Die Münchner Polizei hat am 15. Januar 2026 eine eindringliche öffentliche Warnung vor einer derzeit besonders perfiden Betrugsmasche herausgegeben. Das Kriminalkommissariat 61 ermittelt aktuell in mehreren Strafverfahren gegen Frauen, die sich als sogenannte „Auraleserinnen“, Wunderheilerinnen oder Schamaninnen ausgeben und damit vor allem spirituell interessierte oder in einer Lebenskrise befindliche Personen – in den meisten Fällen Frauen – systematisch ausnutzen.
Die Täterinnen gehen dabei äußerst gezielt und professionell vor. Sie sprechen ihre potenziellen Opfer bevorzugt an Orten an, an denen sie besonders empfänglich für esoterische oder spirituelle Themen vermuten: vor Kirchen, in der Nähe von Krankenhäusern, auf Wochenmärkten, in Parks, vor Yogastudios oder in anderen öffentlichen Bereichen der Innenstadt.
Mit geschultem Blick erkennen sie Frauen, die sie als besonders offen für Themen wie Aura, Chakren, Energieblockaden oder spirituelle Heilung einschätzen. Oft beginnen sie das Gespräch harmlos und freundlich, indem sie plötzlich behaupten, eine besondere Gabe zu besitzen und beim Opfer sofort eine „störende Energie“, eine „dunkle Aura“ oder ein „blockiertes Chakra“ wahrnehmen zu können.Im weiteren Verlauf bauen die Betrügerinnen gezielt Vertrauen auf, indem sie sehr persönlich wirkende, aber meist vage und allgemein gehaltene „Diagnosen“ stellen und gleichzeitig dramatische Heilversprechen abgeben. Sie suggerieren, dass nur durch aufwendige Rituale, spezielle Energiebereinigungen oder teure „Schutzmaßnahmen“ eine drohende schwere Krankheit, familiäres Unglück oder sogar Lebensgefahr abgewendet werden könne. Genau an diesem Punkt der emotionalen Manipulation beginnt dann der finanzielle Teil: Die Opfer werden dazu gebracht, immer größere Summen Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände herauszugeben – oft unter dem Vorwand, diese müssten „gereinigt“ oder für das Ritual verwendet werden. In einigen bekannt gewordenen Fällen beliefen sich die erbeuteten Summen auf sechsstellige Beträge, in einem besonders schweren Fall wurden sogar Wertgegenstände im zweistelligen Millionenbereich sichergestellt.
Ein Beispiel, das die Polizei besonders hervorhebt, ist die derzeit mit internationalem Haftbefehl gesuchte Österreicherin Mariana M., die sich als Schamanin „Amela“ ausgab und auch in München aktiv war. Die Masche wird teilweise gewerbsmäßig und organisiert betrieben, wobei die Täterinnen häufig überregional oder sogar international agieren.
Die Münchner Kriminalpolizei appelliert deshalb ausdrücklich an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein, sobald fremde Personen in der Öffentlichkeit unvermittelt persönliche spirituelle „Diagnosen“ stellen oder Heilversprechen machen. Wer bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, sollte sich unbedingt an die Polizei wenden – auch wenn Scham oder Angst vor Blamage oft eine große Hürde darstellen. Je früher die Anzeige erfolgt, desto besser sind die Chancen, die Täterinnen zu fassen und weiteren Schaden zu verhindern.Kurz gesagt: Wer in München plötzlich von einer fremden Frau als „Auraleserin“ angesprochen wird, sollte höflich, aber bestimmt abblocken und das Gespräch sofort beenden – das ist der beste Schutz vor dieser zurzeit besonders aktiven und finanziell sehr gefährlichen Betrugsmasche.
