Titelbild : Beispielbild PixabayPräsident Donald Trump hat FIFA-Präsident Gianni Infantino in einem Telefonat gebeten, die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach dessen Roten Karte im Achtelfinale der WM 2026 zu überprüfen.
Das Gespräch fand kurz nach dem Spiel der USA gegen Bosnien-Herzegowina statt, in dem Balogun eine umstrittene Rote Karte wegen eines Fouls erhalten hatte. Balogun war mit drei Toren der Top-Torschütze der US-Mannschaft in dem Turnier geworden. Die automatische Ein-Spiel-Sperre hätte ihn für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt. Trump rief Infantino an und bat um eine genaue Prüfung des Vorfalls. Laut Berichten aus dem Umfeld des Weißen Hauses wollte der Präsident „besser verstehen“, warum die Karte gegeben wurde, und brachte auch Vorwürfe gegen den Schiedsrichter Raphael Claus ein, die mit angeblichen Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit zusammenhingen.
Trump und Infantino pflegen seit längerem ein enges Verhältnis. Sie haben bereits eng bei der Vorbereitung der WM 2026 in den USA zusammengearbeitet, und Infantino hatte Trump im Vorjahr den ersten „Friedenspreis“ von FIFA überreicht. Das Telefonat war Teil dieser langjährigen, teils kritisch beäugten Beziehung. Einige Quellen sprechen sogar von einer Art „Bromance“ zwischen den beiden.
FIFA prüfte den Fall anschließend und hob die Sperre von Balogun am Sonntag auf. Die Strafe wurde für ein Jahr auf Bewährung ausgesetzt. Sollte Balogun in dieser Zeit ein ähnliches Vergehen begehen, würde die Sperre sofort wirksam. FIFA betonte, die Entscheidung sei unabhängig und nach den Disziplinarregeln getroffen worden, nicht aufgrund des Anrufs. Dennoch löste die Aufhebung massive Kontroversen aus. Die belgische Fußball-Föderation zeigte sich „entsetzt“, Trainer Rudi Garcia spottete, der 5. Juli sei bei FIFA offenbar der 1. April, und sprach von einem Angriff auf die Integrität des Sports. Es gab sogar Überlegungen, den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu bringen.
Trump selbst feierte die Entscheidung öffentlich auf Social Media mit den Worten: „Thank you to FIFA for doing what was right, and reversing a great injustice!“ Viele Beobachter sahen in der schnellen Umkehr einen direkten Einfluss des Präsidenten, was die Debatte über Fair Play und politische Einmischung im Fußball weiter anheizte. US-Spieler wie Christian Pulisic hatten die Rote Karte bereits als überhart kritisiert und betont, dass schlimmere Fouls im Turnier ungestraft geblieben seien.
Balogun konnte somit gegen Belgien spielen. Die Affäre zeigt, wie eng Sport, Politik und persönliche Beziehungen bei großen Turnieren ineinandergreifen können – besonders wenn der Gastgeberpräsident direkt eingreift. FIFA selbst hielt sich offiziell bedeckt, ob Trumps Anruf eine Rolle spielte, doch die zeitliche Abfolge und die öffentliche Reaktion sprechen für sich. Die Episode bleibt ein markantes Beispiel für die aktuelle Dynamik zwischen Trump und internationalen Sportverbänden.
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