Afghanistan Allgemeine Nachrichten

Annen: Erdbeben in Afghanistan sollte Taliban zum Umsteuern bewegen

Titelbild: Paktia Kot, Afghanistan

  • AFP
    TOPSHOT – Nach einem Erdbeben im Bezirk Gayan in der Provinz Paktika am 22. Juni 2022 sind beschädigte Häuser zu sehen. Das Beben der Stärke 5,9, bei dem mindestens 1 000 Menschen ums Leben kamen, traf vor allem den zerklüfteten Osten Afghanistans, wo die Menschen ohnehin schon ein entbehrungsreiches Leben führen und sich die humanitäre Krise seit der Machtübernahme durch die Taliban im August noch verschärft hat. (Foto: AFP)

Berlin, Deutschland

Nach dem verheerenden Erdbeben in Afghanistan hofft Entwicklungsstaatssekretär Niels Annen (SPD) auf ein grundsätzliches Umsteuern der regierenden radikalislamischen Taliban. Die Folgen der Naturkatastrophe im Osten des Landes hätten die schlechte Regierungsführung der Taliban deutlich gemacht, sagte Annen am Donnerstag im Deutschlandfunk. Manchmal sei „eine solche unglaubliche Katastrophe eine Möglichkeit, so etwas wie einen Neustart zu beginnen“.

Die Wirtschaft des Landes stehe vor dem Kollaps „und ich kann nur hoffen, dass das Erdbeben und alles, was das mit sich bringt auch an internationaler Aufmerksamkeit, dazu führt, dass die Taliban-Verantwortlichen hier einen Kurswechsel einleiten“, führte Annen aus.

Seit der Machtübernahme der Taliban im vergangenen August seien all ihre Maßnahmen „in die falsche Richtung gegangen“, kritisierte der SPD-Politiker. Deutschland könne die neue Führung in Kabul daher nicht anerkennen, bleibe aber weiterhin im Gespräch mit ihr. Damit Hilfsgelder nicht „in die Taschen der Taliban“ flössen, arbeite Deutschland bei der Unterstützung der afghanischen Bevölkerung mit der UNO und etablierten internationalen Nichtregierungsorganisationen zusammen.

Für die Lage nach dem Erdbeben gilt Annen zufolge, dass die „unmittelbare Hilfe zum Überleben“ nicht „an politische Konditionen geknüpft“ wird. „Ganz im Gegenteil. Die findet unabhängig von der politischen Lage statt“, hob der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hervor.

Die Bundesregierung habe nach dem Erdbeben vom Mittwoch „sehr schnell angekündigt, dass wir dort jetzt helfen“, sagte Annen im Deutschlandfunk. Allerdings sei dies „keine einfache Herausforderung“. Wichtig sei, „dass sich die internationale Gemeinschaft hier eng abstimmt“. Als positiv bewertete Annen es, dass die Taliban nach dem Erdbeben immerhin eingeräumt hätten, „dass sie auf internationale Hilfe angewiesen sind“, und um diese gebeten hätten.

Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hatte in der Nacht zum Mittwoch den Osten Afghanistans erschüttert. Nach vorläufigen Behördenangaben kamen mindestens tausend Menschen ums Leben, mindestens 1500 weitere wurden verletzt. Die Taliban-Führung bat Hilfsorganisationen um sofortige Unterstützung, „um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern“.

yb/gt

© Agence France-Presse

Themenverwandte Artikel

Nun die Affenpocken

the kasaan times

Kasachstan – der letzte Funke am Dynamitfass

the kasaan times

Patten zieht 25 Jahre nach Übergabe von Hongkong an China bittere Bilanz

the kasaan times

Schweres Beben in Athen-Kommunikationsnetze ausgefallen

the kasaan times

Polizei in Oslo ermittelt nach tödlichen Schüssen wegen Terrorverdachts

the kasaan times

Achtung, Lebensgefahr! Die Orkanerei geht weiter – „Zeynep“ ist im Anmarsch

the kasaan times

Antarktis 2022

the kasaan times

Frohe Pfingsten allen Lesern!

the kasaan times

Erste Hilfsflüge nach Tonga starten

the kasaan times

Sieben Fakten zum Siebenschläfer-Tag

the kasaan times

Bilder und Videos aus Paderborn

the kasaan times

Massaker in Texas- Abbott und seine Speichellecker sind mitschuldig

the kasaan times

Hinterlasse einen Kommentar

*