Afrika

Bergwerksunglück im Kongo – viele Tote

Titelbild: Beispielbild Coltanstufe/Lavinsky Wikipedia 3.0

News of Africa/Quelle

In der Demokratischen Republik Kongo hat sich Ende Januar 2026 eine der schwersten Katastrophen in der Geschichte des Bergbaus ereignet. In der Coltan-Mine Rubaya in der Provinz Nord-Kivu, im Osten des Landes, kamen durch einen massiven Erdrutsch mehr als 200 Menschen ums Leben.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, dem 28. oder 29. Januar, nach tagelangen heftigen Regenfällen, die den Boden durchweichten und instabil machten. Ein erster großer Einsturz löste die Katastrophe aus, gefolgt von weiteren Nachrutschen am Donnerstag, die die Situation noch verschlimmerten.

Die Mine Rubaya gilt als eine der bedeutendsten Coltan-Förderstätten weltweit und liefert Schätzungen zufolge etwa 15 Prozent der globalen Coltan-Produktion. Coltan, ein Erz, aus dem Tantal gewonnen wird, ist essenziell für die Herstellung von Kondensatoren in Smartphones, Laptops, Spielkonsolen und vielen anderen elektronischen Geräten.

Der Abbau erfolgt dort fast ausschließlich artisanal, also in Handarbeit und unter extrem gefährlichen Bedingungen. Professionelle Sicherheitsstandards, stabile Stollen oder moderne Stützkonstruktionen fehlen weitgehend. Stattdessen graben Tausende Menschen – darunter viele Männer, aber auch Frauen und sogar Kinder – in primitiven Schächten und offenen Gruben nach dem wertvollen Mineral, oft nur für wenige Dollar am Tag.Zum Zeitpunkt der Katastrophe befanden sich Hunderte Personen in dem Gebiet: Bergleute, die direkt im Abbau tätig waren, aber auch Marktfrauen, die Lebensmittel und Waren an die Arbeiter verkauften, sowie Kinder, die häufig mithelfen oder kleine Aufgaben übernehmen. Der Erdrutsch begrub ganze Bereiche der Mine unter Tonnen von Schlamm und Gestein.

 

 

Viele Opfer starben sofort, andere erstickten oder wurden schwer verletzt. Rettungskräfte und Überlebende bargen in den folgenden Tagen bis Freitag/Samstag mindestens 227 Tote, über 30 Menschen konnten mit schweren Verletzungen gerettet werden. Einige Leichen lagen noch Tage später unter dem Schlamm, weshalb die genaue Zahl der Toten zunächst nicht abschließend feststand und möglicherweise noch steigt.Das Gebiet um Rubaya steht seit 2024 unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23, die von Ruanda unterstützt wird – eine Behauptung, die Kigali zurückweist. Die M23 ernannte lokale Verwaltungsvertreter, darunter den Gouverneur der Provinz Nord-Kivu, dessen Sprecher Lumumba Kambere Muyisa die Informationen über die Katastrophe veröffentlichte. Die UN und verschiedene Berichte werfen der Gruppe vor, erhebliche Gewinne aus dem Coltan-Handel zu ziehen, um ihren Krieg zu finanzieren. Die Zentralregierung in Kinshasa machte Ruanda und die M23 indirekt mitverantwortlich und sprach von „wilder und illegaler Ausbeutung“ der Ressourcen, die die Arbeiter zu solch riskanter Arbeit zwinge.Die Tragödie lenkt erneut den Blick auf die extrem unsicheren und menschenunwürdigen Bedingungen im kongolesischen Bergbau, insbesondere in Konfliktregionen. Immer wieder sterben dort Menschen bei Einstürzen, Überschwemmungen oder giftigen Gasen – oft ohne dass die internationale Nachfrage nach den Rohstoffen für westliche Technologieprodukte spürbar zu Verbesserungen führt. Der Unfall in Rubaya zählt zu den opferreichsten bekannten Minenunglücken der letzten Jahre in der DRC und zeigt einmal mehr die tödliche Verbindung aus Armut, bewaffnetem Konflikt und globaler Rohstoffgier.

 

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