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Das Thema dubioser Vereine im deutschen Tierschutz, insbesondere bei der Vermittlung von Hunden aus Ländern wie Moldawien, Serbien und Russland, der Ukraine ist hochaktuell und sensibel, da es hier einen schmalen Grat zwischen echter Hilfsarbeit und missbräuchlichen Praktiken gibt, die den illegalen Welpenhandel tarnen. Mit brutalsten Tränendrüsegeschichten drängen sie auf eine Adoption des Tieres, wie sie es titulieren. Einen Hund oder eine Katze kann man nicht adoptieren, es ist kein Kind. Sondern ein Tier.
Viele Organisationen in Deutschland werben mit Adoptionen aus Osteuropa, wobei die Schutzgebühr als legitimer Kostenersatz dargestellt wird, doch in der Realität dienen einige dieser Vereine lediglich als Vehikel für den Import und Verkauf von Welpen aus Massenzuchtbetrieben, ohne dass nennenswerte Tierschutzarbeit vor Ort geleistet wird.
Der Deutsche Tierschutzbund und internationale Organisationen wie FOUR PAWS warnen seit Jahren vor solchen Strukturen, die den Kreislauf der Überproduktion und Ausbeutung antreiben, anstatt ihn zu durchbrechen. Es gibt keine offizielle, öffentlich zugängliche „schwarze Liste“ dubioser Vereine, da solche Listen rechtliche Risiken bergen und oft nur intern in Tierschutzkreisen zirkulieren, doch es lassen sich klare Warnsignale und Muster erkennen, die auf unseriöse Praktiken hindeuten.
Der illegale oder getarnte Welpenhandel aus Osteuropa floriert, weil die Nachfrage in Deutschland hoch ist und die Kontrollen lückenhaft sind. Welpen werden in Ländern wie Serbien, Moldawien oder Russland unter miserablen Bedingungen gezüchtet – oft in versteckten Farmen oder Hinterhofanlagen –, zu jung von den Müttern getrennt und mit gefälschten Papieren als „gerettete Straßenhunde“ nach Deutschland gebracht. Deutsche Vereine übernehmen dann die Vermittlung, kassieren hohe Schutzgebühren und präsentieren sich als Retter, während sie in Wahrheit den Handel erleichtern.
FOUR PAWS hat in Untersuchungen enthüllt, dass viele dieser Tiere aus systematischen Vermehrerstationen stammen, wo Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht werden, und der Transport oft unter qualvollen Bedingungen erfolgt, mit hohen Sterberaten.
Der Deutsche Tierschutzbund betont, dass unkontrollierte Importe neue Probleme schaffen, wie überfüllte Tierheime in Deutschland, da viele Käufer die langfristigen gesundheitlichen oder verhaltensbedingten Folgen unterschätzen und die Hunde später abgeben.
Typische Merkmale dubioser Vereine sind eine überwiegende Vermittlung junger, niedlicher Welpen statt erwachsener Tiere, fehlende Transparenz über die Herkunft und Vor-Ort-Arbeit, keine oder nur oberflächliche Vorkontrollen bei Käufern, sowie der Verzicht auf Nachkontrollen. Seriöse Organisationen investieren stattdessen in Kastrationsprojekte und Infrastruktur im Herkunftsland, arbeiten mit Pflegestellen in Deutschland zusammen, damit man den Hund vorab kennenlernen kann, und nutzen offizielle Systeme wie TRACES für legale Transporte.
Dubiose Vereine hingegen drängen auf schnelle Adoptionen, oft mit emotionalen Appellen wie „muss heute noch gerettet werden“, und meiden Besuche vor Ort. In Foren und Berichten häufen sich Erfahrungen, wo importierte Hunde schwer krank ankamen oder sich als aus kommerzieller Zucht stammend herausstellten, was zu hohen Tierarztkosten und Enttäuschungen führt.
Besonders in den genannten Ländern ist das Problem akut. In Serbien und Moldawien gibt es laxere Regulierungen, die Massenzuchten begünstigen, und Russland erschwert durch seine Größe und regionale Unterschiede die Kontrolle. Viele Vereine in Deutschland kooperieren mit lokalen „Partnern“, die in Wahrheit Händler sind, und tarnen den kommerziellen Aspekt durch den Vereinsstatus.
Der Boom während und nach der Pandemie hat das verschärft, da mehr Menschen impulsiv Tiere suchten, was den Handel ankurbelte. Behörden und Tierschützer berichten von Fällen, in denen Transporter mit Dutzenden Welpen abgefangen wurden, oft organisiert über scheinbar harmlose Vereine.Um sich zu schützen, sollte man immer prüfen, ob der Verein gemeinnützig anerkannt ist, transparente Jahresberichte vorlegt und mit etablierten Dachorganisationen wie dem Deutschen Tierschutzbund kooperiert. Empfehlenswert sind Vereine, die primär vor Ort helfen und nur ausnahmsweise vermitteln, oder lokale Tierheime, die gelegentlich Auslandshunde aufnehmen. Plattformen wie der Tierschutzbund oder FOUR PAWS bieten Checklisten zur Seriositätsprüfung. Letztlich finanziert jede Adoption über einen dubiosen Verein indirekt den Kreislauf der Ausbeutung – ein bewusster Verzicht auf schnelle Importe und die Unterstützung lokaler Rettungsarbeit trägt dagegen wirksam zum echten Tierschutz bei, ohne neue Leidensketten zu schaffen.
