Quellen NDR, DWD, Deutschlandfunk, WDR
Titelbild: Beispielbild Pixabay
Deutschland wird derzeit vom Sturmtief Elli heimgesucht, das seit der Nacht zum Freitag, über das Land zieht und besonders im Norden und in der Mitte erhebliche winterliche Unwetter verursacht.
Das Tief, das sich vom Atlantik her rasch ostwärts bewegt hat, bringt eine Mischung aus starkem Schneefall, stürmischen Böen, Schneeverwehungen und gefährlichem Glatteis mit sich, was zu weitreichenden Beeinträchtigungen im Verkehr, im öffentlichen Leben und in der Infrastruktur führt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für zahlreiche Regionen Unwetterwarnungen der Stufe 3 ausgegeben, insbesondere für Norddeutschland zwischen Ostfriesland, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wo gebietsweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet werden, kombiniert mit starkem Wind, der zu erheblichen Verwehungen führt.
In den Mittelgebirgen wie dem Harz können sogar lokal bis zu 30 Zentimeter Schnee fallen, während in tieferen Lagen gefrierender Regen für Blitzeis sorgt und die Straßen extrem glatt macht. Obwohl der Januar 2026 insgesamt winterlich begonnen hat, stellt Elli eine besondere Herausforderung dar, da solche intensiven Winterstürme in den letzten Jahren seltener geworden sind, aber durch die aktuellen Temperaturgegensätze zwischen kalter Nordluft und milder Atlantikluft begünstigt werden.
Besonders betroffen ist der Norden des Landes, wo bereits am frühen Morgen des 9. Januar dichtes Schneetreiben herrscht und der Verkehr stark behindert wird.
In Niedersachsen etwa führte Schneechaos auf der A2 bei Hannover zu Unfällen und Sperrungen, während am Flughafen Hannover Flüge gestrichen oder stark verspätet waren und die Anfahrt für Passagiere kaum möglich war.
Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr bundesweit und den Regionalverkehr vor allem in Norddeutschland massiv eingeschränkt, mit Ausfällen und Verspätungen auf Strecken wie Hamburg-Westerland, Hamburg-Kiel oder Verbindungen nach Berlin und Emden; Reisende werden dringend gebeten, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten oder Tickets flexibel umzubuchen.
Auch Fährverbindungen zur Nordseeinsel sind eingestellt, und in Städten wie Hamburg sorgen Schneeverwehungen und schlechte Sicht für Probleme im Straßenverkehr. Viele Schulen in betroffenen Regionen wie Cuxhaven, Hamburg, Bremen und Teilen Schleswig-Holsteins bleiben geschlossen, Sportplätze und Freizeiteinrichtungen sind gesperrt, und sogar Veranstaltungen wie Basketballspiele oder Produktionen in Fabriken wie dem VW-Werk in Emden wurden abgesagt oder ruhen.
Krankenhäuser bereiten sich auf einen Ansturm durch Sturzverletzungen vor, und Hilfsorganisationen wie das DRK warnen vor der Gefahr für Obdachlose in der eisigen Kälte, die nachts bis minus 10 Grad oder tiefer sinken kann.In anderen Teilen Deutschlands verläuft die Lage etwas glimpflicher.
Für Berlin und weite Teile Brandenburgs sowie NRW hat der DWD die Unwetterwarnungen vor starkem Schneefall bereits am Morgen aufgehoben, da weniger Niederschlag als befürchtet eintrifft, wenngleich Glätte und stürmische Böen weiterhin Vorsicht erfordern. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und dem Südwesten drohen hingegen gefrierender Regen und Sturmböen, die den Verkehr behindern könnten.
Behörden und der ADAC raten bundesweit, nur bei Bedarf autozufahren, lange Bremswege einzuhalten und auf Reisen zu verzichten, da die Kombination aus Wind und Schnee lebensgefährliche Situationen schaffen kann. Das Tief soll sich bis Samstag ostwärts in Richtung Tschechien verlagern und abklingen, wonach sich die Lage allmählich entspannt, allerdings mit anhaltendem Frost und möglicherweise weiterem Schnee in den kommenden Tagen.
Insgesamt zeigt Sturmtief Elli, wie schnell winterliches Extremwetter den Alltag lahmlegen kann, und unterstreicht die Notwendigkeit, auf Warnungen zu achten und vorbereitet zu sein.
