Vorsicht: Gefälschte Anwaltsmail verspricht Millionen-Erbschaft – Klassischer Betrug
Vor Kurzem erhielten viele Leser eine E-Mail von johnwallace9054@gmail.com, die auf den ersten Blick seriös wirken sollte. Der Absender stellte sich als John Wallace, Senior Partner der angeblichen Kanzlei D.C Duzi & Associates aus England vor. Er berichtete von einer unbeanspruchten Lebensversicherung in Höhe von über 11,5 Millionen US-Dollar, die angeblich von einem verstorbenen Mandanten namens Gregory Oswald stammen soll. Dieser sei ein COVID-19-Opfer gewesen, und da keine Familie gefunden werden konnte, suche man nun einen „Partner“, um das Geld gemeinsam zu beanspruchen.
Klingt verlockend? Genau das soll es auch. In Wahrheit handelt es sich um einen klassischen Erbschafts- bzw. Versicherungsbetrug, der seit vielen Jahren in unzähligen Varianten kursiert.
Schon beim genauen Lesen fallen zahlreiche Warnsignale auf. Die Formulierungen sind holprig und untypisch für einen britischen Anwalt („proved abortive“, „revert to me“, „mutual benefit“). Die angebliche Kanzlei lässt sich nicht seriös nachweisen, und eine echte renommierte Kanzlei in England und Wales würde niemals unaufgefordert per privater Gmail-Adresse (johnwallace9054@gmail.com) fremde Personen anschreiben, um Millionen zu „teilen“. Solche seriösen Kanzleien arbeiten mit offiziellen Kanälen und veröffentlichten Kontaktdaten.
Das Vorgehen folgt einem bekannten Muster: Zuerst wird großes Geld in Aussicht gestellt, um das Interesse zu wecken. Sobald das Opfer antwortet, kommen nach und nach „Kosten“ ins Spiel – angebliche Notargebühren, Steuern, Überweisungsspesen, Anwaltsvorschüsse oder „Bearbeitungsgebühren“. Diese werden zunächst klein gehalten, um das Vertrauen aufzubauen. Wer einmal zahlt, wird weiter hingehalten und immer wieder zu neuen Zahlungen aufgefordert. Am Ende steht der Totalverlust – das versprochene Millionenerbe gibt es natürlich nie.
Solche Scams werden meist aus Westafrika (häufig Nigeria oder Ghana) gesteuert, auch wenn die Absender britische oder amerikanische Namen und angebliche Kanzleien vortäuschen. Die Betrüger nutzen gefälschte Dokumente, gefälschte Webseiten und sogar gefälschte Anwaltsbriefe, die auf den ersten Blick täuschend echt aussehen können.
Antworten Sie niemals auf solche Nachrichten – auch nicht mit einer Absage. Löschen Sie die Mail einfach und markieren Sie sie als Spam. Geben Sie keine persönlichen Daten, Bankverbindungen oder Kopien von Ausweisdokumenten heraus. Wer bereits geantwortet hat, sollte vorsichtig sein und bei Bedarf die Polizei oder eine Verbraucherzentrale einschalten.
Diese Betrugsmasche kostet Jahr für Jahr unzählige Menschen viel Geld und Nerven. Lassen Sie sich nicht von großen Dollar-Zahlen blenden. Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das in den allermeisten Fällen auch nicht.
Bleiben Sie wachsam und teilen Sie diesen Beitrag gerne weiter, damit möglichst viele Menschen vor dieser Masche gewarnt sind.
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