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Das Nipah-Virus verbreitet Angst und Schrecken

Titelbild: Nipah-Virus Goldsmith/ Rolin, public domain 

Das Nipah-Virus ist in den letzten Wochen wieder in Indien aufgetreten und hat für erhebliche Besorgnis gesorgt, insbesondere in Teilen Asiens. Seit Dezember 2025 wurden im östlichen Bundesstaat Westbengalen zwei bestätigte Fälle gemeldet, wobei indische Behörden betonen, dass der Ausbruch inzwischen eingedämmt sei.

 

Beide Infizierten sind medizinisches Personal – vermutlich Pflegekräfte oder Ärzte in einem Krankenhaus in der Region um Barasat nördlich von Kolkata –, die mit dem Virus in Kontakt kamen. Das indische Gesundheitsministerium sowie das Nationale Zentrum für Krankheitskontrolle haben sofort umfangreiche Maßnahmen eingeleitet.
Fast 200 Kontaktpersonen wurden ermittelt, unter Quarantäne gestellt, überwacht und getestet – alle Tests fielen negativ aus. Dadurch konnte eine weitere Ausbreitung bisher verhindert werden, und die Behörden sprechen von einer zeitnahen Eindämmung.

Das Nipah-Virus zählt zu den gefährlichsten bekannten Erregern, da er eine Sterblichkeitsrate von 40 bis 75 Prozent aufweist, in manchen Ausbrüchen sogar deutlich höher. Es lverursacht schwere Symptome wie hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen bis hin zu Koma und einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder der Atemwege. Es gibt weder eine zugelassene Impfung noch eine spezifische antivirale Therapie; die Behandlung beschränkt sich auf intensive unterstützende Maßnahmen im Krankenhaus, teilweise wurden in diesem Fall Medikamente wie Remdesivir eingesetzt, die aus der Covid-Behandlung bekannt sind.

Das Virus stammt ursprünglich von Flughunden, Fliegenden Füchsen der Gattung Pteropus, die als natürliches Reservoir gelten. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch den Verzehr von mit Fledermausurin, Speichel oder Kot kontaminierten Früchten wie Datteln oder durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren.

Von Mensch zu Mensch kann es sich vor allem über Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt ausbreiten, was besonders in Krankenhäusern oder Haushalten gefährlich wird – genau das scheint bei den aktuellen Fällen in Westbengalen eine Rolle gespielt zu haben. Frühere Ausbrüche in Indien ereigneten sich vor allem im Süden in Kerala, wo seit 2018 fast jährlich kleinere Episoden auftraten, während Westbengalen zuletzt 2007 betroffen war.

Die Meldung der beiden Fälle hat in mehreren asiatischen Ländern zu erhöhter Wachsamkeit geführt. Thailand, Malaysia, Singapur, Vietnam, Indonesien, Nepal und Pakistan haben an Flughäfen verstärkte Gesundheitskontrollen eingeführt, darunter Fieber-Screenings, Fragebögen und teilweise Temperaturmessungen bei Reisenden aus Indien, insbesondere aus Westbengalen. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise auf Fälle außerhalb Indiens, und chinesische Behörden haben explizit mitgeteilt, dass keine Infektionen im Land nachgewiesen wurden, wenngleich ein Importrisiko bestehe. Insgesamt handelt es sich derzeit um einen sehr begrenzten Vorfall mit nur zwei bestätigten Infektionen und keiner erkennbaren Kettenübertragung in der Bevölkerung. Dennoch bleibt Nipah aufgrund seiner hohen Letalität, fehlender Impfstoffe und des Potenzials für Mensch-zu-Mensch-Übertragung ein Erreger, den die WHO als prioritären Kandidaten für künftige Epidemien einstuft. Die aktuelle Situation in Westbengalen wird weiterhin engmaschig überwacht, um jede mögliche Ausweitung frühzeitig zu erkennen und zu stoppen.

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