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Montag, 6. Februar 2023
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Der gerappte Abgang eines teuflischen Terroristen

 Ein besonderer Dank gilt Ibrahim, für seine mutige Berichterstattung Tripolis am 22. Februar 2011

Fast war man versucht Ronald Reagan, dem aggressiven Polit-Cowboy, posthum zu seiner Einschätzung über Gaddafi zu gratulieren. Was für ein Abgang einer jämmerlichen Gestalt, die mit ihren pathetischen Sprüchen niemals in die internationale Staatengemeinschaft passte, die sich, wie wir alle wissen, nur an Terror und Zwietracht nährte. Zum Schluss eine Wende um 180 Grad machte, sich Frankreich anbot. Anbiederte. Vom Ölreichtum derer lebte, die für ihn wie Sklaven schuften mussten. Gott und den Koran als Vorwand für Schlächtereien missbrauchte. Gaddafi ist einer der vielen Mörder in staatsmännischer Pose, die nicht mehr als morden, foltern, die Menschheit beschämen können. Aber durchaus in der Lage sind Menschen zu töten, nach Belieben, wie man sah, hörte. Spürte. Er war das ausgemachte Masterbrain hinter vielen Anschlägen, ein wunderlicher Glitzerprinz des Terror -Jetsets.

Sicherlich würde es niemanden verwundern, würde jetzt offenbar, dass Gaddafi in seinem furchtbaren Hass Al-Qaidas Zuflucht gegeben hätte, die viel Schuld auf sich geladen haben, zumindest diese finanziell und logistisch unterstützte. Der angebliche Revolutionsführer führte ein doppeltes Leben, das des Biedermanns und das des Brandstifters. Wo er diesmal biwakte, wurde nicht klar, erwirkte wie ein hilfloser, böser Geist in Verkleidung.

Gaddafi hätte auch in diesem Moment im Recall bei DSDS auftreten können, niemand außer dem, für seine derben, verletzenden Sprüche gescholtenen Dieter Bohlen, wäre etwas zu dem Outfit eingefallen. Der gleichermaßen gerappte Vortrag klang wie ein Minnesang eines wirren, kranken Mannes, dessen Schicksal sich längst erfüllt hat. So atemlos ist Welt ob der vielen, längst überfälligen Revolutionen geworden. Nicht die schier unfassbare Bombardierung der eigenen Bevölkerung ist das erste Verbrechen gewesen, sondern seine Taten ab 1969, so viele Opfer sind vergessen. Wenn man die Schreierei Gaddafis anhörte, seine wüsten Beschimpfungen vor einer Ruine, dann zweifelte man an dem Verstand dieser Figur, der sich selbst schon zu Lebzeiten zum Märtyrer stilisieren wollte. Vielleicht wurde dem im in dem endlos währenden Monolog endlich klar, was ihm bevorsteht, eine Atempause, eine letzte Atempause. Dann weder der ungebrochene Volkszorn oder Den Haag.

Selbst Berlusconi, einer seiner Spezies, der nicht minder wunderlich in seinen diversen Geschichten der letzten Monate wirkte, vielleicht ein, zumindest äußerlich zivilisierter Agierender, wird nicht so dumm sein und seinen ehemaligen Gespielen auf vielen Ebenen der internationalen Beziehungen aufnehmen. So einen Typen hält auch Berlusconi nicht durch, weder politisch noch nervlich. Gaddafi muss wie viele andere Diktatoren, die ihm jetzt folgen werden, in nächsten Wochen, in den nächsten Monaten, nach Den Haag. Das Gefängnis wird sich füllen, mit den ausgemachten Demagogen dieser Welt. Über die schmutzigen Details der Mächtigen wird vieles unweigerlich bekannt. Weiteren Zorn nähren. bei anderen Völkern. Wenn diese ganzen „politischen Würstchen“ dann vor Gericht stehen, wird eine neue Zeitrechnung beginnen, jenseits der selbst ernannten Kalifen und Schlächter, Folterknechte. Die Zeit wird Menschen aus allen Ländern zusammenführen, Facebook live, Freiheit und die Macht des Volkes wird die Warnung für viele mit Ambitionen sein, die an der einzigen Systematik rütteln wollen, an den gelebten Menschenrechten. Wenn Gaddafi und seine Ideen, seine Mitstreiter der internationalen Diktatorengarde schon vergangen sind, so werden die der Erde weiter zusammenrücken. Das ist das Vermächtnis der Folterknechte. Sicher haben sie sich das so nicht vorgestellt zwischen Graswurzeldemokratie und Islamischer Revolution. Das wird die bittere Lehre daraus sein.

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