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Iran

Überall Tote im Iran

Titelbild: حمیدرضا Lizenz 4.0

In der heutigen Nacht, am Tag erreichen die landesweiten Antiregierungsproteste im Iran einen weiteren Höhepunkt an Intensität und Gewalt, obwohl das Regime seit Tagen einen nahezu vollständigen Internet-Blackout und massive Kommunikationssperren aufrechterhält, um die Organisation der Demonstranten zu erschweren und Informationen nach außen zu unterdrücken.


Die Proteste, die Ende Dezember 2025 als Reaktion auf die katastrophale Wirtschaftslage, Hyperinflation, Währungsverfall und die Verschwendung von Ressourcen für regionale Stellvertreterkriege begannen, haben sich inzwischen zu einer breiten Bewegung gegen die gesamte theokratische Herrschaft unter Ajatollah Ali Khamenei entwickelt und erfassen praktisch alle 31 Provinzen des Landes.

In der vergangenen Nacht und am frühen Morgen des 12. Januar berichten Augenzeugen und durchgeschmuggelte Videos trotz der totalen Abschottung von anhaltenden großen Demonstrationen vor allem in Teheran, aber auch in Städten wie Mashhad, Isfahan, Shiraz, Tabriz und Zahedan.
Die Menschen strömen trotz tödlicher Gefahr erneut auf die Straßen, zünden Feuerwerke, schlagen auf Töpfe und Pfannen, schwenken die vorrevolutionäre Löwe-und-Sonne-Flagge und skandieren lautstark Parolen wie „Tod dem Diktator“, „Dies ist das Jahr des Blutes, Seyed Ali wird fallen“, „Javid Shah“ (Es lebe der Schah) sowie Rufe nach der Rückkehr des Exilprinzen Reza Pahlavi. In Teheran sollen Tausende in Vierteln wie Punak oder am Heravi-Platz marschiert sein, wobei die Sicherheitskräfte mit extremer Brutalität vorgehen: Scharfschützen schießen von Dächern und Terrassen gezielt auf Köpfe und Hälse, Schrotflinten mit Metallpellets verursachen Massenverletzungen und Erblindungen, während Tränengas, Wasserwerfer und direkte Schläge eingesetzt werden.

Die Opferzahlen steigen dramatisch – seriöse Menschenrechtsgruppen wie HRANA und Aktivistennetzwerke sprechen mittlerweile von Hunderten getöteten Demonstranten seit Beginn (einige Berichte nennen sogar über 2.000 Tote in den letzten Tagen der Eskalation), Tausende Verletzte und Zehntausende Festnahmen. Krankenhäuser in Teheran und anderen Großstädten sind völlig überfordert, es gibt Berichte von Leichensäcken, die sich stapeln, und von überfüllten Leichenhallen.

Das Regime versucht, die Gewalt umzudrehen, indem es von über 100 getöteten Sicherheitskräften spricht und die Protestierenden pauschal als „Terroristen“ oder „von den USA und Israel gesteuerte Randalierer“ diffamiert.
Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs, hat aus dem Exil erneut dazu aufgerufen, die Demonstrationen zwei weitere Nächte fortzusetzen, Stadtzentren zu besetzen und Streiks in Energie- und Transportsektoren zu beginnen, um den Druck auf das Regime massiv zu erhöhen. Er positioniert sich klar als Übergangsfigur für eine mögliche säkulare Zukunft.
US-Präsident Donald Trump hat die Lage weiter angeheizt, indem er von „very strong options“ sprach, Iran habe seine „red line“ möglicherweise überschritten, und deutete militärische Interventionen an, falls die Tötung friedlicher Demonstranten weitergeht – eine Drohung, die Teheran sofort als Beweis für ausländische Einmischung nutzt.

Das Regime reagierte am 12. Januar mit einer Mischung aus Repression und Propaganda: Staatsfernsehen zeigte große Pro-Regime-Gegendemonstrationen in Teheran mit Zehntausenden Teilnehmern, Außenminister Abbas Araghchi kündigte die schrittweise Aufhebung des Internetsperre an (nach fast fünf Tagen), während er die Proteste als „gewaltsam und blutig gemacht“ bezeichnete, um Trump einen Vorwand für eine Intervention zu liefern. Das Regime erklärte drei Tage nationaler Trauer für „Märtyrer“ (einschließlich getöteter Sicherheitskräfte) und droht mit noch härterem Vorgehen. Dennoch halten die Proteste an – die Menschen zeigen trotz allem keine Anzeichen von Rückzug, viele äußern, sie hätten „nichts mehr zu verlieren“.Die Situation bleibt extrem volatil: Während die internationale Gemeinschaft (UN, Amnesty International) entsetzt zur Zurückhaltung aufruft und die Kommunikationssperre verurteilt, wächst die Sorge vor einem Massaker unter dem Deckmantel des Blackouts. Gleichzeitig könnte die anhaltende Mobilisierung – verstärkt durch Pahlavis Aufrufe und internationale Aufmerksamkeit – das Regime an den Rand einer existenziellen Krise bringen. Die nächsten Stunden und Tage werden entscheidend sein, ob die Bewegung trotz aller Brutalität weiter an Dynamik gewinnt oder ob die Sicherheitskräfte sie endgültig brechen können.

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