schwierigen Lage: Sie wurden in einen Krieg hineingezogen, den sie weder wollten noch begonnen haben, und äußern zunehmend Frustration über Washington. Trotz diplomatischer Bemühungen – etwa durch Oman und Katar – und einer UN-Resolution, die Irans Angriffe verurteilt, lehnen sie eine direkte militärische Beteiligung weitgehend ab. Gleichzeitig verstärken westliche Marinen ihre Präsenz in der Region, Minenleger und Drohnenbedrohungen werden bekämpft, und die Gefahr einer weiteren Ausweitung bleibt hoch. Der Iran droht mit neuen Fronten und einem langen Abnutzungskrieg, während US-Vertreter von einer möglichen Dauer von wenigen Wochen bis Monaten sprechen – ein schnelles Ende ist derzeit nicht in Sicht, und die wirtschaftlichen sowie humanitären Folgen treffen die gesamte Region und die Weltwirtschaft hart.

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