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Trump holt sich Kuba -„er könne mit dem Land machen, was er wolle“

Quellen: AP und CNN Atlanta, White House

Donald Trump hat in den vergangenen Tagen mehrfach eine mögliche Übernahme Kubas angedeutet und damit die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Havanna weiter verschärft. Die Äußerungen fielen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Karibikinsel von einem landesweiten Stromausfall heimgesucht wurde, der die ohnehin prekäre Lage der kubanischen Bevölkerung dramatisch verschlimmerte. Trump sprach vor Journalisten im Weißen Haus davon, dass er die Ehre haben werde, Kuba „in irgendeiner Form zu übernehmen“ oder zu „befreien“, und betonte dabei, er könne mit dem Land machen, was er wolle.

 

Die Aussagen knüpfen an frühere Bemerkungen Trumps an, in denen er bereits von einer „freundlichen Übernahme“ (friendly takeover) gesprochen hatte. Damals deutete er an, dass die kubanische Regierung in großen Schwierigkeiten stecke, kein Geld und keine Ressourcen mehr habe und deshalb mit den USA verhandele.

Er ließ jedoch offen, ob eine solche Übernahme tatsächlich friedlich verlaufen oder auch andere Mittel erfordern würde. In jüngsten Statements verstärkte er den Ton noch einmal und stellte klar, dass Kuba nach der Bearbeitung anderer außenpolitischer Krisen wie dem Iran auf der Agenda stehe. „Wir werden sehr bald tun, was nötig ist“, sagte er und verwies darauf, dass zunächst der Iran im Fokus stehe, bevor man sich intensiv mit Kuba befasse.

Hintergrund der Eskalation ist die schwere wirtschaftliche und humanitäre Krise auf der Insel. Kuba leidet seit Monaten unter massiven Engpässen bei der Energieversorgung, die durch den Mangel an Ölimporten noch verschärft wird – ein Zustand, der von Beobachtern teilweise mit einer US-Blockade in Verbindung gebracht wird. Der jüngste totale Blackout legte das gesamte Stromnetz lahm und führte zu chaotischen Zuständen in Havanna und anderen Städten. Trump nutzte diese Situation, um den kubanischen Staat als gescheitert darzustellen und zu betonen, dass Veränderungen unmittelbar bevorstünden. Er äußerte die Überzeugung, dass Kuba selbst das Ende seiner aktuellen Ordnung kommen sehe.

Gleichzeitig bestätigte die kubanische Regierung unter Präsident Miguel Díaz-Canel, dass es Gespräche mit US-Vertretern gebe, darunter offenbar auch mit Außenminister Marco Rubio, dessen Familie selbst kubanische Wurzeln hat. Diese Verhandlungen sollen bilaterale Differenzen lösen helfen, doch Trump stellte sie in den Kontext eines möglichen Regimewechsels oder einer stärkeren US-Einflussnahme. Er sprach davon, dass Kuba ein Abkommen wolle, und deutete an, dass die USA entweder eine Vereinbarung erzielen oder andere notwendige Schritte unternehmen würden.

Die kubanische Führung befindet sich dabei in einer schwierigen Position: Einerseits sucht sie nach Wegen, die Wirtschaft zu stabilisieren, andererseits wehrt sie sich traditionell gegen jede Form ausländischer Einmischung, die als Angriff auf die Souveränität wahrgenommen wird.

Trumps Rhetorik weckt historische Erinnerungen an die langjährigen Konflikte zwischen den USA und Kuba seit der Revolution 1959, einschließlich der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht und des jahrzehntelangen Embargos. Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Aussagen bewusst Provokationen zu setzen und die Lage weiter anzuheizen, während Unterstützer argumentieren, er nutze lediglich die Schwäche des kommunistischen Systems aus, um endlich zu einem Durchbruch zu kommen. Ob es tatsächlich zu einer „Übernahme“ – sei sie nun friedlich, wirtschaftlich oder in anderer Form – kommen wird, bleibt abzuwarten. Trump hat jedoch klargemacht, dass er Kuba nicht mehr als isoliertes Problem betrachtet, sondern als Teil einer breiteren Strategie, in der die USA wieder aktiver Einfluss auf die westliche Hemisphäre nehmen wollen. Die nächsten Wochen und Monate dürften zeigen, ob aus den Andeutungen konkrete Schritte werden oder ob es bei der verbalen Eskalation bleibt.

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