Titelbild: Beispielbild Pixabay
Die jüngsten Entwicklungen um Donald Trump und Venezuela haben in der internationalen Politik für erhebliches Aufsehen gesorgt, insbesondere seit seiner Wiederwahl und dem Amtsantritt im Januar 2025, und sie werfen ein Schlaglicht auf die komplexen Dynamiken von Macht, Interventionismus und Vorwürfen des Imperialismus.
Zunächst einmal muss klargestellt werden, dass Trump sich nicht explizit als legitimer Präsident Venezuelas bezeichnet hat – eine solche Formulierung würde eine direkte Aneignung der Souveränität implizieren, die in den verfügbaren Berichten nicht vorkommt.
Stattdessen hat er in mehreren Aussagen betont, dass die Vereinigten Staaten nun de facto die Kontrolle über Venezuela ausüben, nachdem US-Truppen in einer nächtlichen Operation Präsident Nicolás Maduro festgenommen haben, was als militärische Intervention dargestellt wird.
Trump hat erklärt, dass die USA Venezuela „bis zu einer Übergangsphase“ leiten und es „in einer sehr profitablen Weise wiederaufbauen“ werden, wobei er andeutete, dass diese Zeit Jahre dauern könnte, da „nur die Zeit es zeigen wird“, wie lange die US-Präsenz notwendig sei.
Diese Haltung wird von Kritikern als eine Form des Neo-Kolonialismus interpretiert, bei der die USA nicht nur Maduro stürzen, sondern auch eine langfristige wirtschaftliche und politische Dominanz anstreben, etwa durch die Ausbeutung der venezolanischen Ölvorkommen, die Trump als zentralen Faktor für die Intervention hervorgehoben hat.
In diesem Kontext hat Trump auch eine Seeblockade verhängt und mit „neuen Führern“ Venezuelas zusammengearbeitet, was impliziert, dass er eine von den USA genehmigte Regierung installieren möchte, ohne jedoch selbst den Titel des Präsidenten zu beanspruchen.
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Die Idee, dass er bald auch Kuba oder den Iran in ähnlicher Weise beanspruchen könnte, bleibt spekulativ und findet in den aktuellen Quellen keine direkte Untermauerung; es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Trumps aggressive Außenpolitik – einschließlich früherer Drohungen mit militärischen Optionen gegen Venezuela während seiner ersten Amtszeit – von Beobachtern als Muster gesehen wird, das sich auf andere „Schurkenstaaten“ ausdehnen könnte, wie es in Gesprächen mit internationalen Partnern anklingt, etwa in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, der vor Instabilität warnte.
Dennoch hat Trump keine öffentlichen Pläne für Interventionen in Kuba oder dem Iran angekündigt, obwohl seine Rhetorik gegenüber diesen Ländern historisch feindselig war, mit Sanktionen und Drohungen, die auf eine Eskalation hindeuten könnten, sollte sich die Gelegenheit bieten. Der Vorwurf des Größenwahns, der in Ihrer Frage mitschwingt, ist in der politischen Debatte weit verbreitet und wird durch Trumps persönlichen Stil verstärkt: Seine Aussagen, wie die, dass die USA Venezuela „profitabel“ umgestalten werden, werden als übertriebene Selbstherrlichung gewertet, die an narzisstische Züge erinnert, wie sie Psychologen und Kommentatoren bereits während seiner ersten Präsidentschaft diagnostiziert haben.
Kritiker argumentieren, dass diese Intervention ohne klare Strategie oder Kongressgenehmigung erfolgt sei, was sie als unconstitutional brandmarken, und verweisen auf Trumps Ignoranz gegenüber alternativen venezolanischen Regierungsstrukturen, wie der Opposition unter María Corina Machado, die er sofort abgetan hat.
Dies nährt die Befürchtung, dass Trumps Handeln weniger um Demokratieförderung geht als um persönliche Machtdemonstration und wirtschaftliche Vorteile, was den Eindruck von Megalomanie verstärkt – ein Begriff, der in Medienberichten und politischen Analysen häufig fällt, wenn es um Trumps Weltbild geht, in dem er sich als ultimativer Problemlöser positioniert, der Länder wie Unternehmen managen kann. Hinsichtlich der Errichtung einer Diktatur in den USA selbst, wie es Ihre Formulierung andeutet, ist dies ein hochgradig polarisierendes Thema: Befürworter Trumps sehen in seinen Aktionen einen notwendigen harten Kurs gegen korrupte Regime, während Gegner, darunter Demokraten und internationale Beobachter, warnen, dass die Intervention in Venezuela ein Präzedenzfall für autoritäre Tendenzen darstellt. So hat der Kongressabgeordnete Garamendi die Aktion als „unconstitutional attack“ verurteilt, und es gibt Bedenken, dass Trumps Umgehung des Kongresses bei militärischen Entscheidungen die Gewaltenteilung untergräbt, was langfristig zu einer Konsolidierung exekutiver Macht führen könnte.
Ähnliche Vorwürfe gab es bereits nach dem Sturm auf das Kapitol 2021, und in der aktuellen Venezuela-Krise sehen Kritiker Parallelen zu diktatorischen Methoden, wie die Inhaftierung Maduros ohne klare rechtliche Grundlage oder die Androhung langfristiger US-Kontrolle, die an Besatzung erinnert.
Dennoch bleibt es faktenbasiert zu betonen, dass keine direkten Pläne für eine Diktatur in den USA vorliegen; vielmehr handelt es sich um eine Debatte über autoritäre Neigungen, die durch Trumps Rhetorik und Handlungen angefacht wird, wie seine Ablehnung von Wahlergebnissen in der Vergangenheit oder seine Nähe zu autokratischen Führern. Insgesamt spiegelt die Venezuela-Situation eine Eskalation der US-Außenpolitik wider, die unter Trump von „maximum pressure“ zu direkter Intervention übergeht, was globale Spannungen schürt und Fragen zur Legitimität aufwirft – ob dies zu ähnlichen Schritten in Kuba oder dem Iran führt, hängt von geopolitischen Entwicklungen ab, bleibt aber vorerst hypothetisch und ohne konkrete Anhaltspunkte in den Berichten.
Die Freilassung erster Gefangener in Venezuela als Teil eines „Friedensabkommens“ deutet auf Verhandlungen hin, doch die Kritik an Trumps Ansatz als planlos und risikoreich dominiert die Diskussion, was die Vorwürfe von Größenwahn und diktatorischen Tendenzen weiter befeuert.
